13. August 2020 / 09:38 Uhr

Fitnessguru der leisen Sorte: So tickt Doberschützer Neu-Trainer Dirk Geißler

Fitnessguru der leisen Sorte: So tickt Doberschützer Neu-Trainer Dirk Geißler

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
dirkgeißler
Ruhige Ansprache: Dirk Geißler gibt seiner neuen Mannschaft nette Worte mit auf den Weg. © Thomas Jentzsch
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Bei Frisch-Auf Doberschütz-Mockrehna ist mit Thomas Patommel eine Ära zu Ende gegangen. Nun übernimmt Dirk Geißler die Leitung, der aus einer starken Defensive heraus nach vorne spielen möchte.

Doberschütz/Mockrehna. Nach sieben Jahren Thomas Patommel betreut in dieser Saison erstmals ein neuer Übungsleiter Fußball-Nordsachsenligist Frisch-Auf Doberschütz-Mockrehna. Der Nachfolger des Langzeittrainers heißt Dirk Geißler – und der ist alles andere als unbekannt in der Region.

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Der 50-Jährige lernte des Fußballspielen bei Chemie Eilenburg, kickte nach dessen Umbenennung in Grün-Weiß in der Muldestadt weiter, bevor es ihn nach Mockrehna zog. Dort übernahm er unter anderem eine Stelle als Trainer der zweiten Mannschaft, legte im Anschluss jedoch vorerst eine Pause abseits des grünen Rasens ein.

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Seine letzte Trainerstation liegt nun einige Monde zurück. In der Saison 2015/16 führte der Doberschützer den SV Strelln/Schöna als Meister von der 1. Kreisliga in die Nordsachsenliga. „In den letzten Jahren bekam ich immer wieder Anfragen bezüglich eines neuen Trainerjobs, allerdings waren viele der Angebote einfach zu zeitaufwendig“, sagt Geißler. „Beim SV hat es allerdings gepasst, ich habe Lust, mein Wissen weiterzugeben.“ Die Anfrage von Frisch-Auf kam für Geißler nicht unerwartet: „Man kennt sich halt im Dorf.“

Klares Ziel Klassenerhalt

Bei seiner Spielphilosophie hält es der Mitarbeiter einer Kleintierpraxis in Eilenburg ganz italienisch: „Wichtig für mich ist in erster Linie, dass hinten die Null steht. Aus einer starken Defensive heraus möchte ich mit meiner Mannschaft nach vorn spielen.“ Damit nicht nur Meisterschaften, sondern auch Spiele gewonnen werden können, konnte Geißler vor einer Weile auch schon seinen ersten Neuzugang für die Offensive im Team begrüßen. Rocky Wedehase ist vom SV Süptitz zurückgekehrt. Der 31-Jährige erzielte in der letzten Saison in zehn Einsätzen acht Tore.

„Klares Ziel für nächste Saison ist der Klassenerhalt“, bekräftigt Geißler, der als Zuschauer einiges an Verbesserungspotenzial bei seinem neuen Team erkennen konnte. „Wir müssen jetzt daran arbeiten, uns als Team zu festigen. Insgesamt sind wir eine gute Truppe, wichtig ist, einen guten Rhythmus rein zu bekommen.“ Seit Anfang August steht Geißler deswegen mit seinen Jungs auf dem Trainingsplatz.

Kein leichtes Erbe

„Er wird der Mannschaft gut tun, ist ein echter Fitnessguru und gleichzeitig sehr ruhig in seiner Ansprache“, sagt Michael Nölle, Fußball-Abteilungsleiter von Frisch-Auf, über den neuen Mann an der Seitenlinie, der schon als Spieler im Waldsportpark tiefe Spuren hinterlassen hat. Nun schlägt der Verein mit ihm das nächste Kapitel auf.


Gleichwohl tritt Geißler kein leichtes Erbe an. Sein Vorgänger prägte den Verein sieben Jahre lang, holte in dieser Zeit seit Gründung des Nordsächsischen Fußballverbandes unerreichte vier Pokalsiege. Die Abschied von Patommel „fiel sehr schwer. Thomas war immer im Team anerkannt, ist einer mit dem man Pferde stehlen kann“, erzählt Nölle. „Aber in den sieben Jahren ist viel passiert. Irgendwann musst du eben frischen Wind reinlassen.

Wir werden uns in der neuen Saison auf jeden Fall ordentlich begrüßen und danach ein Bier zusammen trinken.“ Seit ein paar Wochen trainiert Patommel bekanntlich Liga-Kontrahent Wacker Dahlen. Doch zwischen Begrüßung und dem Bier danach darf Neu-Trainer Dirk Geißler keine Schonfrist erwarten.

Mit Leon Heyde