20. November 2020 / 16:35 Uhr

Fine Raschke ausgebremst: Aber WM und Olympia bleiben greifbar

Fine Raschke ausgebremst: Aber WM und Olympia bleiben greifbar

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fine Raschke
Von Corona ausgebremst: Aber die WM und den Olympia-Traum verliert Wolfsburgs Fine Raschke (v.) nicht aus den Augen. © DEB
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Es ist ein wildes Jahr für Wolfsburgs beste Eishockeyspielerin. Und die Berg- und Talfahrt geht weiter für Fine Raschke. Corona sorgte für die Täler. Momentan ist die Nationalspielerin der Grizzlys Wolfsburg mal wieder auf Eis gelegt, dabei würde sie lieber drauf spielen.

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Die Wolfsburger Eishockeyspielerin Fine Raschke hatte gehofft, im Frauen-Nationalteam weiter Erfahrungen sammeln zu können - doch daraus wird nichts. Ihr Wolfsburger Liga-Team spielt nicht mehr. Die Nationalmannschafts-Maßnahmen schrumpften und schrumpfen. Allerdings trägt die Sportlerin, die in die 12. Klasse des Phönix-Gymnasiums in Vorsfelde geht, das mit Fassung. "Was bleibt mir übrig, ich muss mich eben wieder neben dem Eis fithalten."

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Was war das sportlich für ein Jahr für sie gewesen! Im Januar war sie mit der deutschen U18 B-Weltmeister geworden, der Aufstieg in die Eliteklasse war für diesen Altersklasse geschafft. Die Verteidigerin hatte die Mannschaft als Kapitänin geführt. Sie selbst wird mit der U18 nicht mehr in der A-Gruppe spielen. Sie ist dann zu alt. Doch das Bonbon folgte bald darauf.

Raschke wurde von Trainer Christian Künast, früher DEL-Torwart, ins Frauen-Nationalteam berufen, schlug sich bei den Tests prächtig. Im Juni gab es den nächsten Höhepunkt: Raschke wurde Mitglied im Team Peking. Nur mit Maßnahmen dafür ist es weitgehend Essig. Ein geplantes Turnier im November wurde abgesagt, ob es eines im Dezember geben kann, ist offen.

Die Wolfsburgerin feiert mit der deutschen U18 den Aufstieg

B-Weltmeisterin: Die Wolfsburgerin Fine Raschke feiert mit der deutschen U18 den Aufstieg. Zur Galerie
B-Weltmeisterin: Die Wolfsburgerin Fine Raschke feiert mit der deutschen U18 den Aufstieg. © privat

Die schon einmal verlegte Olympia-Qualifikation für Peking 2022 wurde von Juni auf den November 2021 verschoben. "Das ist schon alles ärgerlich", sagt die Sportlerin und meint damit auch die Saison der DNL, wo sie in Division 1 mit der U17 der Young Grizzlys Wolfsburg oder mit der U20 jetzt im Einsatz wäre. Darauf hatte sie sich mächtig gefreut, denn wegen Wadenbeschwerden hatte sie nach der geschafften DNL-Quali mit der U17 und einem anschließenden Nationalmannschaftslehrgang kürzertreten müssen. Dann war sie wieder fit, konnte ein Spiel mit der U20 absolvieren, der Amateursport-Lockdown war da schon beschlossen. "Das tat natürlich weh", sagt die Schülerin. "Nur ein Spiel, dann wieder Schluss. Das war es dann schon wieder."

Theoretisch könnte sie auch für die Bundesliga-Frauen der Mannheim Maddogs mit einem Zweitspielrecht antreten. Doch das macht wegen der Corona-Pandemie für eine Hin- und Herreisende wenig Sinn. "Und", so erklärt die Nationalspielerin, "ich habe ja kein Eis-Training, und ohne Eistraining dann zu Punktspielen zu fahren, macht ebenfalls keinen Sinn."

Sie hofft, dass sie trotzdem fürs Team für die WM im April in Halifax/Kanada berufen wird. Und dass sie sich dafür noch empfehlen kann, auch wenn sie im Liga-Betrieb im Moment nichts machen kann. Ein bisschen Zeit bleibt. "Es wird noch Lehrgänge geben. Da will ich mich zeigen", sagt die Verteidigerin und fügt kämpferisch hinzu: "Und da werde ich mich zeigen." Um ihren Platz im Team Peking zu behaupten. Wenn 2021 nach dem wilden 2020 etwas ruhiger läuft, kann es klappen mit dem großen Vierfach-Ziel: Mit Deutschland erst zur WM, dann die Olympia-Quali zu schaffen, 2022 im Februar mit zu den Spielen nach Peking zu fahren und schließlich das Abi machen.