25. Februar 2021 / 17:59 Uhr

FIFA teilt mit: Kein Urteil gegen Beckenbauer und Co. im Rahmen des WM-Skandals wegen Verjährung

FIFA teilt mit: Kein Urteil gegen Beckenbauer und Co. im Rahmen des WM-Skandals wegen Verjährung

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die FIFA wird das Verfahren gegen Franz Beckenbauer und Co. einstellen.
Die FIFA wird das Verfahren gegen Franz Beckenbauer und Co. einstellen. © IMAGO/Revierfoto
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Fußball-Legende Franz Beckenbauer, Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger und der frühere DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt können aufatmen. Wegen Verjährung wird der Fußball-Weltverband FIFA das Verfahren im Rahmen des Skandals um die WM 2006 gegen die Ex-Funktionäre nicht weiter verfolgen.

Der Fußball-Weltverband FIFA wird das Verfahren gegen Franz Beckenbauer, den ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und den früheren DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt im Zusammenhang mit dem WM-Sommermärchen 2006 wegen Verjährung nicht weiter verfolgen. Das entschied die rechtsprechende Kammer der unabhängigen Ethikkommission, wie die FIFA am Donnerstag mitteilte.

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Die Untersuchungskammer der FIFA-Ethikkommission hatte am 22. März 2016 ein Verfahren eingeleitet. Sie war zu dem Schluss gekommen, dass Beckenbauer, Zwanziger und Schmidt im Zusammenhang mit einer Zahlung von 10 Millionen Schweizer Franken an den damaligen FIFA-Vize Mohamed bin Hammam im Jahr 2002 gegen Art. 27 (Bestechung und Korruption) verstoßen haben. Die deutschen WM-Macher hatten immer behauptet, dass diese Summe dazu diente, um damit einen Organisationszuschuss vom Weltverband FIFA in Höhe von 250 Millionen Schweizer Franken abzusichern.

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Nach dem Ende des Sommermärchen-Prozesses in der Schweiz ohne Urteil hatte die FIFA weitere Untersuchungen der ominösen Zahlungen rund um die Fußball-WM 2006 angekündigt. "Selbstverständlich werden wir dem weiter nachgehen. Wir haben unsere Ethikgremien, die sich das anschauen. Sie haben alle auf den Ausgang des Schweizer Strafprozesses gewartet. Aber die Geschichte ist natürlich nicht zu Ende", hatte FIFA-Präsident Gianni Infantino im Juni 2020 gesagt. Das Gerichtsverfahren war Ende April ebenfalls wegen Eintritts der Verjährung eingestellt worden. Das Verfahren war wegen der Corona-Krise seit März ausgesetzt gewesen und nicht weiter fortgeführt worden. Infantino bezeichnete dies als "trauriges Ende": "Wir sind da überhaupt nicht glücklich drüber."

In dem Verfahren ging es um weiterhin nicht geklärte Zahlungen von umgerechnet 6,7 Millionen Euro aus den Jahren 2002 und 2005. Der frühere WM-Organisationschef Beckenbauer hatte vom Unternehmer Robert Louis-Dreyfus einen Kredit in dieser Höhe erhalten. Das Geld floss auf Konten des damaligen FIFA-Funktionärs Bin Hammam. Die Rückzahlung drei Jahre später wurde von einem DFB-Konto über die FIFA abgewickelt.