22. Oktober 2018 / 12:11 Uhr

Erneuter Fehler in Austin: Sebastian Vettel stellt sich selbst auf den Prüfstand

Erneuter Fehler in Austin: Sebastian Vettel stellt sich selbst auf den Prüfstand

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach seinem neuerlichen Fahrfehler in Austin gibt sich Sebastian Vettel selbstkritisch.
Nach seinem neuerlichen Fahrfehler in Austin gibt sich Sebastian Vettel selbstkritisch. © imago/Motorsport Images
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Formel 1: Nach seinem Fahrfehler beim Großen Preis der USA geht Sebastian Vettel mit sich selbst hart ins Gericht. In Austin verspielte der Ferrari-Star die womöglich letzte Chance auf seinen fünften WM-Titel.

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Hinter einem roten Absperrband inmitten von Abbauarbeiten bilanzierte Sebastian Vettel die nächste so gut wie unerfüllte Ferrari-Mission. „Am Ende sieht es viel schlimmer aus als es war“, sagte der 31 Jahre alte Heppenheimer nach dem Großen Preis der USA in Austin und sparte nicht mit indirekter Kritik auch am Team. Zu lange habe es gedauert, bis sich der Formel-1-Wagen wie in Austin mit Kimi Räikkönen am Steuer wieder als siegfähig erwies.

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Es könnten keine guten Nachrichten sein, wenn man zu einer drei Monate alten Baureihe des Autos zurückkehren müsse, sagte Vettel und haderte mit einer falschen Entwicklungsrichtung. „Es gibt vieles, dass wir uns im Winter anschauen müssen, dazu gehöre ich auch“, sagte der Hesse. Der 31-Jährige beteuerte: „Ich habe keine Probleme, die Fehler zuzugeben, die ich gemacht habe."

Vettel will den WM-Kampf mit Lewis Hamilton noch nicht aufgeben

Endgültig aufgeben will er den WM-Kampf gegen Beinahe-Weltmeister Lewis Hamilton und Mercedes zwar noch nicht. „Geringer“, seien seine Chancen nun geworden, räumte er nach der vertagten Krönung von Hamilton aber ein. Der Brite ging im Gegensatz zu Vettel in den USA nur kalkuliertes Risiko ein und kam als Dritter hinter Räikkönen und Max Verstappen von Red Bull immer noch einen Rang vor seinem WM-Rivalen ins Ziel. „Du gewinnst keine Meisterschaften mit dummen Zweikämpfen und dummen Fehlern“, betonte Hamilton mit Blick auf seine eigene Rennstrategie in Austin.

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Australien GP: In Melbourne wird über 58 Runden eine Gesamtdistanz von 307,574 Kilometern gefahren. Eine Runde ist 5,303 Kilometer lang. Beim Saison-Auftaktrennen (25. März) kommt es im Albert Park (Stop and Go-Kurs) ob der engen Streckenführung häufig zu Kollisionen. Im vergangenen Jahr triumphierte Sebastian Vettel. Das Qualifying beginnt am 24. März um 07:00 deutscher Zeit, das Rennen startet am 25. März um 07:10. Zur Galerie
Australien GP: In Melbourne wird über 58 Runden eine Gesamtdistanz von 307,574 Kilometern gefahren. Eine Runde ist 5,303 Kilometer lang. Beim Saison-Auftaktrennen (25. März) kommt es im Albert Park ("Stop and Go"-Kurs) ob der engen Streckenführung häufig zu Kollisionen. Im vergangenen Jahr triumphierte Sebastian Vettel. Das Qualifying beginnt am 24. März um 07:00 deutscher Zeit, das Rennen startet am 25. März um 07:10. ©

Am kommenden Sonntag in Mexiko-Stadt, wo er schon vor einem Jahr den Titel perfekt gemacht hatte, braucht Hamilton selbst bei einem Vettel-Sieg nur noch fünf Punkte - mindestens Platz sieben - für den fünften WM-Triumph seiner Karriere. Gewinnt Vettel nicht, steht Hamilton unabhängig von seiner Platzierung als neuer Champion fest. Ob Vettels Aktion in der ersten Runde zur Kategorie dumme Fehler zählte, darüber kann man zumindest diskutieren. Dass er nach seinem Crash mit Hamilton in Monza und seinem Crash mit Max Verstappen in Suzuka auch in Texas mit einem Konkurrenten zu Beginn kollidierte, sollte zumindest zu Denken geben. „Es ist das dritte Mal, dass ich auf gleicher Höhe und derjenige war, der sich dreht“, sagte Vettel. Drei Mal in den vergangenen fünf Rennen, wohlgemerkt.

Was mit dem Ferrari in Austin möglich war, zeigte Kimi Räikkönen

Was mit dem Ferrari auf dem Circuit of the Americas gegen Hamilton im Mercedes und den exzellent aufgelegten Verstappen - von Startplatz 18 auf Rang zwei - möglich war, bekam Vettel von seinem routinierten Noch-Teamkollegen Kimi Räikkönen vorgeführt. Der Finne feierte in seinem viertletzten Rennen für Ferrari seinen ersten Sieg seit März 2013 in Australien. Grund für exzessive Freude oder verbale Hymnen war selbst das nicht für den coolen Finnen. „Es ist schön, mal wieder zu gewinnen, aber mein Leben ändert es auch nicht“, sagte Räikkönen und berichtete vier Tage nach seinem 39. Geburtstag, dass seine Kinder sich ohnehin mehr für die Siegerkappen interessieren würden als für seinen Sieg.

Räikkönen gewann vor elf Jahren die letzte WM mit Ferrari

Genau elf Jahre waren am Sonntag vergangenen, seit Räikkönen am 21. Oktober 2007 mit Ferrari die WM gewann. Dass die Scuderia mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch nach dieser Saison weiter auf den nächsten Titel warten muss, liegt am Team und es liegt auch an Vettel. Der Starpilot der Scuderia gerät angesichts seines voraussichtlich vierten titellosen Jahres immer mehr unter Druck. Sein Manöver gegen Ricciardo werteten er und die Rennkommissare als Rennunfall. Ob die Attacke mit Risiko-Potenzial aber so früh überhaupt nötig war, darf angesichts der nachfolgenden erfolgreichen Aufholjagd im wieder erstarkten Ferrari infrage gestellt werden.

Als zwei Runden vor Schluss Hamilton mit einer Attacke gegen Verstappen und womöglich auch noch gegen Räikkönen auf Sieg hätte fahren und damit auch den Titel klarmachen können, schätzte der 33-Jährige bei einem kurzen Antastversuch das Risiko ab - und zog zurück. „Wenn es direkt gegen Seb gewesen wäre um die WM, wäre ich aggressiver gewesen, das war jetzt aber nicht nötig. Der Schlüssel war, wenigstens vor Seb ins Ziel zu kommen“, erklärte Hamilton. Wie lange er noch brauche, um den Titel klarzumachen, sei ihm egal, dass er ihn gewinne, sei entscheidend. Und nicht Vettel. Dieser versicherte: „Wir haben viel zu tun. Ich bin mir aber sicher, wir tun, was zu tun ist, um an die Spitze zu kommen.“