05. Juni 2019 / 18:50 Uhr

Final-8-Turnier in Hannover: Das wäre das beste Wasserball-Team der Welt

Final-8-Turnier in Hannover: Das wäre das beste Wasserball-Team der Welt

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Andro Buslje (links) und Filip Filipovic gehören zu den besten Wasserballern der Welt.
Andro Buslje (links) und Filip Filipovic gehören zu den besten Wasserballern der Welt. © Florian Petrow / imago images/Garcia/Urukalovic
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Am Donnerstag startet das Final-8-Turnier im Stadionbad in Hannover. Dort werden die Besten der Besten der Wasserballwelt um den Titel der Champions League spielen. Hier eine Weltauswahl der besten Spieler.

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Das Final-8-Tunier der Champions League ist wie eine Weltmeisterschaft, die besten Spieler sind fast ausnahmslos dabei. Im Stadionbad messen sich von Donnerstag bis Sonnabend die erfolgreichsten Klubs. Wir haben uns an einer Weltauswahl versucht und die Spieler von Ausrichter Waspo 98 um Kommentare zu ihren namhaften Gegnern gebeten. Diese sieben Spieler würden aktuell das vielleicht perfekte Team bilden.

Marko Bijac

Marko Bijac, Nationaltorhüter Kroatiens, wird den Wasserball noch über Jahre prägen. Da gibt es für Waspos Bundesliga-Torschützenkönig Aleksandar Radovic keinen Zweifel. „Er ist nicht nur ein exzellenter Keeper, sondern auch ein Anführer seines Teams.“ Mit Weltmeister Bijac im Tor spielt der italienische Champion Pro Recco eine bisher makellose Saison. Mit 28 Jahren ist der 2,02 Meter große Schlussmann im besten Alter. „Es war die richtige Entscheidung von Pro Recco, ihn zu verpflichten. Marko bildet die Basis des Erfolgs“, lobt Radovic. Der Montenegriner hatte schon öfters das zweifelhafte Vergnügen, auf Bijac zu treffen. „Er ist Teil eines wunderbaren Teams, das nur großartige Spieler hat“, unterstreicht Radovic.

Bilder vom Wasserball-Spiel der Champions League zwischen Waspo 98 Hannover HAVK Mladost Zagreb

Teambesprechung bei Waspo. Zur Galerie
Teambesprechung bei Waspo. ©

Andro Buslje

Im Wasser ist er einer der größten Brocken, auf die ein Angreifer treffen kann: Andro Buslje von Champions-League-Titelverteidiger Olympiakos Piräus. Wer den 33-jährigen kroatischen Olympiasieger (2012) und Weltmeister am Beckenrand sieht, ist erstaunt, wie beweglich er im Wasser ist. „Schon als er noch jung war, haben alle über ihn gesprochen und ihm eine große Zukunft prophezeit“, erzählt Waspo-Center Ante Corusic. Sein Landsmann Buslje war entscheidend daran, dass Olympiakos in der vergangenen Saison siegreich war. „Er ist der perfekte Verteidiger auf dieser Position: stark, schnell, spielintelligent“, lobt Corusic. „Er kann alles und ist auch im Angriff sehr gefährlich.“ Wenn Buslje das Wasser verlässt, ist er ein bescheidener Mensch. „Sehr angenehm, still und überaus höflich“, attestiert Corusic.

Filip Filipovic

Auf die Frage nach dem besten Spieler der Welt nennen die meisten Experten sofort seinen Namen: Filip Filipovic. Der serbische Olympiasieger wurde zudem zweimal Welt- und fünfmal Europameister. „Das sagt alles über ihn aus. Filip ist einer der besten Spieler der letzten zehn Jahre“, stellt Waspos Darko Brguljan fest, der selbst das Prädikat Weltklasse verdient und 2016 ins olympische All-Star-Team gewählt wurde – Filipovic jedoch sogar zum wertvollsten Spieler. Der 33-jährige Linkshänder schnürt ebenfalls für den in dieser Saison ungeschlagenen italienischen Meister Pro Recco die Kappe. Filipovic ist 1,96 Meter groß und wiegt 100 Kilo, er bewegt sich sehr elegant und hat eine glänzende Technik. „Der Mann ist ein Ereignis“, sagt Waspo-Vorsitzender Bernd Seidensticker.

Bilder vom Spiel der Wasserball-Champions League zwischen Waspo 98 Hannover und Olympiakos Piräus

Bilder Waspo Hannover - Olympiakos Piräus. Zur Galerie
Bilder Waspo Hannover - Olympiakos Piräus. ©
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Dénes Varga

„Er hat das vielleicht beste Händchen der Welt, ist im Dribbling bärenstark.“ Dieses hohe Lob für den Kapitän des ungarischen Nationalteams, Dénes Varga, kommt vom deutschen Spielführer Julian Real. Waspos Abwehrchef hat es schon oft mit dem Olympiasieger (2008) und Weltmeister von 2013 zu tun gehabt. Der 32-jährige Varga half Ferencvaros Budapest mit seinen Treffern und seiner Routine entscheidend auf dem Weg ins Final-8-Turnier nach Hannover. „Dumi“, wie er kurz gerufen wird, gilt als unberechenbar. „Du weißt einfach nie, wann er schießt“, so Real. Zuletzt verstellten Varga und die starken Ungarn der deutschen Auswahl in der Weltliga auf dem Weg zur Europa-Finalrunde den Weg.

Javier García

Javier García von Jug Dubrovnik hat einen „unendlich hohen Wasserball-IQ“. So formuliert es Waspos schnellster Mann, Auswahlspieler Tobias Preuß, und fügt hinzu: „Er spielt den tödlichen Pass, den andere gar nicht erst versuchen würden. Er ist absolute Weltklasse, ein großartiger Spieler.“ Der Spanier wechselte 2010 in die kroatische Liga, drei Jahre später wurde er aus dem spanischen Nationalkader gestrichen. Das gefiel dem wurfgewaltigen Linkshänder nicht, er nahm die kroatische Staatsbürgerschaft an und holte 2016 prompt Olympiasilber. Inzwischen ist García 35 Jahre alt. „Aber er ist nach wie vor ein kompletter Athlet, er hat nicht nachgelassen“, bescheinigt Preuß. „Seine Tore sind meistens wunderschön.“

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Felipe Perrone

Felipe Perrone von CNA Barceloneta ist ein Mann, der schwer in den Griff zu bekommen ist. „Er hat eine unfassbar gute Übersicht, ist ein Spielmacher, der den Unterschied macht“, bescheinigt Waspos-Auswahltorhüter Moritz Schenkel dem WM-Zweiten von 2009 mit Spanien. Später wechselte der in Rio de Janeiro geborene Linkshänder in die Auswahl Brasiliens. Zwar ist der feine Techniker Perrone inzwischen auch schon 32 Jahre alt. „Aber er ist vielleicht sogar in seinem besten Alter, ein überragender Mann mit sehr gutem Schuss“, unterstreicht Schenkel. „Wo Perrone ist, da brennt es.“

Bilder vom Spiel der Wasserball-Champions League zwischen Waspo 98 Hannover und Szolnoki Dozsa

Die Bilder zur Champions-League-Begegnung zwischen Waspo 98 Hannover und Szolnoki Dozsa. Zur Galerie
Die Bilder zur Champions-League-Begegnung zwischen Waspo 98 Hannover und Szolnoki Dozsa. ©

* Slobodan Nikic*

Die Partien im Stadionbad sollen seine letzten sein, Center Slobodan Nikic will seine außerordentliche Laufbahn nach dem Final-8-Turnier beenden. Der 36-Jährige tritt für Ferencvaros Budapest an. Der Serbe ist dreifacher Welt- und fünffacher Europameister. Neunmal setzte er sich in der Weltliga durch. „Er hat mit Serbien alles gewonnen, ein großartiger Mann, ein absolutes Naturtalent“, sagt Waspo-Kapitän Predrag Jokic. Der Montenegriner wurde 2005 mit Nikic in der gemischten Auswahl mit Serbien Weltmeister. „Er hat ein unglaubliches Gefühl für die Offensive“, lobt Jokic, der es später häufig mit Nikic im direkten Zweikampf zu tun bekam. „Slobodan ist der erfolgreichste Spieler der Gegenwart“, sagt Waspo-Coach Karsten Seehafer. „Wenn der Begriff Legende auf einen passt, dann ganz sicher auf Slobodan Nikic.“