25. Juni 2021 / 19:10 Uhr

Flutlicht oder keine Lizenz: BSG Chemie bekommt Gnadenfrist bis 20. Juli

Flutlicht oder keine Lizenz: BSG Chemie bekommt Gnadenfrist bis 20. Juli

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Der Alfred-Kunze-Sportpark hat nach wie vor kein Flutlicht.
Der Alfred-Kunze-Sportpark hat nach wie vor kein Flutlicht. © André Kempner
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Es wird eng mit der Regionalliga-Lizenz für die BSG Chemie Leipzig. Der Nordostdeutsche Fußball-Verband hat dem Club eine Gnadenfrist bis zum 20. Juli eingeräumt, um eine den Regularien entsprechende Spielstätte vorzuweisen. Knackpunkt ist das nach wie vor fehlende Flutlicht.

Berlin/Leipzig. Fünfeinhalb Stunden lang tagte am Freitag das Präsidium des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) – die meiste Zeit ging es um die BSG Chemie Leipzig und deren Zulassung für die am 23. Juli beginnende Regionalliga-Saison. Der NOFV-Spielausschuss hatte dem Präsidium vorgeschlagen, den Leutzschern die Zulassung zu verweigern, weil der Alfred-Kunze-Sportpark wegen fehlender Flutlichtanlage nicht als viertligatauglich gilt. Herausgekommen ist ein Kompromiss beziehungsweise eine Gnadenfrist. „Das Präsidium hat beschlossen, Chemie Leipzig die Zulassung zu erteilen. Allerdings unter der Auflage, dem NOFV bis 20. Juli ein regionalligataugliches Stadion zu benennen“, erklärte NOFV-Präsident Hermann Winkler dem SPORTBUZZER.

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Ausweichort Markranstädt?

Im Klartext bedeutet dies: Chemie kann in der neuen Viertligasaison nur teilnehmen, wenn der Verein bis zum 20. Juli eine mobile Flutlichtanlage im Alfred-Kunze-Sportpark installiert. Oder Variante B: Die Leutzscher müssten so lange in ein anderes Stadion umziehen, bis der AKS über eine feste Flutlichtanlage verfügt. Naheliegend wäre ein Umzug ins „Stadion am Bad“ in Markranstädt. Aber auch andere Ausweichspielstätten wie Eilenburg oder Meuselwitz wären denkbar.

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Das NOFV-Präsidium hatte zu seiner Tagung Chemie-Vorstand Frank Kühne eingeladen, der die Position seines Vereins eine Viertelstunde lang darlegen durfte. Darin unterstrich er noch einmal die schwierige Situation für Chemie, weil der Verein nicht Herr des Verfahrens sei. Eigentümer des AKS sei die Stadt, das Stadion liege zwischen einem Naturschutzgebiet und einem Wohngebiet. Der NOFV steht aber auf dem Standpunkt: Wer sich für die Zulassung zur Regionalliga bewirbt, müsse die Kriterien erfüllen. Und diese seien der BSG Chemie seit 2018 bekannt.

SV Lichtenberg zieht um

Vor allem die Berliner Vereine hätten wohl kein Verständnis für eine Leutzscher Ausnahmegenehmigung gezeigt. So ist der SV Lichtenberg für die neue Saison innerhalb von Berlin ins Poststadion umgezogen, um die Viertliga-Zulassung zu erhalten. Ähnlich ist die Situation bei Drittliga-Neuling Viktoria Berlin, der in den Jahn-Sportpark umzieht.

Bei Chemie herrschte in den vergangenen Tagen „Katastrophenalarm“. Ein Schreiben des NOFV war am Montag in der Geschäftsstelle der Leutzscher eingegangen. Darin teilte der Spielausschussvorsitzende Uwe Dietrich mit, dass das Gremium mehrheitlich beschlossen habe, dem Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung für das Flutlicht nicht zu entsprechen und der BSG Chemie keine Zulassung zum Spielbetrieb zu erteilen.

Chemie hatte bis Freitag alles versucht. Der Vorstandsvorsitzende Frank Kühne kam eigens aus dem Urlaub nach Berlin zum NOFV-Präsidium. Sportbürgermeister Heiko Rosenthal und Bundestagsabgeordneter Jens Lehmann hatten in separaten Schreiben auf das Prozedere und alle Bemühungen hingewiesen, die Stadt und Verein bisher gemeinsam unternommen hatten.


Vizepräsidentin im Amt

Neben der Viertliga-Zulassung ging es um Personalien. Weil Winkler im Frühjahr zum Präsidenten aufgerückt ist, wurde der Stellvertreterposten frei. „Wir sind der erste der fünf Regionalverbände in ganz Deutschland, der nun eine Frau als Vizepräsidentin gewählt hat“, erklärte er.

Elfie Wutke aus Potsdam rückt nun ins Präsidium nach. Winkler: „Andere reden über Frauenpower – wir leben diese. Darauf sind wir stolz.“

Frank Schober, Jens Fuge