21. Mai 2022 / 22:49 Uhr

Final-Krimi gegen Freiburg: RB Leipzig trotzt Unterzahl und gewinnt DFB-Pokal nach Elfmeterschießen

Final-Krimi gegen Freiburg: RB Leipzig trotzt Unterzahl und gewinnt DFB-Pokal nach Elfmeterschießen

Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
RB Leipzig um Christopher Nkunku ist DFB-Pokalsieger.
RB Leipzig um Christopher Nkunku ist DFB-Pokalsieger. © IMAGO/Revierfoto
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RB Leipzig ist erstmals DFB-Pokalsieger. Trotz Unterzahl und frühen Rückstands kämpften sich die Sachsen im Finale gegen den SC Freiburg zurück und behielten im Elfmeterschießen die Nerven - im Gegensatz zu zwei Freiburgern ...

RB Leipzig ist DFB-Pokalsieger. In einem packenden Finale hat sich das Team von Trainer Domenico Tedesco gegen den SC Freiburg mit 5:3 (0:1; 1:1) nach Elfmeterschießen durchgesetzt. Zuvor hatte Maximilian Eggestein die Breisgauer in Führung gebracht (19.), Christopher Nkunku für den Ausgleich gesorgt (76.). Im Elfmeterschießen versagten auf Freiburger Seite Kapitän Christian Günter und Ermedin Demirovic die Nerven, während alle Leipziger Schützen trafen.

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Für RB ist es der größte Erfolg der Vereinsgeschichte – der eine lange Partynacht zur Folge haben dürfte. Doch lange sah es nicht so aus, als ob der Favorit auf wirklich als Sieger vom Platz gehen würde. Leipzig startete zwar gut und zeigte sich in der Spielanlage etwas geschickter. Und hatte durch Emil Forsberg, der den Vorzug vor Dani Olmo erhilt die erste Chance, scheiterte aber aus spitzem Winkel aber an Freiburg-Keeper Mark Flekken, den Abpraller konnte Christopher Nkunku nicht verwerten (14.). Wenig später schlugen dann die Freiburger zu – aber diskussionswürdig. Was war passiert? Nach einer Hereingabe von Kapitän Christian Günter legte Roland Sallai auf Maximilian Eggestein ab und dieser traf platziert zur Freiburger Führung. Allerdings war Sallai der Ball bei der Weiterverarbeitung an die Hand gesprungen. Schiedsrichter Sascha Stegemann entschied unter Rücksprache mit dem VAR dennoch auf Tor (21.).

RB war sichtlich geschockt und brauchte ein paar Minuten, um sich von dem Rückstand zu erholen. Das Team von Trainer Domenico Tedesco übernahm dann aber vermehrt die Kontrolle über das Spiel, ohne jedoch zwingend zu sein. Ausnahme: Eine Riesenchance von Nkunku. Die Freiburger bekamen vor dem Tor den Ball nicht entscheidend geklärt, der Leipzig-Star bugsierte die Kugel an Flekken vorbei, aber Nationalspieler Nico Schlotterbeck kratzte den Ball von der Linie und bekam dafür anschließend Sprechchöre von den Rängen. Leipzig bestimmte fortan weiter das Spiel – es ging aber mit der Freiburger Führung in die Kabinen.

Aus denen RB deutlich besser herauskam. Die Leipziger wussten von Beginn an der zweiten Hälfte mit Powerfußball zu überzeugen. Wieder hatte Nkunku die Chance zum Ausgleich, doch Flekken war zur Stelle (50.). Dann wurde es hektisch: Nach einem Zweikampf im Strafraum mit Schlotterbeck kam Mohamed Simakan zu Fall, wollte einen Strafstoß, Stegemann pfiff jedoch nicht. Freiburg konterte direkt. Lucas Höler wurde auf die Reise geschickt, Nationalspieler Marcel Halstenberg konnte kurz vor dem RB-Tor nur zu einer Notbremse greifen und bekam völlig zurecht die Rote Karte. Anschließend wurden die Fans aus dem Breisgau noch stimmgewaltiger, das „Nur der SCF“ dürfte am rund neun Kilometer entfernten Brandenburger Tor noch zu hören gewesen sein – verstummte dann aber plötzlich.

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Leipzig trotz Unterzahl mit Oberwasser, der SC verwaltete die Führung nur noch und wurde durch Nkunku bestraft. Einen Freistoß verlängerte Willi Orban stark per Kopf an den zweiten Pfosten, wo der RB-Star den Ball über die Linie drückte (76.). Wie ein HB-Männchen rannte Tedesco mit dem Rest der Mannschaft zum Feiern in die Kurve. Der eingewechselte Olmo hatte sogar noch die Chance auf den Siegtreffer, schoss aber knapp am Tor vorbei (85.).

Verlängerung. Beide Trainer versuchten noch mal, akribisch auf ihre Profis einzuwirken. Das Knistern war deutlich zu spüren auf dem Rasen. Die dickste Chance in der ersten Hälfte der Nachspielzeit hatten die Freiburger: Den Schuss des eingewechselten Jannik Haberer lenkte Peter Gulacsi stark an den Pfosten (104.), den Abpraller setzte Ermedin Demirovic über den Kasten (104.). Vor dem zweiten Abschnitt der Verlängerung machte jetzt sogar Streich die Freiburger Kurve heiß – das Echo kam sofort von den Rängen. Haberer donnerte den Ball per Fernschuss an die Latte (115.). Kurz vor Schluss dann wieder Hektik: Höfler foult vermeintlich Olmo im Strafraum. Stegemann schaut sich die Szene am Bildschirm an und entschied, dass es kein Foul war. Danach ging es ins Elfmeterschießen, in dem Freiburg-Kapitän Christian Günter und Ermedin Demirovic die Nerven versagten und die Leipziger Partynacht in Gang brachten.

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