11. Juni 2021 / 21:29 Uhr

Fokussiert und entschlossen ins Finale: Empor Rostock will es wissen

Fokussiert und entschlossen ins Finale: Empor Rostock will es wissen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Feste Entschlossenheit im Blick: die Empor-Spieler Philipp Asmussen (l.) und Leon Mehler wenige Minuten vor dem Anpfiff.
Entschlossenheit im Blick: die Empor-Spieler Philipp Asmussen (l.) und Leon Mehler wenige Minuten vor dem Anpfiff. © Foto: Sebastian Heger
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Die Rostocker Handballer wollen im Rückspiel am Sonnabend beim VfL Potsdam den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machen. 500 Zuschauer sind erlaubt. Top-Schiedsrichter leiten die Partie.

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Es muss weder schön noch spannend oder gar spektakulär sein – für die Handballer des HC Empor Rostock zählt im letzten Saisonspieles nur eines: der Erfolg. Das Team von Trainer Till Wiechers ist am Sonnabend beim VfL Potsdam gefordert. Es geht um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Von A wie Ausgangslage bis Z wie Zuschauer – die OZ beleuchtet das Finale.

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Ausgangslage: Empor hat das Hinspiel mit 28:27 für sich entschieden. Den Rostockern würde ein Unentschieden zum Aufstieg reichen. Erzielen die Gäste in Potsdam 28 Tore oder mehr, benötigt der VfL einen Sieg mit zwei Toren Differenz. Auf derartige Rechenspiele will sich Trainer Till Wiechers nicht einlassen. „Wir sind voll fokussiert und entschlossen, das Spiel zu gewinnen.“ Und Kapitän Tim Völzke meint: „Es ist vielleicht ganz gut, dass wir nur mit einem Tor gewonnen haben. So sind die Antennen an.“

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Formkurve: Die Rostocker hatten in der Aufstiegsrunde Höhen und Tiefen – und waren immer dann am stärksten, wenn der Druck am größten war. Als das Vorrunden-Aus drohte, verbuchten sie in Vinnhorst, gegen Hagen und in Hildesheim Siege. Nach der 27:32-Hinspiel-Niederlage gegen Pfullingen stürmte Empor mit einem sensationellen 32:26-Auswärtserfolg ins Finale. Im Hinspiel gerieten die Hansestädter 13:17 in Rückstand und verließen als Sieger das Feld. Auch das war bärenstark.

Der VfL Potsdam kassierte zum Auftakt der Aufstiegsrunde eine klare Niederlage in Hagen. Danach verbuchte das Team von Trainer Daniel Deutsch sieben Siege am Stück. „Die Potsdamer sind zu Hause sehr stark. Die haben die Gegner reihenweise aus der Halle geworfen“, meint Tim Völzke. Der Empor-Kapitän erwartet ein packendes Duell: „Das sind Endspiele. Da geben Kleinigkeiten den Ausschlag.“

Kader: Vorab: Beide Mannschaften verfügen über einen breiten Kader, können ohne Substanzverlust wechseln und haben die Qualität, in der zweiten Liga zu bestehen.

Das Gros der Rostocker Mannschaft spielt schon seit mindestens zwei Jahren zusammen – das daraus resultierende Vertrauen in die eigene Leistung kommt der Truppe vor allem in kritischen Situationen zugute. Bis auf Ole Diringer (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) hat Till Wiechers alle Mann an Deck. Einziger Ausländer im Team ist der Tscheche Jakub Zboril. Der Linksaußen kam 2013 als 17-Jähriger nach Rostock.

Der VfL hat mit dem Schweizer Fabian Pellegrini, Josip Simic (Kroatien), dem Esten Karl Roosna, Nuno Rebelo (Portugal) und dem kubanisch-spanischen Kreisläufer Rolando Urios Gonzales Spieler aus sechs Nationalitäten in seinen Reihen. Für die Aufstiegsrunde kamen vom großen Nachbarn und designierten A-Jugend-Meister Füchse Berlin mit Nils Lichtlein, Matthes Langhoff und Robin Heinis drei Talente, die sofort einschlugen.

Trainer: Till Wiechers (37) kam im Sommer 2017 von der SG Flensburg-Handewitt, wo er fünf Jahre lang tätig war, zum Zweitliga-Absteiger HC Empor. Der Sportwissenschaftler formte eine neue Mannschaft, die in den vergangenen beiden Jahren den Aufstieg nur knapp verpasst hatte.

Daniel Deutsch (39) ist seit 2015 beim VfL. Zwei Jahre später übernahm er das Amt des Cheftrainers. Zuvor ging der Rückraumspieler für HF Springe (2009-2015) und Hannover-Burgdorf (2003-2009) auf Torejagd. Mit den Recken schaffte er den Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Schiedsrichter: Das Duell wird von Stefan Schneider und Colin Hartmann geleitet. Das Duo aus Magdeburg und Irxleben hatte Ende Dezember eine Rekordmarke für alle aktuell eingesetzten DHB-Eliteschiedsrichter gesetzt. Schneider und Hartmann leiteten mit der Partie zwischen Frisch Auf Göppingen und MT Melsungen ihr 700. Spiel auf DHB-Ebene.

Stimmungsvoll: Empor-Fans verabschiedeten die Mannschaft am Freitagabend bei der Abfahrt nach Potsdam.
Stimmungsvoll: Empor-Fans verabschiedeten die Mannschaft am Freitagabend bei der Abfahrt nach Potsdam. © Michael Preidel-Krull

Vereine: Der HC Empor Rostock hat rund 550 Mitglieder und verfügt über einen Etat in Höhe von 950 000 Euro. Der VfL Potsdam zählt 485 Mitglieder. Angaben zum Etat macht der Verein nicht. Er dürfte bei geschätzt 800 000 Euro liegen.

Zuschauer: 500 Besucher dürfen die Partie in der MBS-Arena (2050 Plätze) verfolgen. Alle Besucher – auch Geimpfte und Genesene – benötigen einen negativen Corona-Test.

Livestream: Sonnabend ab 15 Uhr unter sportdeutschland.tv

Liveticker: www.sportbuzzer.de/mv

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Die Stunden bis zum Finale

Der HC Empor Rostock hat die letzte Dienstreise der Saison bereits am Freitagabend angetreten. Nach dem Testen, Abschlusstraining und Abendessen fuhr der Bus kurz nach 19 Uhr los. In Oranienburg wurde übernachtet.

Der Zeitplan für den Final-Tag:

Bis 10 Uhr: Brunch, danach werden die Torhüter Robert Wetzel und Leon Mehler erneut getestet. Im Falle eines positives Befundes würde eine Schlussmann aus der A-Jugend „eingeflogen“ werden. Es folgt eine letzte Videoanalyse und ein Spaziergang.

11.45 Uhr: Abfahrt aus Oranienburg.

13 Uhr: Ankunft in der MBS-Arena in Potsdam. Spieler, Trainer und Betreuer werden erneut getestet, anschließend geht es in die Kabine. 

14 Uhr: Die Spieler beginnen mit der Erwärmung.

15 Uhr: Anpfiff. Ab jetzt geht es um Alles.