19. April 2021 / 19:51 Uhr

AOK-Landespokal Brandenburg: Entscheidung über finanzielle Entschädigung sorgt für Unmut

AOK-Landespokal Brandenburg: Entscheidung über finanzielle Entschädigung sorgt für Unmut

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
22.08.2020, Fußball,Landespokal, Pokalspiel, Finale,FSV Union Fuerstenwalde-SV Babelsberg 03, Werner-Seelenbinder-Stadion
im Bild: v.l. Robin Mueller (SV Babelsberg 03)
Robin Müller (l., hier im Zweikampf mit Kay Michel) und Babelsberg 03 kassierten im vergangenen Jahr im Finale des AOK-Landespokals eine 1:2-Niederlage gegen Union Fürstenwalde. © Julius Frick
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AOK-Landespokal: Der Fußball-Landesverband Brandenburg hat den weiteren Werdegang des Wettbewerbs beschlossen - die Auslosung der Halbfinalpartien erfolgt am Dienstag.

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Die Entscheidung ist gefallen, löst bei den betroffenen Mannschaften aber alles andere als Jubelstürme aus: Wie der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) am Montagmittag mitteilte, wird der AOK-Landespokal der Saison 2020/21 „mit den vier noch im Wettbewerb verbliebenen Regionalligisten fortgeführt“. Bereits am Dienstag werden demnach die beiden Halbfinals zwischen Titelverteidiger FSV Union Fürstenwalde und seinen Ligarivalen FSV 63 Luckenwalde, Energie Cottbus und SV Babelsberg 03 ausgelost. Ausgetragen werden sollen die beiden Partien am 8./9. Mai, ehe am 29. Mai im Rahmen des bundesweit organisierten und in der ARD übertragenen „Finaltag der Amateure“ der Pokalsieger und Brandenburger Vertreter im DFB-Pokal ermittelt wird.

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Für Ärger sorgt dabei nicht der Fakt, dass nur die vier Teams aus der vierten Liga noch im Titelrennen sind und die unterklassigen Mannschaften vom Ludwigsfelder FC (Oberliga Süd) sowie die drei Brandenburgligisten MSV Neuruppin, 1. FC Frankfurt und SV Frankonia Wernsdorf kampflos die Segel streichen müssen. Darüber habe es laut FLB im Rahmen einer stattgefundenen Videokonferenz und auch schriftlichen Erklärungen der Vereine den Konsens gegeben, „dass der Pokalsieger sportlich ermittelt werden soll und aufgrund der aktuellen Eindämmungsverordnung dies nur noch mit den Regionalligisten möglich ist“. Diese seien als „Berufssportler anerkannt“ und könnten somit anders als die vier Nicht-Regionalligisten seit mehreren Wochen am „Trainings- und Spielbetrieb unter strengen Hygieneauflagen“ teilnehmen.

In Bildern: Die Sieger des Brandenburger Landespokals seit 2003.

2003: Der damalige Verbandsligist Ludwigsfelder FC gewinnt am 4. Juni 2003 das Landespokalfinale mit 1:0 im heimischen Waldstadion gegen den Brandenburger SC Süd 05 (Oberliga). Siegtorschütze war vor 1100 Zuschauern Mike Jesse (28.). Als Landespokalsieger trifft der LFC in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals am 30. August 2003 auf den Bundesligisten Werder Bremen und verliert 1:9. Zur Galerie
2003: Der damalige Verbandsligist Ludwigsfelder FC gewinnt am 4. Juni 2003 das Landespokalfinale mit 1:0 im heimischen Waldstadion gegen den Brandenburger SC Süd 05 (Oberliga). Siegtorschütze war vor 1100 Zuschauern Mike Jesse (28.). Als Landespokalsieger trifft der LFC in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals am 30. August 2003 auf den Bundesligisten Werder Bremen und verliert 1:9. ©

Für Unmut sorgt vielmehr die Regelung der finanziellen Entschädigung der unverschuldet „ausgeschiedenen“ Vereine. Dazu schreibt der FLB in seinem Statement, dass diese eine „Ausgleichszahlung“ erhalten. Der Pokalsieger trete zusätzlich weitere zehn Prozent von der Geldleistung ab, „die er als Teilnehmer am DFB-Pokal der Herren in der Saison 2021/2022 erhält“. Diese weiteren zehn Prozent würden zu gleichen Teilen auf Ludwigsfelde, Neuruppin, den 1. FC Frankfurt und Wernsdorf aufgeteilt werden. „Sie erhalten somit insgesamt den dreifachen Betrag, der bei ordnungsgemäßer Durchführung ursprünglich für die ausscheidenden Viertelfinalisten vorgesehen war und der der Prämie für die ausscheidenden Halbfinalisten gleichgesetzt ist.“

Nach SPORTBUZZER-Informationen hat sich damit das Szenario durchgesetzt, das vor gut zwei Wochen auf der Videokonferenz vom FLB ins Spiel gebracht und nur von Energie Cottbus und dem FSV Luckenwalde befürwortet wurde. FSV-Vorstandsmitglied Thomas Mill sagt daher auch: „Wir gehen komplett mit der FLB-Entscheidung mit, tragen diese und sind froh, dass zumindest in Teilen eine sportliche Lösung gefunden wurde.“

Zwei, nach SPORTBUZZER von Union Fürstenwalde, Babelsberg 03, Ludwigsfelde, Neuruppin, Frankfurt und Wernsdorf unterstützte Alternativvorschläge fanden damit keine Berücksichtigung. Zum einen gab es die Idee, den Gewinn, der nach allen anfallenden Kosten durch die Erstrunden-Partie im DFB-Pokal beim Landespokalsieger bleiben würde, gleichmäßig unter allen acht Mannschaften aufzuteilen. "In dem Vorschlag blieb zunächst unberücksichtigt, dass sich bereits acht weitere Vereine eine Prämie für das Erreichen der Achtelfinal-Runde erspielt haben", sagte FLB-Geschäftsführerin Anne Engel auf SPORTBUZZER-Nachfrage.

Knackpunkt: Kosten für die Ausrichtung

Der Knackpunkt seien dabei die möglichen Kosten für die Ausrichtung des Pokals, da diese vor der Durchführung nicht klar seien. "Damit ist nicht auszuschließen, dass nach Abzug aller Aufwendungen der aufzuteilende Betrag eine geringere Prämie für die nun ausscheidenden Vereine zur Folge hätte oder die Aufwendungen gar die vom DFB ausgelobte Prämie übersteigt. Für diesen Fall mussten wir uns die Frage stellen, ob die solidarische Lösung dann vorsieht, dass alle Vereine auch zu gleichen Teilen den Mehraufwand tragen?", sagte Anne Engel

Eine weitere Alternative wäre gewesen, dem Pokalsieger und dem unterlegenen Finalisten zwar mehr vom Gewinn zuzuschreiben als den übrigen sechs Teams zu geben, die Unterschiede aber deutlich geringer zu halten. Bei dieser Variante wären auch noch die unterlegenen Achtelfinalisten berücksichtigt worden. Beide Varianten fanden jedoch beim FLB kein Gehör. Ein entsprechendes Schreiben der mit dieser Entscheidung unzufriedenen Vereine wurde am Montagnachmittag an Anne Engel verschickt.

Sie begründete die Entscheidung auf SPORTBUZZER-Nachfrage: „Unter Anbetracht des Für und Widers einer möglichen Anpassung der Prämienauszahlung haben wir uns für eine Aufteilung entschieden, die für alle Seiten nachvollziehbar und transparent ist und die zum einen dem Erstrunden-Teilnehmer am DFB-Pokal durch die erwartungsgemäß hohen Aufwendungen keinen wirtschaftlichen Schaden zufügt, aber auch allen weiteren Vereinen nach Festlegung der Prämie für den DFB-Pokal durch das DFB-Präsidium einen festen Betrag zuweist und dieser nicht von zahlreichen Unbekannten abhängig ist.“