13. April 2018 / 13:10 Uhr

FIFA-Star "Deto" im Interview: "Alle Augen sind auf mich gerichtet"

FIFA-Star "Deto" im Interview: "Alle Augen sind auf mich gerichtet"

Angelo Freimuth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kai Deto Wollin spielt seit März im Trikot von Manchester City.
Kai "Deto" Wollin spielt seit März im Trikot von Manchester City. © Manchester City
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Der Vizeweltmeister gehört zu den besten FIFA-Spielern der Welt. Der FUT Champions Cup in Manchester ist ein Heimspiel für den Profi von Manchester City. Mit dem SPORTBUZZER sprach "Deto" über das Mega-Event und sein Leben als eSportler.

Der FUT Champions Cup in Manchester ist eines der größten FIFA-Events des Jahres. 128 Profis aus aller Welt spielen um insgesamt 200.000 US-Dollar Preisgeld und ein Ticket für die virtuelle WM im August. Für Kai "Deto" Wollin ist das Event in der englischen Metropole als Profi von Manchester City ein Heimspiel und eine Gelegenheit, sich bei seinem neuen Klub zu beweisen. Mit dem SPORTBUZZER sprach der 29-Jährige über das Turnier, seine Karriere und den Alltag als eSportler.

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Wohnst du schon in Manchester?

Wir haben darüber gesprochen, als wir den Vertrag abgeschlossen haben. Wir waren uns einig, dass es am meisten Sinn macht, wenn ich bei mir wohnen bleibe. Es würde nichts bringen, woanders hinzuziehen, wenn ich mich da vielleicht nicht wohlfühle und dann schlechter spiele.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit Manchester City?

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Ich habe meine Ansprechpartner, es gibt einen Teammanager, mit dem ich regelmäßig Kontakt habe, meistens sogar jeden Tag. Ich kann mich auch an den Verein wenden, wenn irgendetwas ist. Das ist quasi mein Sicherheitsnetz.

Ist der FUT Champions Cup dann überhaupt ein Heimspiel für dich?

Das kann man schon so sagen, so wird es auch angepriesen.

Ist das ein Vorteil?

Tendenziell ist das sogar eher ein Nachteil, weil dann alle Augen auf mich gerichtet sind. Gerade, weil ich jetzt neu da bin.

Wie sieht die Vorbereitung auf so ein Turnier aus?

Einfach viel spielen und möglichst gegen jeden Spielstil.

Und wie lange trainierst du dann?

Auf jeden Fall täglich. Die Stundenzahl hängt dann davon ab, wie viel Konzentration oder Lust ich habe. Ich würde sagen, zwischen einer und vier Stunden.

Wie sieht sonst dein Alltag als Profi aus?


An einem typischen Tag stehe ich auf, gehe zur Vorlesung, danach zum Sport und dann spiele ich FIFA. Und abends mache ich was mit Freunden oder so. Am Wochenende in der Weekend League spiele ich nach dem Frühstück sechs Stunden und habe dann abends Freizeit.

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Beim FUT Champions Cup in Barcelona gab es viele technische und organisatorische Probleme, die Bild schrieb vom „Chaos-Turnier“, ran von einem „Desaster“. Wie hast du das erlebt?

Es ist schon sehr, sehr viel falsch gelaufen. Das war wirklich inakzeptabel.

Wird das in Manchester besser?

Wir haben eine E-Mail bekommen, was alles geändert wurde und ich muss sagen, dass das sehr gut aussieht. Wenn das alles umgesetzt wird, läuft das dieses Mal um ein Vielfaches besser.

In Barcelona war für dich im Viertelfinale Schluss. Was ist dieses Mal drin?

Das weiß ich nicht. Ich habe mich gut vorbereitet, sogar besser als letztes Mal. Aber das Level ist wirklich extrem hoch und ich denke, dass auch jeder fast jeden schlagen kann. Aber ich fühle mich fit und versuche, so weit wie möglich zu kommen.

Du hast in einem Interview mit ran mal gesagt: „Ich würde FIFA mit Darts vergleichen, das kann man eigentlich schon relativ lange machen.“ Können wir uns also auf weitere 30 Jahre mit dir als Profi einstellen?

(Lacht) Ich will nicht bis 35 oder 40 spielen. Es kann sein, dass ich nach der Zeit bei Manchester City aufhöre, das ist in anderthalb Jahren. Es kann auch sein, dass ich noch ein Jahr ranhänge. Aber ich will auf keinen Fall ewig lange spielen. Irgendwann ist auch der Zeitpunkt gekommen, wo man sagt: „Es reicht.“

Und was machst du danach?

Das weiß ich noch nicht. Ich kann mir vorstellen, dem eSports erhalten zu bleiben, wenn es die richtige Position ist. Ich kann mir aber auch vorstellen, komplett was anderes zu machen.

Du bist seit 2006 Profi. Was hat sich seit damals verändert?

Es ist alles sehr viel größer geworden.

Und wie sieht die Zukunft von FIFA als eSport aus?

Ich glaube, dass es noch einmal viel größer wird, als es jetzt ist. In vielleicht zehn Jahren hat jeder Verein seine eigenen Spieler. Sobald das in der Gesellschaft angekommen ist, wird das noch mehr wachsen.

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Wie sieht es mit der deutschen Szene aus? Wer ist gerade der beste FIFA-Spieler?

Das Level ist sehr, sehr hoch. Es ist schwierig, da einen Namen zu nennen. Generell sind die Deutschen richtig stark. Das sieht man daran, wie viele Spieler aus Deutschland sich für die Wettbewerbe qualifizieren. Da können es einige weit schaffen.

Wie gut verdient man eigentlich als FIFA-Profi?

Ich kann davon gut leben. Man muss natürlich für die Zeit danach vorsorgen, dass man in der Zukunft abgesichert ist. Das Problem kennen ja auch die richtigen Fußballer.

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