23. Juni 2019 / 18:53 Uhr

Formel 1: Sebastian Vettel frustriert nach Mercedes-Doppelsieg in Frankreich - "Nicht unser Anspruch"

Formel 1: Sebastian Vettel frustriert nach Mercedes-Doppelsieg in Frankreich - "Nicht unser Anspruch"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sebastian Vettel zeigt sich nach dem Doppelsieg von Mercedes beim GP von Frankreich enttäuscht. 
Sebastian Vettel zeigt sich nach dem Doppelsieg von Mercedes beim GP von Frankreich enttäuscht.  © imago images / Motorsport Images
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Lewis Hamilton eilt in der Formel 1 weiter von Sieg zu Sieg. Auch in Frankreich gewinnt der Mercedes-Pilot überlegen. Für Sebastian Vettel wird der Kampf um den WM-Titel immer aussichtsloser. Der Ferrari-Star reagiert frustriert.

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Aus Sebastian Vettels Gesicht sprachen Ärger und Hoffnungslosigkeit. Wenige Tage nach seiner Hochzeit raubte der grandiose Frankreich-Sieger Lewis Hamilton dem Ferrari-Piloten fast schon den letzten Rest Zuversicht für das Formel-1-Titelrennen. Als abgeschlagener Fünfter wurde Vettel am Sonntag in Le Castellet nicht einmal zur Champagner-Party aufs Podium geladen, der Bonuspunkt für seine finale Gewaltrunde war da nur ein sehr schwacher Trost. "Unser größtes Ziel war es, die Lücke so weit es geht zu schließen. Das haben wir nicht geschafft", sagte der 31-Jährige tief enttäuscht.

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Die große Show lieferte wieder einmal Titelverteidiger Hamilton, der mit einem brillanten Start-Ziel-Sieg seinen sechsten Triumph im achten Saisonlauf eroberte. Nicht einmal Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas konnte dem Briten auf dem Circuit Paul Ricard mehr folgen, auch wenn der Finne knapp vor Ferrari-Fahrer Charles Leclerc den sechsten Doppelerfolg der Silberpfeile in diesem Jahr sicherstellte. "Es war ein wundervoller Tag hier in Südfrankreich, aber ich habe trotzdem ordentlich geschwitzt", sagte Hamilton.

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Der Superstar wirkt längst unaufhaltsam auf dem Weg zu seinem sechsten WM-Titel. Im 237. Grand Prix gelang ihm sein 79. Sieg, zum 200. Mal fuhr er in die Punkteränge. Sein Vorsprung auf Bottas in der Gesamtwertung wuchs auf 36 Zähler. Vettel liegt vor dem Grand Prix von Österreich am nächsten Sonntag schon 76 Punkte zurück, auch wenn er sich am Schluss noch den Zusatzzähler für die schnellste Rennrunde schnappte. "Das Ergebnis ist in Ordnung, aber natürlich nicht unser Anspruch. Wäre ich weiter vorne losgefahren, wäre ich dort auch angekommen", murrte der Hesse.

Umbauten am Ferrari-Boliden helfen Vettel nicht

Mit einer Menge technischer Neuerungen wollte Ferrari in Frankreich eigentlich den Abstand zum Dauerrivalen Mercedes verringern, der in dieser Saison bislang alle Rennen gewonnen hat. Doch schnell wurde auf dem Circuit Paul Ricard deutlich, dass die Umbauten am SF90 nicht das gewünschte Ergebnis brachten. "Wir müssen verstehen, warum einige der Teile, die wir mitgebracht haben, nicht funktioniert haben. Hoffentlich hilft uns die Strecke in Österreich nächste Woche etwas", sagte Vettel. Viel Glaube aber war da nicht mehr.

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<b>Sebastian Vettel:</b> Hockenheim 1995
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Sebastian Vettel: Hockenheim 1995 - „Mein Vater verfolgte damals alle Formel-1-Rennen, selbst die, die nach europäischer Zeit in der Nacht stattfanden. Ich stand immer mit ihm auf und schaute dann zusammen mit ihm jedes Rennen. In Hockenheim 1995 saß ich aber live auf der Tribüne. Michael Schumacher fuhr im Benetton und überall gab es deutsche Flaggen und Sprechchöre. Das Motodrom war wie ein Fußballstadion. Als er auch noch gewann, war die Begeisterung grenzenlos. Danach beschloss ich, professionell Kart zu fahren.“  ©

Für Vettel hatte das Wochenende bereits mit einer Enttäuschung begonnen. Die Rennkommissare erteilten dem Ferrari-Antrag eine Abfuhr, die Fünf-Sekunden-Zeitstrafe für den Deutschen beim Rennen in Kanada vor zwei Wochen erneut zu untersuchen. Damit bleibt Hamilton der Sieger von Montréal, Vettel wird in der Statistik endgültig als Zweiter geführt, obwohl er als Erster über die Ziellinie fuhr.

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Davon war der viermalige Weltmeister in Le Castellet weit entfernt. Schon in der Qualifikation patzte Vettel und schaffte es nur auf Startplatz sieben. Hamilton hingegen holte sich seine 86. Pole Position, erwischte am Sonntag den besten Start und fuhr danach in einer eigenen Liga. Dennoch behauptete der Seriensieger: "Es war überhaupt nicht einfach, es ist immer alles auf der Kippe."

Team-Kollege Bottas: Hamilton ist "nicht unschlagbar"

Über Boxenfunk beklagte Hamilton während des Rennens einen Defekt an seinem Sitz und später Blasen an seinen Vorderreifen. Und doch baute der fünfmalige Weltmeister, der schon im Vorjahr in Le Castellet gewonnen hatte, sein Polster an der Spitze fast spielerisch aus. "Er war heute sehr stark, sehr beständig", sagte Stallrivale Bottas, ehe er wenig überzeugend hinzufügte: "Aber er ist nicht unschlagbar, das weiß ich."

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Angesichts der Chancenlosigkeit der Konkurrenz stellt sich eher die Frage, wie schnell Hamilton und Mercedes rechnerisch in diesem Jahr die nächsten Titel sicher haben. Auch Ferrari scheint derzeit überfordert, dem WM-Kampf noch einmal etwas Spannung einzuhauchen. "Es ist nicht so, als würden wir es nicht probieren. Innerhalb einer Woche können wir nicht viel machen", sagte Vettel.

Vettel am Ende mit "Plan F" zur schnellsten Runde

Der Heppenheimer musste sich mit Schadensbegrenzung begnügen. Nach mäßigem Start ließ er bald die McLaren-Piloten Lando Norris und Carlos Sainz hinter sich. An Max Verstappen, der im Red Bull Platz vier behauptete, kam Vettel indes trotz einer mutigen Reifentaktik mit einem späteren ersten Boxenstopp nicht heran.

So blieb nur noch der Angriff auf die schnellste Rennrunde. "Plan F" hieß der Befehl vom Ferrari-Kommandostand für die Schlussphase. Vettel holte sich noch einmal frische Reifen, presste im letzten Umlauf trotz eines Batterieproblems alles aus seinem Auto - und schaffte es. Mehr als ein Trostpreis aber war das nicht.

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