15. Juni 2021 / 13:44 Uhr

Meisterliches in Vinnhorst: Dieses Final Four hat in mehrerlei Hinsicht Maßstäbe gesetzt

Meisterliches in Vinnhorst: Dieses Final Four hat in mehrerlei Hinsicht Maßstäbe gesetzt

Simon Lange und Uwe Serreck 
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Toller Rahmen, der richtige Sieger - beim Final Four in Vinnhorst ist aus Hannover-Sicht kaum ein Wunsch offen geblieben.
Toller Rahmen, der richtige Sieger - beim Final Four in Vinnhorst ist aus Hannover-Sicht kaum ein Wunsch offen geblieben. © Debbie Jayne Kinsey
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"Die Stimmung war wirklich begeisternd", fand auch Benjamin Chatton, der als Präsident des Stadtsportbundes beim Final Four in Vinnhorst dabei war. Die Organisatoren setzten Maßstäbe, die B-Juniorinnen des TV Hannover-Badenstedt standen ihnen auf dem Parkett in nichts nach.

Das Final Four um die deutsche Meisterschaft der weiblichen ­B-Ju­gend ließ die Herzen vieler Handballfans höher schlagen. Das neue Sportzentrum des TuS Vinnhorst war am Samstag und Sonntag der perfekte Austragungsort – und das erste Mal seit der Eröffnung im November Schauplatz einer solch großen Veranstaltung.

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Das Turnier hinterließ Eindruck bei Mannschaften und Fans. Unter den Zuschauern war auch Benjamin Chatton. Der Ex-Geschäftsführer der Bundesliga-Recken und aktuelle DHB-Vorstand war in seiner ehrenamtlichen Funktion als Präsident des Stadtsportbundes dabei. „Ich war das erste Mal da. Die Stimmung war wirklich begeisternd. Die Leute hatten Spaß, und man hat auch den Mädels auf dem Platz angesehen, dass sie Spaß hatten.“

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Dank einer unkomplizierten Unterstützung durch die Behörden waren statt der geplanten 250 sogar 320 Fans zugelassen. Die sitzen in Vinnhorst wie in den Bundesliga-Hallen auf beiden Seiten des Spielfeldes, was für eine besondere Atmosphäre sorgt. Auch die Badenstedter Helfer legten sich ins Zeug.

Tolle Rahmenbedingungen als Ansporn

„Mit Vinnhorst gab es eine tolle Zusammenarbeit. Es hat alles geklappt – ob Hygienekonzept, der kommentierte Livestream oder der Online-Ticketshop“, freute sich Spartenleiter Bernd Schröder. Beim „Drumherum“ hätte man mehr machen können, davon nahm man in Corona-Zeiten aber bewusst Abstand.

Trotzdem gab es Lob vom DHB und die lockere Anfrage, ein Jugendländerspiel auszurichten. Auch dafür wäre die Halle perfekt. „Wir haben uns mit Vinnhorst abgestimmt und können uns vorstellen, gemeinsam eine Bewerbung vorzunehmen“, sagte Schröder. Die Rahmenbedingungen waren für die TVB-Mädchen ein Ansporn. „Vinnhorst hat uns nach dem Halbfinale ein Eisbad in die Kabine gestellt“, schwärmte Trainerin Nadine Große.

Auch sportlich setzte das Turnier Maßstäbe, wie Jugendbundestrainer Gino Smits bei der Siegerehrung feststellte. Chatton war von den Leistungen sehr angetan. Er gab zu: „Ich war sehr überrascht, dass – wie so oft im Jugendbereich – nicht nur jeweils ein oder zwei dominante Spielerinnen dabei waren.“


Bilder vom Finale um die deutsche Handball-Meisterschaft der B-Juniorinnen zwischen dem TV Hannover-Badenstedt und HSG Blomberg-Lippe

Bilder vom Finale um die deutsche Handball-Meisterschaft der B-Juniorinnen zwischen dem TV Hannover-Badenstedt und HSG Blomberg-Lippe. Zur Galerie
Bilder vom Finale um die deutsche Handball-Meisterschaft der B-Juniorinnen zwischen dem TV Hannover-Badenstedt und HSG Blomberg-Lippe. ©

Die Ausgeglichenheit war ein weiterer Schlüssel des Badenstedter Erfolgs. Drei Spielerinnen stachen heraus. Nieke Kühne warf Tore, dirigierte und wurde verdient zur besten Spielerin des Turniers gewählt. Qualitäten, die sie künftig in Blomberg einbringt. Dort möchte sie den Sprung in die 1. Liga schaffen. „Superschade, aber so ist der Sport“, sagte Große.

Stark spielte auch Lara Prill, die ihr Tor buchstäblich vernagelte und als beste Torhüterin gewählt wurde. Merja Wohlfeils Leistung war weniger an Zahlen abzulesen. Die Jugendnationalspielerin holte vorne viele Abpraller und machte einen super Job in der Abwehr. Beide bleiben dem Verein wie alle anderen Spielerinnen erhalten und versprechen dem Baden­stedter Handball eine glänzende Zukunft.