14. Mai 2021 / 10:30 Uhr

Finaltag ohne Thüringen, ZFC Meuselwitz stinksauer: „Gelinde gesagt beschämend“

Finaltag ohne Thüringen, ZFC Meuselwitz stinksauer: „Gelinde gesagt beschämend“

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Holm Pinder ZFC
Hätte gerne mit seinem ZFC Meuselwitz im Thüringer Pokalfinale gespielt: Trainer Holm Pinder. © Mario Jahn
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Der Finaltag der Amateure: Immer wieder ein Spektakel, bei der die ARD die Pokalfinals aller Landesverbände zeigt. Für die teilnehmenden Vereine ist das nicht nur die Chance für die DFB-Pokal-Quali - Es winken auch Fernsehgelder und Aufmerksamkeit. Dieses Jahr wird von Thüringen aber nichts zu sehen sein. Den Meuselwitzer Trainer Holm Pinder bringt das auf die Palme.

Meuselwitz. Die Pressemitteilung kam gewohnt staubtrocken daher, ihr Inhalt war dabei umso brisanter. „Der Thüringer Fußball-Verband (TFV) wird sich nach den Worten von Bertram Schreiber, Vizepräsident Spielbetrieb und Recht, nicht am Finaltag der Amateure beteiligen.“ Das ist also das Resultat des von Rot-Weiß Erfurt und dem FC An der Fahner Höhe vor dem Sportgericht verhinderten Endspiels zwischen dem ZFC Meuselwitz und Carl Zeiss Jena. Bedeutet auch: Keine Live-Übertragung in der ARD, keine damit verbundenen Fernsehgelder für Verband und Vereine, kein öffentlichkeitswirksamer Auftritt. „Es ist gelinde gesagt traurig und beschämend, für so einen wichtigen Termin keine Lösung zu finden“, sagt ZFC-Trainer Holm Pinder.

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„Es reicht langsam“

Wie es nun weitergeht, ob vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt ein Pokalsieger gekrönt wird, darüber könnte der Freitag Aufschluss geben. Ab 18 Uhr tagt der Spielausschuss per Videokonferenz und wird Varianten für den Thüringenpokal vorstellen. „Die Vereine werden Gelegenheit bekommen, darüber nachzudenken und sich zu entscheiden“, so Bertram Schreiber.

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Für Meuselwitz heißt das zudem, dass die Vorbereitung völlig umsonst war. Mehr noch: Da im Raum steht, den Pokal nun ab Juni komplett auszutragen, will der ZFC die komplette Mannschaft womöglich ab nächster Woche in den Urlaub schicken. „Das ist natürlich eine mittlere Katastrophe, weil unsere Spieler nichts planen können. Aber es ist dann die einzige Möglichkeit, ihnen ein Pause zu geben. Unsere Vorbereitungsschiene wird unter diesen Umständen sehr schwierig“, erläutert Pinder. Am 24. Juli soll die Regionalliga-Saison starten, käme davor nun noch der Pokal, bliebe gar kein anderes Zeitfenster für den Urlaub.

Damit nicht genug, kurzfristig fiel auch das für Mittwoch geplante Testspiel gegen die SpVgg Bayreuth aus, weil die Franken nun unverhofft schon am Sonnabend in die Aufstiegsspiele zur 3. Liga starten müssen. „Auch wenn niemand etwas dafür kann, aber es reicht langsam“, entfährt es dem für gewöhnlich tiefenentspannten Pinder.

Ersatz bereits im Blick

Indes treiben die Zipsendorfer ihre Kaderplanung weiter voran. Mit René Weinert, Sebastian Albert und Fabian Stenzel haben drei weitere Routiniers ihre Verträge verlängert. Bereits zuvor war Laurens Zintsch ein weiteres Jahr gebunden und mit Niklas Jahn ein erster Neuzugang präsentiert worden. „Niklas hat in seiner Probewoche einen guten Eindruck hinterlassen, ist ein schneller Linksfuß mit Potenzial. Genau das, was wir gesucht haben“, erklärt Pinder.

Verkraften muss der Club dagegen die Abgänge von Henrik Ernst und Timo Mauer. Während bei Ersterem das Karriereende schon länger feststand, will Mauer sich gen 3. Liga verändern. „Natürlich verlieren wir mit Timo einen Spieler mit gewissen Vorzügen, aber wir wären betriebsblind, wenn wir nicht schon Ersatz im Blick hätten“, sagt Holm Pinder. Das Warten auf die nächsten Pressemitteilungen lohnt sich also.