17. Februar 2019 / 07:48 Uhr

Gladbach-Überflieger Florian Neuhaus: "Ich liebe es, Kroos zuzuschauen"

Gladbach-Überflieger Florian Neuhaus: "Ich liebe es, Kroos zuzuschauen"

Andreas Kötter
Florian Neuhaus schaffte in dieser Saison seinen Durchbruch bei Borussia Mönchengladbach. Sein großes Vorbild ist Weltmeister Toni Kroos.
Florian Neuhaus schaffte in dieser Saison seinen Durchbruch bei Borussia Mönchengladbach. Sein großes Vorbild ist Weltmeister Toni Kroos. © imago/Laci Perenyi/DeFodi
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Newcomer Florian Neuhaus von Borussia Mönchengladbach spricht im SPORTBUZZER über seine tolle Saison, sein großes Idol Toni Kroos und die Champions-League-Träume mit der Borussia.

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SPORTBUZZER: Herr Neuhaus, Sie zählten zu den großen Überraschungen der Bundesliga-Hinrunde und sind bei Borussia Mönchengladbach mittlerweile unumstrittener Stammspieler. Haben Sie damit gerechnet?

Florian Neuhaus (21): Ich bin sehr zufrieden. Nur die wenigsten haben uns wohl eine so gute Halbserie zugetraut. Wir haben dafür viel getan, und jedem war klar, dass wir in der Rückrunde mindestens ebenso viel investieren müssen, um diese Leistung zu bestätigen. Was mich persönlich betrifft: Ich hatte mir vor der Saison keine bestimmten Ziele gesetzt, sondern bin ganz offen an die Sache herangegangen. Dass es gut lief, steht außer Frage.

Mit acht Assists gehören Sie zu den Top-Vorbereitern der Liga.

Das ist wirklich alles wahnsinnig schnell gegangen. Aber ich mache mir deshalb keinen Stress, sondern genieße es einfach nur, bei Borussia Fußball spielen zu dürfen.

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Juan Arango, Marko Marin und Mo Idrissou - nur drei ehemalige Gladbach-Stars, die nicht nur "Fohlen"-Fans ein Begriff sind. Der SPORTBUZZER zeigt 50 Ex-Borussen und was aus ihnen wurde. ©
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Was sind Ihre Stärken, wo müssen Sie noch zulegen?

Meine Stärke liegt im Spiel nach vorne, darin, das Spiel immer wieder anzutreiben und gefährliche Situationen zu kreieren. Verbessern sollte ich mein Kopfballspiel, auch defensiv muss ich noch an mir arbeiten.

Wer hält Sie auf dem Boden?

Ich bin nicht gefährdet abzuheben. Mein Umfeld ist sehr gefestigt, und trotz der Entfernung habe ich eine sehr enge Bindung zu meiner Familie in München. Auch meine Freundin passt auf mich auf. Wobei das eigentlich gar nicht notwendig ist. Ich bin so erzogen worden, dass ich das, was gerade mit mir passiert, niemals als selbstverständlich betrachten würde. Im Übrigen sind es gerade mal 16 Bundesligaspiele, die ich vorzuweisen habe.

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Haben Sie ein Idol?

Ja, klar. Ich liebe es, Toni Kroos zuzuschauen. Mir imponiert ungemein, wie selbstsicher er auf dem Rasen agiert und wie nahezu perfekt seine Passquote ist. Man hat das Gefühl, dass Toni immer genau weiß, was gleich passieren wird, weil er im Kopf stets ein, zwei Spielzüge voraus ist.

"Meine Selbstsicherheit wundert mich selbst"

Auch Sie treten sehr abgeklärt auf. Woher nimmt ein 21-Jähriger diese Selbstsicherheit?

Wenn ich ehrlich bin, wundert mich das selbst ein wenig. Zumindest vor den ersten Spielen in der Bundesliga hätte ich ein wenig Nervosität oder Aufregung erwartet. Tatsächlich war da aber nur riesige Vorfreude, die mich in keiner Weise gestresst hat.


"Besser hätte es für mich nicht laufen können"

Als Gladbach Sie im Sommer 2017 verpflichtete, war klar, dass Sie zunächst an den damaligen Zweitligisten Fortuna Düsseldorf ausgeliehen werden. Haben Sie sich damals zweitklassig gefühlt?

Überhaupt nicht. Es stand von Anfang an fest, dass eine Entscheidung für Gladbach mit dieser Ausleihe verbunden sein würde. Ich habe dem immer ganz offen gegenübergestanden, denn man darf nicht vergessen, dass ich zuvor in meinem ersten Zweitligajahr, bei 1860 München, kein Stammspieler war. Zwar hätte ich mir auch zugetraut, direkt zur Borussia zu gehen. Für meine Entwicklung wäre das aber gewiss nicht so positiv gewesen, wie das Jahr bei Fortuna als Stammspieler, verbunden mit dem tollen Aufstiegs-Erlebnis. Besser hätte es für mich gar nicht laufen können.

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Trotz der Siege in München, Bremen und Leverkusen hat Borussia auswärts insgesamt deutlich mehr Probleme als zu Hause – warum?

Tatsächlich fehlt auswärts die Selbstverständlichkeit, mit der man zuhause auftritt. Im Borussia-Park treten wir sehr dominant auf, die Heimbilanz ist mit acht Siegen aus neun Spielen souverän. Diese Dominanz und Souveränität auch auswärts auf den Platz zu bekommen, ist nicht so einfach. Darauf aber wird der Fokus liegen.

Muss Borussia nicht endlich die Champions League als Ziel ausgeben?

Wir sind in der Vorrunde sehr gut damit gefahren, dass wir nichts Derartiges kommuniziert haben. Warum also sollten wir davon abweichen? Unser Ziel vor der Saison war es, besser und erfolgreicher zu spielen, als im Vorjahr. Da sind wir auf einem guten Weg. Niemand sollte aber vergessen, dass eine Bundesliga-Saison 34 Spieltage hat. Verinnerlichen wir das, dann haben wir sehr gute Chancen, in der kommenden Saison Champions League zu spielen.

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