25. November 2018 / 16:19 Uhr

Formel 1 im TV: Schumacher-Vertrauter Jean Todt schimpft über RTL

Formel 1 im TV: Schumacher-Vertrauter Jean Todt schimpft über RTL

Sönke Gorgos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Florian König und Kai Ebel berichten seit vielen Jahren von den Formel-1-Rennstrecken. FIA-Boss Jean Todt hat die Übertragungen von RTL scharf kritisiert.
Florian König und Kai Ebel berichten seit vielen Jahren von den Formel-1-Rennstrecken. FIA-Boss Jean Todt hat die Übertragungen von RTL scharf kritisiert. © imago/Thomas Melzer
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Der Chef des Automobilverbandes Jean Todt meckert über die TV-Übertragungen von "RTL" und sagt: "Ich wurde zum maximal frustriertesten Fernsehzuschauer". Woher rührt die Kritik des ehemaligen Ferrari-Teamchefs?

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Seit 1991 berichtet der TV-Sender RTL von den Rennen der Formel 1, seit 2018 nach dem Aus von Pay-TV-Sender Sky sogar exklusiv. Die Übertragungen des Kölner Privatsenders mit Langzeit-Gridreporter Kai Ebel (seit 1992) und Moderator Florian König (seit 1994) stoßen nicht immer bei allen Fans auf Gegenliebe. Nun äußert auch der Chef des internationalen Autoverbandes FIA scharfe Kritik an RTL und ihren Übertragungen. Der Schumacher-Vertraute Jean Todt scheint sogar regelrecht genervt, wie er in einem Interview der Welt am Sonntag verriet.

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"Ich habe durch Zufall kürzlich die Übertragung des Großen Preises von Brasilien bei RTL gesehen und wurde dadurch zum maximal frustriertesten Fernsehzuschauer, den man sich vorstellen kann", schimpfte der Franzose. Was den 72-Jährigen vor allem stört: Die Werbung, mit der RTL seine Übertragungen großzügig bestückt. "Ich bekam mehr Werbung als ein Formel-1-Rennen. "In den vergangenen 30 Jahren habe ich es nicht versäumt, einen Grand Prix zu sehen, und ich habe gelernt - auch durch meine RTL-Erfahrung: es kommt bei deinem Urteil über Rennen darauf an, wo und wie du einen Grand Prix sehen kannst oder musst." Sein Fazit ist vernichtend: "Wenn ich ein deutscher Formel-1-Fan wäre und RTL sehen würde, sorry, dann wäre ich über die Formel 1 frustriert."

RTL-Sportchef kontert Kritik: "Jean Todts Rechnung ist nicht richtig"

Todt gehört zu den größten Koryphäen der Formel-1-Geschichte. Der Franzose war von 1993 bis 2008 Teamchef von Traditionsrennstall Ferrari und gilt als einer der engsten Vertrauten von Rekordweltmeister Michael Schumacher, mit dem er von 2000 bis 2004 jeweils die Fahrer- und Konstrukteurstitel gewinnen konnte. Schumacher war größtes Zugpferd der RTL-Übertragungen, der Kerpener bescherte dem Sender Rekord-Einschaltquoten.

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RTL reagierte auf die Kritik von Todt mit einem Statement und konterte in Person von Sportchef Manfred Loppe. "Wir sind nicht beitragsfinanziert und deshalb müssen wir unser Geld durch Werbung verdienen. Nur so sind wir in der Lage, den vielen Millionen Fans diesen hochattraktiven und entsprechend teuren Sport seit 27 Jahren kostenlos frei Haus liefern zu können", sagte Loppe, der sich eine Spitze gegen Todt nicht verkneifen konnte: "Der Gesetzgeber schränkt die Dauer von Werbung übrigens auf maximal 12 Minuten pro Stunde ein. Entsprechend ist Jean Todts Rechnung nicht richtig."

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