28. März 2021 / 12:36 Uhr

Flutlicht-Bau beim SV Lichtenberg: Nicht nur Chemie Leipzig steht unter Druck

Flutlicht-Bau beim SV Lichtenberg: Nicht nur Chemie Leipzig steht unter Druck

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
Bisher strahlt die mobile Fluchtlichtanlage auf den Alfred-Kunze-Sportpark.
Bisher strahlte nur die mobile Flutlichtanlage auf den Alfred-Kunze-Sportpark. © Alexander Prautzsch
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Die BSG Chemie Leipzig und der SV Lichtenberg 47 müssen für die kommende Saison eine Flutlichtanlage vorweisen, um die Zulassung für die Regionalliga zu erhalten. Während man in Leutzsch optimistisch in die Zukunft blickt, schreiten auch in Berlin die Planungen voran. In der Hauptstadt liegt sogar ein Zeitplan zum Bau der Lichtanlage vor.

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Leipzig. Am vergangenen Freitag trafen sich Leipzigs Sportbürgermeister Heiko Rosenthal, Hermann Winkler (Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes) und Chemie Leipzigs Vereinsvorsitzender Frank Kühne zur Videokonferenz, um über die Zukunft eines Flutlichts im Leutzscher Alfred-Kunze-Sportpark zu sprechen. Laut Regularien müssen Regionalligisten nach zweijähriger Sondergenehmigung eben diese Lichtanlage vorweisen. Auf den Social-Media-Kanälen der BSG Chemie erklärte Kühne im Anschluss: "Es war ein gutes, konstruktives und nicht das letzte Gespräch zu diesem Thema." Er blickt optimistisch in die Zukunft, denn "alle sind an einer Lösung und an einem positiven Ausgang interessiert."

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Blick nach Berlin

Damit stehen die Leutzscher aber nicht alleine da. Auch der Regionalligist SV Lichtenberg 47 verfügt in der HOWOGE-Arena "Hans Zoschke" über kein Flutlicht. Lichtenberg stieg gemeinsam mit der BSG 2019 in die Regionalliga auf und erhielt somit auch eine Sondergenehmigung. Wie ist die aktuelle Situation in Berlin? Nachgefragt beim Geschäftsführer des Nordostdeutschen Fußballverbandes Holger Fuchs, wie es um die Situation mit dem SV Lichtenberg im Hinblick auf die fehlende Flutlichtanlage bestellt sei, gibt es die knappe Antwort: "Wir sind in Gesprächen. Bitte informieren Sie sich beim Verein."

Das Hans-Zoschke-Stadion, benannt nach dem 1944 ermordeten Antifaschisten Zoschke, befindet sich mitten in einem Wohngebiet und ist ein bezirkseigenes Stadion. 1952 in seiner heutigen Gestalt zum FDGB-Pokalfinale SG Volkspolizei Dresden gegen Einheit Pankow eingeweiht, liegt es im Schatten des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit an der Normannenstraße. Der große und heute mittlerweile völlig heruntergekommene Versorgungsbau der Stasi-Mitarbeiter befindet sich direkt hinter dem Gästeblock. Das Mielke-Ministerium strebte zu Beginn der 1970er Jahre den Stadionabriss an, um das eigene Betriebsgelände zu vergrößern. Daraus wurde nichts. Wer heute das Stadion besucht, kann sich im Heimeingangsbereich an einigen Tafeln zur Stadiongeschichte informieren.

Ende des Jahres Flutlichtanlage errichten

Seit 2009 wird der Stadionname um den Namen einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft zusätzlich geführt. Eine Flutlichtanlage ist seitdem geplant gewesen, wie auch die Überdachung der Sitzplatztribüne, Rasenheizung etc., um als Spielstätte bei der Frauen-Fußballweltmeisterschaft 2011 in Frage zu kommen. Dieser Umstand trat nicht ein und die Neuerungen demzufolge auch nicht. Vor dem Aufstieg in die Regionalliga gab es 2018 schon eine Planung zu einer Flutlichtanlage, die mit dem Denkmalschutz abgestimmt war. Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) kündigte Maßnahmen zur Erneuerung des Stadions für das Jahr 2020 an. Die AfD-Fraktion der Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung stellte Ende Januar 2020 den Antrag, dass sich das Bezirksamt für den Bau einer Flutlichtanlage einsetzt. Im Antrag sind die Kosten mit 66.000 bis 117.000 Euro benannt. Der Verein sollte bei der Finanzierung unterstützt werden.

Die Abteilung Schule, Sport, Öffentliche Ordnung, Umwelt und Verkehr im Bezirksamt Lichtenberg gab nun Auskunft über den aktuellen Zeitplan. "Aufgrund der fehlenden Zusage der Fördermittel konnte mit dem Bau der Flutlichtanlage noch nicht begonnen werden", so Peter Fabian gegenüber dem SPORTBUZZER. Allerdings gibt es einen aktuellen Zeitplan. Er sieht vor, dass bis April 2021 eine Fortschreibung der Planung samt Einreichung des Bauantrags erfolgt. Bis Ende Juni 2021 soll die Ausführungsplanung vorliegen und die Flutlichtanlage ausgeschrieben werden. Die Vergabe und Beauftragung ist für August vorgesehen, sodass von September bis Dezember die Flutlichtanlage errichtet werden kann.