12. Mai 2019 / 22:46 Uhr

Fischer: „Ich wünsche dem VfL Wolfsburg, dass er einer der besten Klubs der Welt bleibt"

Fischer: „Ich wünsche dem VfL Wolfsburg, dass er einer der besten Klubs der Welt bleibt"

Andreas Pahlmann und Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg feiern den Meistertitel
Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg feiern den Meistertitel © Boris Baschin
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Die Saison ist vorbei, die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg sind zum dritten Mal in Folge und zum fünften Mal insgesamt Meister. Nach dem 2:0 gegen Potsdam gab es die Schale, viel Jubel - und viel Bier.

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Nein, das gab Nilla Fischer nach dem Abpfiff zu, im Spiel selbst sei die Konzentration diesmal „nicht hunderprozentig“ da gewesen. Ihr Abschied aus Wolfsburg, der Abschied weiterer Spielerinnen vom VfL, die Übergabe der Schale, die Party mit den Fans vor dem AOK-Stadion – all das war wichtiger und bewegender als der Ende souveräne 2:0-(0:0)-Sieg gegen Turbine Potsdam, mit dem der VfL Wolfsburg die Saison vor 3500 Zuschauern beendete. Meister waren die Wolfsburgerinnen vorher schon, der Sieg sorgt für einen Punkterekord – 59 Zähler hatte der VfL noch nie.

Es war ein emotionaler Nachmittag im AOK-Stadion, für Nilla Fischer fing er schon vorm Anpfiff im Kabinengang an – als sie dort die verletzte Torfrau Almuth Schult traf, bei der sie zuletzt auch gewohnt hat. „Wir waren sechs Jahre Zimmerpartnerinnen, sind Freudinnen geworden. Das war sehr emotional, ich musste mich anschließend zusammenreißen.“

Die VfL-Fußballerinnen feiern die Schale - Die besten Bilder

Abschied vom VfL: Nilla Fischer mit Sohn vor dem Spiel Zur Galerie
Abschied vom VfL: Nilla Fischer mit Sohn vor dem Spiel ©
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Die ersten Tränen flossen, als es vor dem Anpfiff die Blumen zum Abschied gab. Für Fischer, die nach Schweden zurück geht und dann wieder für Linköping spielt, für Torfrau Mary Earps (voraussichtlich zurück nach England), für Caroline Hansen (vor Wechsel zum FC Barcelona), für Ella Masar (beendet ihre aktive Karriere) und für Katharina Baunach (Ziel unbekannt).

Auswechslung Caroline Hansen

Die letzten Minuten von Caroline Hansen im grün-weißen Trikot. Danke für alles, liebe Caro! 💚

Gepostet von VfL Wolfsburg Frauenfußball am Montag, 13. Mai 2019

Sechs Neue hat der VfL schon geholt, es ist kein riesiger Umbruch, aber ein Einschnitt – weil unter den Abgägen mit Fischer (seit 2013 beim VfL) und der Norwegerin Hansen (seit 2014 beim VfL) zwei Spielerinnen dabei sind, die Wolfsburgs Frauenteam und den Verein geprägt haben. Fischer als Abwehrchefin, Kapitän und Gallionsfigur für das VfL-Engagement in Sachen Vielfalt und Toleranz; Hansen als überragende Technikerin und Tor-Vorbereiterin, die vor allem im Zusammenspiel mit Pernille Harder Offensiv-Maßstäbe im deutschen Frauenfußball gesetzt hat. Beim ersten Tor gegen Potsdam gab es diese Qualität noch einmal zu bestaunen: Vorlage Hansen (ihr 28. Assist in dieser Saison!), Tor Harder – und anschließend sank Hansen vor Freude auf die Knie. „Pernille und ich sind sehr gute Freundinnen“, so die Norwegerin nach dem Spiel, „und wir haben immer ein sehr gutes Zusammenspiel gehabt, es war total schön, noch einmal dieses Tor für sie vorbereiten zu können.“ Der Abschied sei traurig, aber „es ist Zeit für etwas Neues für mich.“

Mohrs und Schumacher auf der Bühne

Als DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg die Schale zum letzten Mal an Nilla Fischer übergeben hatte und die Ehrenrunden gedreht waren, war es Zeit für den Blick nach vorn. Für Fischer und Hansen ist wie für viele andere VfLerinnen die WM das nächste Ziel. „Eine Woche Feiern und Ruhe, das ist nicht viel Zeit, ehe es weiter geht“, so Hansen. Für Fischer geht es Montagabend nach Schweden zurück, nächste Woche startet auch für sie die WM-Vorbereitung. Ihr Wunsch zum Abschied für den VfL? „Ich wünsche dem VfL, dass er einer der besten Klubs der Welt bleibt. Er hat die Voraussetzungen dafür.“

Ein Ständchen für Nilla Fischer

Nach dem Saisonfinale ging es diesmal nicht wie üblich ins Wolfsburger Rathaus. Die große Partybühne wurde direkt vor dem AOK-Stadion aufgebaut. Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs und VfL-Geschäftsführer Dr. Tim Schumacher betraten als Erste die Bühne, und erklärten die Entscheidung wie folgt: „Wir waren jetzt schon öfter am Rathaus. Aber hier, das ist die Heimstätte. Das ist das beste Frauenfußball-Stadion in der ganzen Bundesliga. Und die Fans sind hier, da wollten wir alles bei uns machen.“ Der OB schwärmte: „Von Anfang an hat mich Frauenfußball begeistert, weil die Frauen mit einer unglaublichen Motivation spielen. Es macht unheimlich viel Spaß ihnen zuzuschauen.“ Sie „kämpfen bis zur 85. oder 90. Minute immer noch, selbst wenn sie 4:0 führen. Und sowas hat man bei den Männern in der Form nie!“ Schumacher ergänzte: „Es ist absolut sensationell, was diese Saison wieder passiert ist.“ Das Trainerteam rund um Stephan Lerch „macht das absolut hervorragend. Und bei den Spielerinnen – da ist Leidenschaft und Motivation, sie geben alles. Wir haben dazu ein tolles Stadion und die besten Fans! Gemeinsam haben wir es geschafft, wieder zwei Titel zu holen!“ Dann war es endlich soweit, die Spielerinnen samt Trainerteam kamen auf die Bühne und trugen sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Kapitänin Nilla Fischer bekam von den Fans mit „Nilla Fischer ist unser Kapitän, unser Kapitän“ direkt ein Ständchen gesungen. „Für mich sind die Fans und der Verein einfach Liebe“, so Fischer auf die Frage, was ihr am meisten im Herzen bleiben werde. Für ein kleines Highlight sorgte anschließend „Voice-of-Germany“-Teilnehmer Fabian Riaz, der die Vereinshymne „Immer nur Du“ live auf der Bühne spielte ehe man sich mit Party-Hits wie „Beate, die Harte“ ordentlich feiern ließ und von den Fans verabschiedete.

Party mit den Fans nach dem Spiel - Die besten Bilder

Die VfL-Frauen feiern das Double mit den Fans vor dem AOK-Stadion Zur Galerie
Die VfL-Frauen feiern das Double mit den Fans vor dem AOK-Stadion ©
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