17. Oktober 2020 / 22:53 Uhr

flippo Baskets BG 74 Göttingen drehen fast schon verlorenes Spiel

flippo Baskets BG 74 Göttingen drehen fast schon verlorenes Spiel

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Riley Lupfer (Mitte), hier im Test gegen Braunschweig, drückte der Pokalpartie ihren Stempel auf.
Riley Lupfer (Mitte), hier im Test gegen Braunschweig, drückte der Pokalpartie ihren Stempel auf. © Peter Heller
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Mit einer fantastischen Aufholjagd haben die Bundesligabasketballerinnen der flippo Baskets BG 74 Göttingen am Sonnabend in der zweiten Runde des DBBL-Pokals beim Herner TC ein nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg gelandet: Die BG gewann mit 86:85.

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Dramatischer Sieg für den Damenbasketball-Bundesligisten flippo Baskets BG 74 zum Pflichtspielauftakt: Das Team von Headcoach Goran Lojo gewann am Sonnabendabend in der zweiten Runde des DBBL-Pokals beim Ligakonkurrenten Herner TC mit 86:85 (48:50) – und lag dabei drei Minuten vor der Schlusssirene noch mit neun Punkten hinten.

Bilder vom Testspiel gegen Braunschweig:

Die flippo Baskets BG 74 Göttingen testeten gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig. Zur Galerie
Die flippo Baskets BG 74 Göttingen testeten gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig. © Peter Heller

„Es war mega-spannend am Ende“, sagte ein hörbar geschlauchter Baskets-Geschäftsführer Richard Crowder nach der spektakulären Schlussphase der Pokalpartie, die in Herne von rund 50 Zuschauern verfolgt wurde. „Ich saß allein auf der Tribüne und habe ein bisschen gefilmt. Die waren so enttäuscht, die hätten mich fast rausgeschmissen“, witzelte Crowder.

Aus dem Neun-Punkte-Rückstand drei Minuten vor Ende hatte die BG 74 bis 47 Sekunden vor Schluss einen Drei-Punkte-Rückstand gemacht. Es war alles offen, und zunächst traf Pointguard Jennifer Crowder, sodass Göttingen nur noch einen Zähler hinten lag. Dann ein Assist von Crowder, und Vicki Karambatsa versenkte zum Sieg.

Bei der Leistung ist noch Luft nach oben

„Jenny hatte nicht ihren besten Tag, hat das Spiel aber letztlich mit entschieden“, sagte Crowder über seine Tochter, der man die lange Verletzungspause anmerkte. „Am Ende war es natürlich ein gutes Spiel, weil wir gewonnen haben, aber es gab viele Turnover, und es ist definitiv noch Luft nach oben“, ergänzte der flippos-Geschäftsführer.

Auch wenn der Gegner physisch stark und aggressiv auftrat – 19 Turnover sind einfach zu viel. Demgegenüber stand jedoch eine gute Offensivleistung und eine überragende Riley Lupfer, die aus der Distanz fast alles traf. „Sie hatte eine unglaubliche Trefferquote“, berichtete Crowder. In Zahlen: Die US-Amerikanerin traf acht von zehn Dreiern und kam letztlich auf 28 Punkte. Ebenfalls zweistellig scorten Samantha Roscoe mit 26 Zählern und Ruzica Dzancic mit 13 Punkten.

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„In der Offensive waren wir wie in Heidelberg gut“, resümierte Crowder, „aber es hat längst nicht alles geklappt“. Das war nach Spielende jedoch vergessen – die Spielerinnen feierten ausgelassen einen nicht mehr für möglich gehaltenen Erfolg. „Das macht uns Mut für die kommenden Aufgaben und löst auch ein wenig Euphorie aus“, fasste Crowder den Pokalfight zusammen. „Ich bin sehr glücklich und zufrieden mit den Anstrengungen, die meine Spielerinnen heute an den Tag gelegt haben", sagte Headcoach Lojo.

Wann hat Crowder es für möglich gehalten, dass Göttingen ein fast schon verloren geglaubtes Spiel noch mal drehen kann? „Ich habe gar nicht mehr damit gerechnet, dass noch was geht“, sagte der flippos-Geschäftsführer – solche Siege sind in der Regel am schönsten. – Punkte BG 74: Lupfer (28), Roscoe (26), Dzancic (13), Karambatsa (9), Crowder (5), Bosilj (3), Blazevic (2).