08. April 2021 / 09:10 Uhr

Flaute im Angriff: Dynamo Dresdens Offensive seit 258 Minuten torlos

Flaute im Angriff: Dynamo Dresdens Offensive seit 258 Minuten torlos

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Hosiner
Sieht einfach aus, klappt aber nicht mit einem Treffer: Dynamos Torjäger Philipp Hosiner (r.) bringt den einen Tick zu langen Ball aus spitzem Winkel per Kopf nicht im Gehäuse von Hansa-Torwart Markus Kolke unter. Auch Damian Roßbach (l.) wäre zu spät gewesen. © Steffen Manig
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Zuletzt lief es für die Angreifer von Dynamo Dresden nicht so gut. Die Tore blieben aus. Dennoch bleibt Trainer Markus Kauczinski optimistisch und auch Yannick Stark machte seinen Vorderleuten neuen Mut.

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Dresden. „Die haben uns gut unter Druck gesetzt, das waren eklige Duelle“, sagte Dynamo Dresdens Innenverteidiger Kevin Ehlers nach dem 0:0 im Ostduell über Hansa Rostocks Stürmer. Das Abwehrtalent der Schwarz-Gelben war froh darüber, dass die eigene Defensive auch gegen ein Spitzenteam bestehen konnte und im 30. Saisonspiel bereits zum 13. Mal ohne Gegentor blieb. Nur 24-mal musste Torwart Kevin Broll bislang hinter sich greifen – weiterhin Bestwert in der 3. Liga.

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Auf seine eingespielte Dreierkette mit Ehlers, Kapitän Sebastian Mai und Tim Knipping kann sich Cheftrainer Markus Kauczinski absolut verlassen. Ein paar Sorgenfalten auf seiner Stirn hinterlässt in letzter Zeit dagegen die Offensivabteilung. Noch vor einem Monat hatte sie sich mit zwei 4:0-Siegen in Folge gegen Ingolstadt und beim SV Meppen in Galaform präsentiert. In den jüngsten vier Partien gelangen jedoch nur noch zwei Treffer jeweils durch Pascal Sohm, die zunächst immerhin noch zu insgesamt vier Punkten gegen Saarbrücken (1:1) und Wiesbaden (1:0) genügten. Gegen Hansa und zuvor bei der 0:1-Niederlage gegen 1860 München waren die Dresdner Stürmer dann allerdings gar nicht mehr erfolgreich. Aktuell ist der Tabellenführer seit 258 Spielminuten torlos!

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Cheftrainer Markus Kauczinski weiß, dass die vergangenen vier Gegner zu den stärksten der Liga gehören, weshalb man sich manchmal gegenseitig neutralisiert habe. „Rostock hat die Räume eng gemacht. Das müssen wir besser machen. In diesen Situationen, wo man Tempo machen kann, haben wir es manchmal verschleppt und das Spiel langsam gemacht. Umgekehrt ist das genauso. Wir haben auch nicht viel Raum gelassen“, benannte der 51-Jährige einen der Gründe, warum vorn zuletzt nicht so viel ging. Aktuell mangelt es an Spielwitz, aber mitunter auch an Anspielstationen, weil die Gegner sich auf Dynamo einstellen und entscheidende Leute permanent decken.

Sonntag gegen Tabellenschlusslicht

Seine Mannschaft habe zudem viele unsaubere, nicht klar ausgespielte Aktionen gehabt, zudem habe mitunter der Mut gefehlt. Die Ursachen will und muss Markus Kauczinski mit seinem Trainerteam und der Mannschaft analysieren. „Das war auch gegen München schon so, dass wir im Spiel nach vorn nicht so die Tiefe finden, wie wir sie schon hatten. Ich bin mir aber sicher, dass wir wieder Wege finden werden, gefährlicher zu werden. Dann haben wir weiter die Pole Position“, bleibt der Chefcoach aber optimistisch.

Auch der erfahrene Yannick Stark – gegen Rostock erstmals nach seiner vor zwei Monaten zugezogenen Schulterverletzung wieder in der Startelf – macht seinen Vorderleuten um SGD-Topstürmer Christoph Daferner, der vor einem Monat in Meppen zum zehnten und bislang letzten Mal traf, neuen Mut: „Ich glaube nicht, dass es an der Entschlossenheit liegt. Die Jungs brennen alle, wollen Tore machen, arbeiten sehr viel. Mit etwas mehr Glück oder Tagesform rutschen die Dinger rein. Mir ist nicht angst und bange.“

Am Sonntag treffen die Schwarz-Gelben auswärts auf die SpVgg Unterhaching. Das Tabellenschlusslicht hat bereits 46 Gegentore kassiert – fast doppelt so viele wie die SGD, deren Stürmer dort vielleicht wieder etwas leichter zu Chancen kommen. Und wenn es auch weiterhin nicht mehr so recht mit dem Toreschießen klappen will, hat Markus Kauczinski immer noch die Option, auf Spieler aus der zweiten Reihe zurückzugreifen. Beim 5:0-Testspielsieg gegen Carl Zeiss Jena am 25. März hatte sich Agyemang Diawusie als Doppeltorschütze empfohlen, auch Marvin Stefaniak traf.