15. September 2020 / 19:41 Uhr

Abschied steht fest: Sebastian Andersson wechselt von Union Berlin zum 1. FC Köln

Abschied steht fest: Sebastian Andersson wechselt von Union Berlin zum 1. FC Köln

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Mit zwölf Treffern in 33 Bundesliga-Spielen der erfolgreichste Union-Torschütze der vergangenen Saison: Sebastian Andersson.
Mit zwölf Treffern in 33 Bundesliga-Spielen der erfolgreichste Union-Torschütze der vergangenen Saison: Sebastian Andersson. © Andreas Gora
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Sebastian Andersson wechselt innerhalb der Liga. Union Berlin verliert seinen besten Stürmer an Ligakonkurrent 1. FC Köln. Dort soll er die Lücke schließen, die der Neu-Herthaner Jhon Córdoba hinterlässt.

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Wenn der beste Stürmer wechselwillig ist, hat ein Fußball-Klub eigentlich nur zwei Optionen: Entweder verschönert er den Gehaltszettel seines Lieblings - oder er lässt ihn eben ziehen. Beim Bundesligisten 1. FC Union Berlin hat sich Manager Oliver Ruhnert für die zweite Möglichkeit entschieden. Sebastian Andersson (29) wird den Verein trotz laufendes Vertrags verlassen. Als Nachfolger von Jhon Córdoba, der zu Hertha BSC wechselt, will der schwedische Nationalspieler künftig für den 1. FC Köln Tore erzielen. Andersson unterschreibt laut Kölner Vereinsmitteilung bis 2023. Für Union springen kolportierte sechs Millionen Euro Ablöse bei dem Deal heraus.

"Für mich sind neue Herausforderungen wichtig. In Berlin habe ich mich in den letzten beiden Jahren sportlich und vor allem persönlich weiterentwickelt", wird Andersson in einer Pressemitteilung zitiert. "Der Wechsel nach Köln ist jetzt der nächste Schritt: Ich freue mich auf das Abenteuer bei diesem besonderen Klub."

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Wirtschaftlich lohnt sich das Geschäft also, immerhin wechselte Andersson 2018 ablösefrei vom 1. FC Kaiserslautern nach Berlin. Dort soll er einen - für damalige Zweitligaverhältnisse - sehr gut dotierten Vertrag erhalten haben, lieferte aber auch zuverlässig ab. Zwölf Tore gelangen ihm in der Aufstiegssaison, teaminterner Bestwert. Dazu gab er sechs Vorlagen und stand in allen 34 Saisonspielen auf dem Feld. In jenen zwei Relegationsduellen gegen den VfB Stuttgart, die den Berlinern den Aufstieg bescherten, kam er ebenfalls zum Einsatz.

Und auch eine Etage höher blieb Andersson bester Berliner Torjäger. In 33 Spielen gelangen ihm erneut zwölf Tore (drei Vorlagen). Sein Trainer Urs Fischer dürfte ihn bald schmerzlich vermissen. Mit seiner Robustheit und Körpergröße von 1,90 Meter verschaffte Andersson seinen Mitspielern den nötigen Raum in der Offensive. Er hielt die Bälle und war gerade in der Luft ein zuverlässiger Zielspieler.

Andersson wird bei Union Berlin schmerzlich vermisst werden. Dass Union diese möglichst zeitnah schließen möchte, steht aber auch fest. Neuzugang Cedric Teuchert überzeugte auch beim offensiv insgesamt enttäuschenden 1:0-Sieg nach Verlängerung in Karlsruhe nicht. Max Kruse, der ohnehin ein anderer Spielertyp ist als Andersson, hat nach seiner Sprunggelenksverletzung noch Trainingsrückstand, Anthony Ujah kämpft noch mit Knieproblemen.