11. Oktober 2021 / 18:18 Uhr

Nach Rassismus-Attacke: TuS Sachsenhausen wird zur Verantwortung gezogen

Nach Rassismus-Attacke: TuS Sachsenhausen wird zur Verantwortung gezogen

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
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Das Sportgericht des Fußball-Landesverbandes Brandenburg ahndete die Vorfälle aus zwei Partien in der Vorsaison. © dpa
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Das FLB-Sportgericht ahndet die Vorfälle beim Derby zwischen dem TuS Sachsenhausen und dem SV Altlüdersdorf aus dem Vorjahr. Ebenso gibt es ein Urteil zu den Vorkommnissen nach der Partie zwischen Einheit Grünow und Eintracht Bötzow.

Zwei Spiele mit Beteiligung von drei Fußball-Mannschaften aus Oberhavel aus der abgebrochenen Vorsaison wurden nun vom Sportgericht des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) verhandelt.

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Das Match aus der Saison 2020/21 in der Brandenburgliga zwischen dem gastgebenden SV Altlüdersdorf und TuS Sachsenhausen brachen die Gastgeber in den Schlussminuten beim Stand von 3:2 für Sachsenhausen durch Kapitän Sven Marten ab, nachdem Mitspieler Kuba-Siala Vulu aus dem Fanblock der Gäste beleidigt worden sein soll. „Das Sportgericht hat keine Zweifel daran, dass aus dem Fanlager des TuS 1896 Sachsenhausen diskriminierende Äußerungen gegenüber dem Sportkameraden Vulu gerufen wurden“, heißt es in dem nun veröffentlichen Urteil. „Diese rassistischen Anfeindungen äußerten sich in Rufen wie ,Geh doch in dein Land zurück, du hast hier nichts zu suchen, du Affe’ und Nachäffen von Affenlauten.“

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Dabei zweifelte des Sportgericht weder an der schriftlichen Aussage von Vulu noch an den Worten von Marten. „Es wäre völlig lebensfremd, wenn die Spieler der Heimmannschaft diese Vorfälle frei erfunden hätten, wie es die Aussagen einiger Zeugen suggerieren wollten“, schreibt der Verband in seiner Begründung weiter. Dabei wurden die Vorfälle von einer Zeugin bestätigt, wie aus dem Urteil 017-2020/21 hervorgeht. Die Folge: Der TuS wurde wegen diskriminierender Äußerungen seiner Anhänger zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt. Zudem erhält der Verein eine Geldstrafe in Höhe von 50 Euro wegen Verstoß gegen die Sicherheitsrichtlinien des FLB, nachdem ein Böller geworfen wurde. Der gastgebende SVA erhält wegen schuldhaft verursachten Spielabbruchs eine Geldstrafe in Höhe von 150 Euro. „Wir haben das Urteil angenommen. Wir konnten aber nicht feststellen, wer es gesagt hat“, sagt TuS-Vorsitzender Detlef Rosenberg. „Wir haben auf die Vorfälle reagiert. Wir versuchen, dagegen zu steuern, dass so etwas nicht wieder passiert und haben uns da professionelle Hilfe geholt.“

Sperre und Geldstrafe für Einheit Grünow

Im Urteil 16-2020/21 ging es um die Vorkommnisse aus der Landesklasse-Partie zwischen Einheit Grünow und Eintracht Bötzow. Dort wurde aufgrund des Verdachts auf Beleidigung/Bedrohung, diskriminierende Äußerungen und Tätlichkeiten gegenüber dem Schiedsrichterteam und Gästen, begangen durch Igor Meder vom FC Einheit Grünow und weiteren Heimfans, verhandelt. Mit dem Urteil wurde der Spieler Igor Meder bis zum 30. November 2021 gesperrt und der Verein erhält eine Geldstrafe von 300 Euro. Zudem erhalten die Grünower die Auflage, sicheren Zu- und Abgang aller Spieler zum und vom Spielfeld zu gewährleisten.

Beide Verfahren sollten aufgrund der Corona-Pandemie ursprünglich eingestellt werden, wogegen sich die Vereine aufgrund der Brisanz der Themen aber wehrten. Nun folgten doch noch die Urteile durch das Sportgericht.