09. Februar 2020 / 12:49 Uhr

Fine Raschke: Großes Lob vom Bundestrainer für Wolfsburgs Eishockey-Ass

Fine Raschke: Großes Lob vom Bundestrainer für Wolfsburgs Eishockey-Ass

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fine Raschke
Gutes Debüt: Fine Raschke von den Grizzlys Wolfsburg spielte beim Turnier in Schweden erstmals für Deutschlands A-Nationalteam (hier gegen die Schweiz). © DEB
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Gerade 17 und dann schon das Debüt in der A-Nationalmannschaft. Fine Raschke von den Grizzlys Wolfsburg gab für Deutschlands Eishockey-Frauen ein prima Debüt beim Turnier in Schweden. Großes Lob gab es von Bundestrainer und Ex-Profi Christian Künast.

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Kapitänin der deutschen U16, Kapitänin der U18, mit diesem Team den Aufstieg in die Eliteklasse der Welt geschafft, jeweils Leistungsträgerin, wenige Wochen nach der Goldmedaille bei der B-WM die Berufung in die Frauen-Nationalmannschaft. Mit 17 - Die waschechte Wolfsburgerin Fine Raschke ist ein Eishockey-Phänomen. Vergangene Woche hat sie ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft gegeben und überzeugte auch dort. Auch, wenn es für den Weltranglisten-Neunten gegen Topteam Finnland ein 1:3 und gegen die Schweiz ein unglückliches 1:2 gab, ehe es am Samstag ein weiteres unglückliches 1:2 gegen den Weltranglisten-Achten Tschechien gab.

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Debüt im Kreise Deutschlands Bester: Wolfsburgs Eishockey-Ass Fine Raschke. © DEB
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Raschke ist erst 17, ein ganz normales, freundliches, sympathisches, fast zurückhaltendes Mädchen, dem man im privaten Leben nicht ansieht, dass sie einen kraftraubenden, intensiven Sport betreibt. Sie ist bescheiden, eine, die ihren Erfolg überhaupt nicht selbstverständlich nimmt. Allerdings arbeitet sie hart für diesen Erfolg, fast täglich trainiert sie und spielt für die Grizzlys Wolfsburg bei den U20-Jungen, auch mal bei den U17-Jungen (als Mädchen darf sie in dieser Klasse Ü17 sein) und bei den Frauen der Maddogs Mannheim. Dass sie schon so schnell die Berufung zu den DEB-Frauen bekam, könnte mit all diesen Faktoren zusammenhängen.

Sie spielte im DEB-Team mal als linke, mal als rechte Verteidigerin, bekam Eiszeit in allen Situationen. Fine Raschke - wenn sie die 60 mal 30 Meter große Eisfläche betritt, dann ist sie in einer anderen Welt, dann ist sie total auf ihren Sport, ihre Aufgabe fokussiert, wie das Interview mit dem Sportbuzzer aufzeigt.

Wie war die Aufnahme, im Team für Sie als Nesthäkchen unter vielen schon gestandenen Nationalspielerinnen?

Super herzlich, alle haben sich um mich gekümmert. Das war richtig gut. Ich fühle mich sehr, sehr wohl. Auch wenn ich die Spielerinnen vorher größtenteils gar nicht kannte, höchstens manche flüchtig.

Wie groß war die Nervosität nach dem Blitz-Aufstieg zu den A-Frauen? Eigentlich gehen junge Spielerinnen ja über das Frauen-Perspektiv-Team, wie das ja auch für Sie geplant war.

Ich war sehr nervös vor dem Turnier, gerade weil ich ja kaum jemanden kannte. Die Aufregung ist halt damit verflogen, dass die Mannschaft mich so super aufgenommen hatte. Und sobald ich das Eis betreten habe, war ich ja sozusagen im gewohnten Umfeld, da weiß ich ja, was ich tun soll, da war die Aufregung dann weg, na ja, so gut wie weg. Ein bisschen Aufregung ist immer dabei und das ist ja auch gut so.

Die Wolfsburgerin feiert mit der deutschen U18 den Aufstieg

B-Weltmeisterin: Die Wolfsburgerin Fine Raschke feiert mit der deutschen U18 den Aufstieg. Zur Galerie
B-Weltmeisterin: Die Wolfsburgerin Fine Raschke feiert mit der deutschen U18 den Aufstieg. © privat

Wie empfanden Sie den Unterschied in Training und Spiel von U18 zu Frauen?

Ich habe gleich im ersten Training gemerkt, dass ich da eigentlich gut mithalten kann. Natürlich ist das alles ein bisschen schneller als bei der U18, auch die Spiele. Aber ich bin super reingekommen, es lief gut. Anna-Maria Fiegert, meine Verteidigungspartnerin, ist ja schon erfahren, sozusagen meine Mentorin, sie hat ein Auge auf mich, das gibt mir sehr viel Sicherheit im Spiel. Aber wie gesagt, auf dem Eis weiß ich ja, was ich zu tun habe und da spielt es auch keine Rolle, in welchem Team ich gerade bin.

Mit welchen Vorgaben hat Sie Bundestrainer Christian Künast in die Partien geschickt?

Christian Künast hat mir vor dem ersten Spiel gesagt, dass ich mit Selbstvertrauen spielen soll und auch muss, mich nicht verstecken soll. Ich denke, das habe ich ganz gut gemacht, bin mit meinen Auftritten zufrieden, ich habe mich nicht versteckt. In ersten kurzen Gesprächen war das Feedback sehr positiv.

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Letzteres formulierte Künast, der frühere Torwart (unter anderem für die Hamburg Freezers und die Hannover Scorpions) so: "Fine hat bei ihrem ersten Einsatz für die A-Frauen eine solide Leistung gezeigt, für eine junge Spielerin war das ein sehr guter Einstand. Mit ihr haben wir eine Spielerin mit Perspektive für die Zukunft.“