29. März 2021 / 20:38 Uhr

Form-Check der EM-Favoriten: Frankreich, Spanien und Co. straucheln – England und Italien ohne Patzer

Form-Check der EM-Favoriten: Frankreich, Spanien und Co. straucheln – England und Italien ohne Patzer

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wollen bei der EM um den Titel spielen: Spaniens Thiago, Englands Mason Mount und Cristian Ronaldo mit Portugal.
Wollen bei der EM um den Titel spielen: Spaniens Thiago, Englands Mason Mount und Cristian Ronaldo mit Portugal. © Getty Images/IMAGO/SHUTTERSTOCK/AFLOSPORT (Montage)
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Die Europameisterschaft wirft bereits ihre Schatten voraus. Neben Deutschland zählen besonders Frankreich, Spanien und England zu den Top-Favoriten. Doch wie schlagen sich die Titel-Kandidaten bisher in diesem Länderspiel-Jahr?

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Die deutsche Nationalmannschaft ist mit zwei Siegen aus den ersten beiden Spielen in die Qualifikation für die WM 2022 in Katar gestartet. Damit gehört die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw logischerweise zu den bis dato besten Teams der Quali. Anders als viele Top-Teams sind Löw und seine Schützlinge damit gleichzeitig auch gut ins EM-Jahr gekommen. Weltmeister Frankreich und Spanien, das noch im November Deutschland mit 6:0 abgeschossen hatte, leisteten sich allerdings Fehlstarts. Und die anderen EM-Mitfavoriten? Ein Überblick.

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Frankreich

Der deutsche Gruppengegner erlebte zunächst einen Quali-Fehlstart mit dem 1:1 gegen die Ukraine. Am Sonntag gab es immerhin einen 2:0-Sieg bei Außenseiter Kasachstan. Doch so richtig in Form präsentierte sich der Weltmeister von 2018 noch nicht. Trainer Didier Deschamps bemängelte unter anderem die Effizienz seiner Mannschaft. Bezeichnend für den erneut schwachen Auftritt in der WM-Quali verschoss Superstar Kylian Mbappé nach seiner Einwechslung noch einen Elfmeter. Am Mittwoch in Bosnien-Herzegowina erwartet die Franzosen ein schweres Spiel. "Ich werde Änderungen vornehmen", kündigte Deschamps mit Blick auf seine Aufstellung an.

Spanien

Spanien steht nach Abschluss des zweiten Spieltags mit Ach und Krach mit vier Punkten da. Nachdem es zum Start in Granada ein enttäuschendes 1:1 gegen Griechenland gegeben hatte, wandte die Mannschaft von Luis Enrique, die insbesondere seit der 6:0-Gala gegen Deutschland im November als einer der heißesten Kandidaten auf den EM-Titel gilt, in Georgien sogar erst im letzten Augenblick eine Blamage ab - und fuhr in Georgien dank eines starken Distanzschusses von Leipzigs Dani Olmo erst in der Nachspielzeit den ersten Sieg der Quali ein. Wie schon gegen die Griechen agierten die Spanier ganz anders als im Spiel gegen die DFB-Elf teils erschreckend schwach vor dem gegnerischen Tor. Man sei "nicht so klar" wie gewöhnlich, sagte Enrique mit Blick auf den schwachen Start ins EM-Jahr. Die Partie gegen die Georgier, Nummer 89 der Weltrangliste, bezeichnete der Coach als eines der Spiele, in denen er selbst "am meisten gelitten" habe. In der Gruppe B sind die Iberer nur Zweiter hinter Schweden.

England

Gareth Southgate kann sich nach zwei Siegen über einen Start nach Maß freuen - auch wenn der Trainer der Engländer mit der Leistung seiner hochveranlagten Mannschaft hadern dürfte. Denn die war beim 2:0-Erfolg in Albanien keineswegs überzeugend. Trotz hoher Ballbesitzanteile taten sich die Three Lions um die ManCity-Stars Raheem Sterling und Phil Foden sowie Spurs-Torjäger Harry Kane sehr schwer, spielten sich nur wenige Chancen heraus. Letztlich trafen Kane und Mason Mount vom FC Chelsea zum hart erkämpften dreifachen Punktgewinn. Zum Auftakt hatte es in Wembley ein wenig aussagekräftiges 5:0 gegen den krassen Außenseiter aus San Marino gegeben. Bei seinem Debüt für England zählte unter anderem Stürmer Ollie Watkins (Aston Villa) zu den Torschützen, während BVB-Supertalent Jude Bellingham sein Debüt feierte.

Italien

Zwei Spiele, zwei Siege und kein Gegentor: Italien legte einen blitzsauberen Start ins neue Länderspiel-Jahr hin. Gegen Nordirland und in Bulgarien holte die Squadra Azzurra jeweils einen ungefährdeten 2:0-Erfolg. Trainer Roberto Mancini befindet sich aktuell auf Rekordjagd. In den vergangenen 24 Spielen holte Italien 19 Siege und fünf Remis. Länger ungeschlagen waren bisher nur Weltmeister-Trainer Marcello Lippi zwischen 2004 und 2006 mit 25 Partien sowie Vittorio Pozzo zwischen 1935 und 1939 bis 30 Spielen ohne Niederlage. In einer Statistik führt Mancini aber das Ranking an. Als Trainer der italienischen Auswahl holte Mancini 67 Punkte in 29 Partien - so gut war kein anderer Nationaltrainer der Squadra Azzurra vor ihm. Diese Werte zeigen, dass mit den Italienern in diesem Jahr besonders zu rechnen ist. Am Mittwoch soll die Serie in Litauen fortgesetzt werden.

Portugal

Neben Frankreich trifft Deutschland bei der EM im Sommer auch auf Portugal. Und auch der Titelverteidiger konnte in den bisherigen Quali-Spielen nicht überzeugen, kommt wie auch die Équipe Tricolore auf nur vier Punkte nach zwei Spielen. Auf den 1:0-Sieg gegen Aserbaidschan folgte ein 2:2-Remis gegen Serbien - mit einem heftigen Ausraster von Superstar Cristiano Ronaldo. Kurz vor Schluss erzielte CR7 das 3:2 für Portugal - doch der Treffer wurde nicht gegeben. Obwohl der Ball mit vollem Durchmesser die Torlinie überquerte, gab Schiedsrichter Danny Makkelie den Treffer nicht. Und Ronaldo stürmte vom Rasen in Belgrad, wedelte mit den Armen, kurz vor dem Gang in die Katakomben schleuderte der 36-Jährige dann auch noch vor Wut seine blaue Kapitänsbinde weg. Am Dienstag in Luxemburg hoffen CR7 und Co. auf den zweiten Sieg im dritten Match.

Niederlande

Das Team von Frank de Boer hinkt nach den beiden ersten Spielen schon etwas hinterher. Die Türkei und Montenegro dominieren aktuell die Gruppe G mit jeweils sechs Punkten. Die Niederlande kommt nach der 2:4-Auftaktschlappe gegen die Türkei nur auf drei Zähler. Immerhin fiel die Reaktion beim 2:0-Erfolg gegen Lettland gut aus. "Wir haben das Tempo konstant hoch gehalten. Fast jeder Angriff stand unmittelbar bevor. Wir müssen uns nur mit mindestens fünf Toren belohnen. In dieser Hinsicht ist es frustrierend", sagte de Boer im Gespräch mit dem Fernsehsender NOS.

Belgien

Auch die Roten Teufel erwischten keinen optimalen Start die Quali-Runde. Der Geheimfavorit der EM im kommenden Sommer kam zwar zunächst gegen Wales zu einem 3:1-Sieg, holte dann in Tschechien aber nur einen Punkt. Dabei konnten die Bundesliga-Profis Dedryck Boyata (Hertha BSC), Koen Casteels (VfL Wolfsburg), Thorgan Hazard und Thomas Meunier (beide Borussia Dortmund) nicht mit eingreifen. Das Tschechien als Virusvarianten-Gebiet gilt, hätte die Spieler bei einer Rückkehr nach Deutschland eine 14-tägige Quarantäne gedroht. Am Dienstag zählen Hazard und Co. gegen Weißrussland wieder zum Aufgebot. Belgien plant drei Punkte fest ein.