25. November 2021 / 14:49 Uhr

Flaute vorn: Kohfeldt sieht vorm Spiel gegen Dortmund ein Wolfsburger Transport-Problem

Flaute vorn: Kohfeldt sieht vorm Spiel gegen Dortmund ein Wolfsburger Transport-Problem

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kohfeldt wünscht sich mehr Tore: Wout Weghorst und Co. kamen beim VfL Wolfsburg zuletzt zu selten in gute Abschlusspositionen.
Kohfeldt wünscht sich mehr Tore: Wout Weghorst und Co. kamen beim VfL Wolfsburg zuletzt zu selten in gute Abschlusspositionen. © DPA
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Der VfL Wolfsburg hat am Samstag Borussia Dortmund zu Gast. Gegen den Bundesliga-Zweiten muss von den Niedersachsen offensiv wieder mehr kommen als zuletzt gegen Bielefeld und in Sevilla.

Der VfL Wolfsburg gegen Borussia Dortmund - das ist am Wochende das einzige Duell zweier Top-Sechs-Teams der Bundesliga und damit die Top-Partie des Spieltags. Und in dieses Spiel gehen sowohl der Sechste Wolfsburg wie auch der Zweite Dortmund mit Sorgen, beide müssen Frust-Erlebnisse in der Champions League verarbeiten. Doch während die Borussia durch das 1:3 am Mittwoch in Lissabon raus aus der Königsklasse ist, darf der VfL trotz des 0:2 in Sevilla weiter hoffen - wenn er an seinen Baustellen arbeitet. Die aktuell größte: Das Offensivspiel lahmt.

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Nur eine nennenswerte Torchance in Sevilla, fast keine Abschlüsse - und in der Liga kommen die Wolfsburg bisher gerade einmal auf 14 Treffer, kein Team unter den ersten zwölf Mannschaften traf seltener. Und jetzt kommt mit Dortmund auch noch der Gegner, gegen den der VfL in den vergangenen neun Liga-Duellen kein einziges Tor erzielt hat. Noch nie musste ein Bundesligist solange gegen eine andere Mannschaft auf einen Treffer warten.

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Flaute vorn - was tun? "Natürlich muss es unser Ziel sein, mehr Tore zu schießen", sagt VfL-Trainer Florian Kohfeldt, der aber zumindest mit der Ausbeute in seiner Amtszeit gar nicht so unzufrieden ist. Die Partie in Sevilla war in diesem Zeitraum das einzige Spiel ohne eigenen Treffer und darum "eher ein Ausreißer in die falsche Richtung". Und die Probleme im Offensivspiel seien nicht so sehr eine Frage der Sturmqualität, sondern in den schlechten Phasen - etwa vor der Pause in Bielefeld und über 90 Minuten in Sevilla - eher grundsätzlicher Natur. Kohfeldt: "Wir haben zu viele Bälle zwischen Abwehr und Sturm verloren, haben die Bälle nicht gut transportiert gekriegt, manchmal auch zu früh in die Tiefe gespielt und im Moment des Ballgewinns die Bälle zu früh wieder hergeschenkt."

Und so hing vor allem Wout Weghorst, der als Abschlussspieler auf Zulieferung angewiesen ist, zu oft in der Luft. An der Idee, hinter Weghorst mit zwei offensiven Spielern zu agieren, hält Kohfeldt fest - für eine dieser beiden Rollen ist Lukas Nmecha gesetzt, die zweite Position bekleidete in Sevilla Yannick Gerhardt. Alternativen sind der zuletzt als Joker durchaus ansprechende Dodi Lukebakio, aber auch Maximilian Philipp, Luca Waldschmidt und Renato Steffen, der nach seinen Wadenproblemen möglicherweise wieder einsatzfähig ist.

"Solange alle bereit sind, auch in die Arbeit gegen den Ball zu investieren, ist die Frage, wer auf dieser ,dritten Position' spielt, kein Problem", sagt Kohfeldt - und betont, dass bei aller Sorge um die Offensive die Balance weiter stimmen müsse. "Wir wollen Intensität und Stabilität gegen den Ball hinbekommen - und dann offensive Lösungen rinbringen."
Wer neben Weghorst und Nmecha die Lösung gegen Dortmund sein soll. ließ der Trainer offen, erklärte aber die Unterschied. "Lukas in eigentlich ein Zentrumsspieler, wir versuchen immer, wieder, Wout und und ihn in ihre Position zu bringen. Mit Dodi würde unser Spiel flügellastiger werden, Mili Philipp und Luca Waldschmidt spielen eher zentraler

Unterdessen hat der VfL die exakte Stadionkapazität für die Partie verkündet - nach den Beschränkungen durch die Landesverordnung dürfen 13.281 Fans Samstag dabei sein. In dieser Woche hatten die Wolfsburger darum den Vorverkauf neu starten müssen, bis Donnerstagmittag waren 10.000 Tickets verkauft. "Natürlich hätten wir uns sehr gefreut, wenn es eine tolle Stimmung in einem ausverkauften Haus gegeben hätte. Aber diese Frage stellt sich derzeit aufgrund der aktuellen Corona-Situation nicht", sagt VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer. Daher werde der Verein "die Verordnung des Landes in vollstem Maße umsetzen".


Der BVB leckt derweil nach der Pleite in Lissabon seine Wunden. "Das ist ein harter Rückschlag", sagte Sportdirektor Michael Zorc am Donnerstag vor dem Rückflug aus Portugal - und blickte gleich nach vorn: "Es stehen jetzt in Wolfsburg und Bayern die nächsten Aufgaben vor der Tür, die alles andere als einfach sind. Ich glaube, dass die Mannschaft da jetzt auch in der Pflicht ist." Die Personallage wollte Zorc als Argument nicht geltend machen - obwohl der BVB eine ganze Reihe von Problemen hat. Superstürmer Erling Haaland befindet sich nach Muskelverletzung noch in der Reha. Raphael Guerreiro musste mit muskuläre Problemen am Mittwoch kurzfristg passen, Thorgan Hazard ist nach Corona-Infektion in der Warteschleife, Jungstar Youssoufa Moukoko braucht nach Behandlung einer Augen-Infektion noch die Freigabe der Anti-Doping-Komission, US-Boy Giovanni Reyna, Marcel Schmelzer und Markus Wolf sind nicht fit. "Trotzdem ist da immer noch extrem viel Qualität in der Mannschaft", sagt Kohfeldt. "und ich glaube nicht, dass wir darauf bauen können, dass Dortmund in irgendeiner Form angeschlagen ist."