29. Januar 2020 / 18:34 Uhr

Formationstanzen: Tabea Nolte verlor einen Schuh – und tanzte barfuß weiter

Formationstanzen: Tabea Nolte verlor einen Schuh – und tanzte barfuß weiter

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
„Das war ein Ritterschlag“: Tabea Nolte erinnert sich noch gut an die Erfolge früherer Tage der A-Formation.
„Das war ein Ritterschlag“: Tabea Nolte erinnert sich noch gut an die Erfolge früherer Tage der A-Formation. © r
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Ehemalige Tänzer der Göttinger Standardformation blicken zurück: Tänzerin Tabea Nolte verlor einst einen Schuh und tanzte barfuß weiter. Die heute 31-Jährige erinnert sich auch heute noch gerne zurück an ihre Zeit bei der A-Formation.

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Eine wechselvolle, spannende und von Erfolg gekrönte Zeit hat das Tanzsportteam Göttingen hinter sich. Mit dem Gewinn der Bundesliga, der Bronzemedaille bei der WM in Moskau und dem Deutschen Meistertitel haben die Göttinger das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte des TSC Schwarz-Gold hinter sich. Anfang Januar sind die Tänzer der A-Formation in die zwölfte Bundesligasaison gestartet und haben die ersten beiden Turniere schon wieder gewonnen. Wir stellen in einer Serie im Umfeld der fünf Erstligaturniere ehemalige Formationstänzer vor. Heute: Tabea Nolte.

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Das waren noch Zeiten: Beim Saisonauftakt 2011 in der 1. Bundesliga Standard hatten die Aktiven des TSC Schwarz-Gold Göttingen das erste Etappenziel zwar verpasst, mit dem Auftritt beim ersten von fünf Wertungsturnieren in Ludwigsburg war der Göttinger Trainer aber dennoch zufrieden. „Wir haben eine hervorragende Turnierleistung gezeigt und bewiesen, dass wir uns seit der Deutschen Meisterschaft sehr gesteigert haben“, sagte Markus Zimmermann über die Premiere seines Teams, das hinter dem Sieger Braunschweiger TSC sowie dem Gastgeber 1. TC Ludwigsburg und OTK Berlin den vierten Platz belegte.

Start mit Schrecksekunde

Dabei hatte das Finale für die Göttinger mit einer Schrecksekunde begonnen. Denn zu Beginn der Choreografie „Romeo und Julia“ verlor Tänzerin Tabea Nolte einen Schuh und tanzte barfuß weiter. „Hätte der Schuh nicht auf der Tanzfläche gelegen, hätte man das gar nicht mitbekommen“, sagte Zimmermann.

Die heute 31-jährige, ehemalige Formationstänzerin Tabea Nolte wohnt längst in Hamburg und arbeitet dort als Client Services Senior (Beraterin in einer Werbeagentur). Und sie erinnert sich immer wieder gerne an frühere Zeiten.


Leuchtdioden in den Kleidern

Zum Beispiel an eine tolle Woche des Tanzsportteams beim größten Tanzturnier der Welt im englischen Seebad Blackpool. Beim Formationsturnier des Blackpool-Dance-Festivals belegte das Team von Cheftrainer Zimmermann hinter einem amerikanischen Universitätsteam den zweiten Platz. „Da haben wir toll getanzt und eine gute Show mit Leuchtdioden in den Kleidern gemacht“, schwärmte damals Tänzerin Tabea Nolte über den Sieg der Amerikaner.

„Schade aber, dass wir den Pott nicht mit nach Deutschland nehmen konnten“, so Nolte. Dennoch hatte die Göttinger Erstligaformation von den anderen Teams ein tolles Feedback bekommen, unter anderem für hohen tänzerischen Anspruch. Das war im Frühjahr 2013, als das Tanzsportteam letztmals mit seiner Choreografie „Believe“ auftrat.

So feiert das Tanzsportteam Göttingen die Deutsche Meisterschaft

Grenzenloser Jubel: Erstmals hat das Tanzsportteam Göttingen die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Zur Galerie
Grenzenloser Jubel: Erstmals hat das Tanzsportteam Göttingen die Deutsche Meisterschaft gewonnen. © Volker Hey

Auch wenn Tabea Nolte selbst nicht mehr tanzt, so ist sie diesem Sport noch sehr verbunden. Im November vergangenen Jahres verfolgte sie in Hamburg bei den nationalen Titelkämpfen die Verleihung der Meisterkrone an das Tanzsportteam Göttingen als Zuschauerin. Sie erinnert sich noch gut an einen bemerkenswerten Durchbruch, an dem sie selbst ihren Anteil hatte.

Es war 2012, als ein Wertungsrichter beim 1. Bundesliga-Turnier in Göttingen 2012 dem Tanzsportteam die Note „Zwei“ zeigte: „Das war ein Ritterschlag in der noch damals von Braunschweig und Ludwigsburg dominierten Formations-Welt und der Anstoß für den heutigen Erfolg“, schwärmt „Tabby“, wie sie auch genannt wird, immer noch.

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Ebenso von ihrem letzten Heimturnier 2015. Tanzen vor eigenem Publikum sei ohnehin immer ein Höhepunkt der Saison gewesen, „aber speziell der Auftritt mit der Choreografie ’Rockphony’ und mit den meiner Meinung nach bis dato schönsten Kleidern war etwas ganz Besonderes für mich und ein würdiger Abschluss, den ich nach elf Jahren aktiver Formationszeit besonders in mein Herz geschlossen habe.“

Zu Tränen gerührt

Zu Tränen gerührt war Tabea Nolte an ihrem Geburtstag im Jahr 2007, „den ich beim Regionalliga-Turnier in Nienburg verbracht habe. Bei der Siegerehrung hat die gesamte Halle Happy Birthday für mich gesungen.“ Darüber ist „Tabby“ heute noch richtig glücklich. Und so sind während ihrer aktiven Zeit einige Freundschaften fürs Leben entstanden, zum Beispiel zu den Tänzern Steffen Sieber, Lars Rolack oder Wiebke Gellersen geborene Rebhan, um nur die engsten Verbindungen zu nennen.

„Was die Mannschaft in dieser Saison auf die Fläche bringt, das ist wirklich hervorragend“ – eine Meinung, die nicht nur Tabea Nolte vertritt, wenn sie an die aktuell so erfolgreiche A-Formation denkt. „Natürlich ist es traurig zu sehen, dass Mannschaften wie Ludwigsburg und Braunschweig noch immer kein zukunftsfähiges Konzept haben und entweder mit weniger Paaren oder reaktivierten ehemaligen Tänzern auskommen müssen“, sagt die 31-Jährige. Das zeige aber auch, wie nachhaltig Markus Zimmermann das Tanzsportteam aufgebaut habe. Nur so habe sich die Mannschaft in den vergangenen Jahren dermaßen kontinuierlich steigern können. Das Schöne sei, „dass jeder, der je für Göttingen auf der Fläche stand, diesen Erfolg mitträgt“, betont Nolte.

Von Ferdinand Jacksch