23. September 2021 / 14:01 Uhr

Vom FLB-Sportgericht: Alt-Ruppin-Trainer Daniel Kraatz bis auf Weiteres gesperrt

Vom FLB-Sportgericht: Alt-Ruppin-Trainer Daniel Kraatz bis auf Weiteres gesperrt

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Daniel Kraatz (grüner Pullover) begleitete das Schiedsrichter-Trio nach der Partie Richtung Kabine.
Daniel Kraatz (grüner Pullover) begleitete das Schiedsrichter-Trio nach der Partie Richtung Kabine. © Marius Böttcher
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Landesliga Nord: Der Trainer des Fußball-Landesligisten Eintracht Alt Ruppin darf vor, während und nach dem Spiel keinen Kontakt zum Team haben.

Neuigkeiten aus dem Alt Ruppiner Waldstadion nach den Vorkommnissen im Landesliga-Derby zwischen dem Gastgeber und Hansa Wittstock (1:2): Wie die Eintracht auf MAZ-Nachfrage bestätigte, wird Daniel Kraatz seiner Mannschaft an den kommenden Spieltagen vorerst nicht zur Verfügung stehen. Von Olaf Luzi, dem Vorsitzenden des Sportgerichts des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB), wurde der 46-Jährige bis zur Sportgerichtsverhandlung für jegliche Ausübungen seiner Tätigkeit als Trainer gesperrt.

Kraatz darf sich demnach eine Stunde vor dem Spiel, in der Halbzeitpause und eine Stunde nach dem Spiel nicht in der Nähe der Mannschaft und den Umkleidekabinen aufhalten, geschweige denn den Innenraum betreten oder seinem Team von der Tribüne aus Anweisungen erteilen. Jene Sanktion gilt sowohl für sein Engagement beim SV Eintracht Alt Ruppin in der siebtklassigen Landesliga-Nordstaffel als auch für seinen zweiten Trainerjob – beim havelländischen Kreisligisten Spielgemeinschaft Schönwalde/Perwenitz/Paaren.

In Bildern: Hansa Wittstock feiert Derbysieg bei Eintracht Alt Ruppin.

Am 5. Spieltag der Landesliga Nord sichert sich der FK Hansa Wittstock (blaue Trikots) die ersten Punkte. Sergei Paschtschenko und Christopher Michaelis brachten die Gäste mit 2:0 in Front, der Anschluss durch Patrick Mann reichte für die Eintracht nicht mehr zum Punktgewinn. In der Nachspielzeit dezimierten sich die Hausherren sogar noch dreifach. Zur Galerie
Am 5. Spieltag der Landesliga Nord sichert sich der FK Hansa Wittstock (blaue Trikots) die ersten Punkte. Sergei Paschtschenko und Christopher Michaelis brachten die Gäste mit 2:0 in Front, der Anschluss durch Patrick Mann reichte für die Eintracht nicht mehr zum Punktgewinn. In der Nachspielzeit dezimierten sich die Hausherren sogar noch dreifach. © Marius Böttcher

Was war am vergangenen Wochenende passiert? Schon kurz nach dem Seitenwechsel wurde Kraatz von Schiedsrichter Stefan Fleschner (SV Altlüdersdorf) mit der Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen, nachdem er in der 32. Minute wegen Meckerns die erste Verwarnung erhalten hatte. In der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit eskalierte die Situation, als der Wittstocker Dirk Atlas das vermeintliche 1:3 aus Alt Ruppiner Sicht erzielte. Laut Fleschner kamen binnen weniger Sekunden drei Eintracht-Spieler auf ihn zu, griffen ihn an, packten ihn mit beiden Händen am Trikot und zogen an seinen Schultern.

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Die Folge: Dreifach-Rot für Dominik Dargelis, Jannis Neumann und Maurice Grube wegen Tätlichkeit – und zwar in einer Szene. Die Torerzielung galt nicht, weil Schiedsrichter-Assistent Robert Graeske ein Handspiel erkannte, die Platzverweise hatten jedoch Bestand. Auch nach dem Schlusspfiff soll es, so sagt es der Referee, auf dem Weg in die Kabinen zu Beleidigungen und einem Spucken einer unbekannten Person in seine Richtung gekommen sein. Stefan Fleschner hat bereits einen Sonderbericht angefertigt, der dem Staffelleiter und dem Sportgericht zuging. Die Alt Ruppiner Eintracht wird eine Gegendarstellung anfertigen – und Kraatz selbst legt Protest gegen seine Sperre ein.

Co-Trainer Axel Büchle kümmert sich um die Mannschaft

„Am kommenden Spieltag bei Stahl Brandenburg werde ich auf der Gegentribüne Platz nehmen, das ist nach meiner Gelb-Roten Karte absolut korrekt und die genannten Regeln halte ich auch ein. Aber warum ich bis zu einer Verhandlung, und das kann dauern, gesperrt bin, kann und will ich nicht nachvollziehen“, erklärt der Eintracht-Coach, der mit der Spielgemeinschaft Schönwalde/Perwenitz/Paaren als Kreisliga-A-Spitzenreiter am Sonntag in Nennhausen gefordert ist. „Da hat dann Björn Holz das Sagen“, klärt Kraatz auf.

Um seine Schützlinge im Alt Ruppiner Trikot kümmert sich am Samstag (14 Uhr) Co-Trainer Axel Büchle. Statt explosiv und wie ein zwölfter Feldspieler am Seitenrand – ähnlich wie Köln-Trainer Steffen Baumgart – muss sich Kraatz also zwangsläufig in Ruhe üben: „Ich lasse die Szenen vom Samstag immer wieder Revue passieren. Und mir geht es nicht gut dabei, wenn ich überlege, wie der Verein und vor allem meine Spieler gestraft werden. Es mag aussichtslos sein, sich zu wehren, weil meist dem Schiedsrichter geglaubt wird. Aber wenn wir nichts unternehmen, dann ergeben wir uns. Aber das will ich nicht, ich bin ein Gerechtigkeitsfanatiker.“


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Ohne die drei gesperrten Stammspieler Dargelis, Neumann und Grube rechnet sich Kraatz bei einem der Aufstiegsaspiranten nicht viel aus. Im altehrwürdigen Stadion am Quenz geht es für Alt Ruppin lediglich um Schadensbegrenzung: „Das sind alles defensive Leute, die nun erstmal nicht zur Verfügung stehen. Auch Justin Barkow fällt aus, Alex Wolff ist ebenfalls noch nicht einsatzbereit. Wir müssen versuchen, die Bälle aus dem Stadion zu schießen. Fangen die Jungs mit Schönspielerei, gibt es zehn, elf Dinger. Dann wird das ganz böse.“