27. Juni 2017 / 17:26 Uhr

FIFA knickt ein! Garcia-Report zu WM-Vergaben 2018 und 2022 veröffentlicht

FIFA knickt ein! Garcia-Report zu WM-Vergaben 2018 und 2022 veröffentlicht

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der damalige FIFA-Chefermittler Michael Garcia hatte einen Bericht zur WM-Vergabe verfasst.
Der damalige FIFA-Chefermittler Michael Garcia hatte einen Bericht zur WM-Vergabe verfasst. © imago/dpa/Montage
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Rund zweieinhalb Jahre nach dem Rücktritt von FIFA-Chefermittler Michael Garcia geraten die kommenden WM-Gastgeber Russland und Katar unter Druck. Der Weltverband hat den Report in voller Länge veröffentlicht.

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Die FIFA knickt ein!

Der Fußball-Weltverband hat nach mehr als zweieinhalb Jahren den vollständigen Untersuchungsbericht zu der skandalumwitterten Doppelvergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 veröffentlicht. "Im Sinne der Transparenz begrüßt die FIFA die Nachricht, dass der Report jetzt endlich veröffentlicht wurde", erklärte der Verband in einer Mitteilung auf fifa.com.

Hier geht's zum Download des Garcia-Reports

Angeblich sei ohnehin geplant gewesen, die Veröffentlichung des Reports beim ersten Treffen des neu zusammengestellten Ethikkommitees zu diskutieren, das nun von Maria Claudia Rojas und Vassilios Skouris geleitet wird. "Allerdings haben die neuen Präsidenten die sofortige Veröffentlichung angeordnet, nachdem das Dokument illegalerweise an eine deutsche Zeitung geleaked wurde", hieß es in dem Statement weiter.

Gianni Infantino ist der Präsident der FIFA.
Gianni Infantino ist der Präsident der FIFA. © Esteban Felix
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Was steht im Garcia-Report?

Die Bild hatte in Auszügen aus dem bis dahin nicht veröffentlichten und ihr vorliegenden Papier über Verfehlungen von Wahlmännern des Weltverbands rund um die skandalumwitterte WM-Doppelvergabe im Dezember 2010 berichtet. Demnach soll in dem 430-Seiten-Dokument von Garcia unter anderem festgehalten sein, dass drei stimmberechtigte FIFA-Exekutivmitglieder vor der Abstimmung auf Kosten des katarischen Fußballverbandes in einem Privatflieger nach Rio de Janeiro flogen.

Zudem sei von einer Zahlung von zwei Millionen Dollar auf das Konto einer damals 10-jährigen Tochter eines FIFA-Funktionärs die Rede, was in dem Bericht ebenfalls dokumentiert sein soll. Darüber hinaus soll ein ehemaliges Exekutivmitglied Katar-Funktionären unmittelbar nach der Wahl zur WM gratuliert und sich per Mail für die Überweisung von mehreren Hunderttausend Euro bedankt haben. Zweck und Verwendung der Überweisung seien ungeklärt.

WM 2022 Katar - Das wurde aus den FIFA-Offiziellen

<p><strong>GESPERRT</strong></p> <p>FIFA-Präsident Joseph S. Blatter. Die Ethikkommission des Weltverbandes zog den 79 Jahre alten Schweizer wegen einer Millionenzahlung an UEFA-Boss Michel Platini für zunächst 90 Tage aus dem Verkehr. Mittlerweile befasst sich bereits die rechtsprechende Kammer mit seinem Fall, im für ihn schlimmsten Fall droht Blatter ein lebenslanger Ausschluss aus dem Fußball. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt zudem gegen Blatter wegen des Verkaufs von TV-Rechten zu Dumping-Preisen.</p> Zur Galerie

GESPERRT

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter. Die Ethikkommission des Weltverbandes zog den 79 Jahre alten Schweizer wegen einer Millionenzahlung an UEFA-Boss Michel Platini für zunächst 90 Tage aus dem Verkehr. Mittlerweile befasst sich bereits die rechtsprechende Kammer mit seinem Fall, im für ihn schlimmsten Fall droht Blatter ein lebenslanger Ausschluss aus dem Fußball. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt zudem gegen Blatter wegen des Verkaufs von TV-Rechten zu Dumping-Preisen.

© dpa

Garcia trat im November 2014 zurück

Garcia war im November 2014 als Vorsitzender der ermittelnden Kammer der FIFA-Ethikkommission zurückgetreten, nachdem die damalige FIFA-Spitze um Präsident Joseph Blatter entschieden hatte, den Bericht nicht zu veröffentlichen. Die Untersuchungen blieben bislang für die WM-Gastgeber Russland und Katar ohne Konsequenzen. Beide Ausrichter haben Verfehlungen stets bestritten. Garcia hatte alle WM-Bewerber untersucht und alle Wahlmänner, darunter das damalige deutsche Exko-Mitglied Franz Beckenbauer, zu den Vorgängen befragt. Eine Reaktion der FIFA auf die Veröffentlichung war am Montagabend angefragt.

Wie die Bild berichtet, führten die 430 Seiten zu zahlreichen Sperren von Spitzenvertretern des Fußballweltverbandes. Der Bericht sei Grundlage für internationale Haftbefehle und spektakuläre Festnahmen von sechs FIFA-Funktionären im Mai 2015. Vor zwei Wochen kam es zur Festnahme des Ex-Präsidenten des FC Barcelona, Sandro Rosell. Er soll im Garcia-Report eine bedeutende Rolle spielen.

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