14. November 2021 / 12:22 Uhr

Grünes Licht für VW? Entscheidung über Formel-1-Einstieg vermutlich schon im November 

Grünes Licht für VW? Entscheidung über Formel-1-Einstieg vermutlich schon im November 

Karin Sturm
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der VW-Konzern steht vor einem Engagement in der Formel 1 zum Jahr 2026. 
Der VW-Konzern steht vor einem Engagement in der Formel 1 zum Jahr 2026.  © IMAGO/Motorsport Images (Montage)
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Der Volkswagen-Konzern könnte 2026 mit den Marken Audi und Porsche in die Königsklasse des Rennsports einsteigen. Die Weichen sind gestellt, die endgültige Entscheidung aber noch nicht getroffen. Noch im November könnte es allerdings dazu kommen. 

Die Gerüchte gibt es ja schon länger – aber sie verdichten sich: Der Volkswagen-Konzern überlegt sehr ernsthaft, mit seinen Marken Audi und Porsche in die Formel 1 einzusteigen. Noch im November soll es eine Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg geben, bei der das Thema Formel 1 auf der Agenda steht. Insider erwarten, dass die jeweiligen Verantwortungsträger dann grünes Licht für ein Engagement in der Königsklasse ab 2026 bekommen.

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Was dafür spricht: Der neue Porsche-Sportchef Thomas Laudenbach, der dieses Amt im Oktober vom Österreicher Fritz Enzinger übernahm, erklärte kürzlich in einer Medienrunde klipp und klar: "Die Formel 1 ist eine Serie, die von den PR- und Marketingwerten her sehr interessant ist. Und ja, wir schauen uns das im Konzern ernsthaft an." Bereits zwischen den 1960er- und 1990er-Jahren engagierten sich die Zuffenhausener als Konstrukteur und Motorenlieferant in der Königsklasse. Alain Prost und Niki Lauda hießen die Protagonisten der 1980er-Jahre, deren McLaren von TAG-Porsche-Motoren angetrieben wurden.

Auch wenn Laudenbach betonte, dass eine Entscheidung noch nicht gefallen sei – die Kriterien, die für einen Einstig erfüllt sein müssten, benannte er ebenso deutlich. "Zum einen muss der Motorsport für die Serienentwicklung relevant bleiben. Und da sehen wir klar den Trend zur Elektrifizierung, auch bei Porsche. Der Antrieb der Formel 1 ist heute noch dominiert vom Verbrennungsmotor. Wenn das in fünf, sechs oder sieben Jahren noch immer der Fall sein sollte, ist das die falsche Botschaft. Die Bedeutung des elektrischen Anteils muss deutlich steigen", sagte er vor dem Rennen in Mexiko.

Einstieg von VW in 2026

Zweiter Punkt: "Es muss eine Kostenkontrolle geben. Der Budgetdeckel ist schon ein erster Ansatz, ein solches Limit muss auch bei den Antrieben kommen, es ist in der Diskussion. Und schließlich macht ein Einstieg nur Sinn, wenn es eine Reglementänderung gibt, die bedeutet, dass alle Mitbewerber auf gleicher Basis beginnen können." Denn sonst laufe man bei Porsche zunächst einmal mit Ansage hinterher. "Auch wenn wir uns viel zutrauen, unterschätzen wir die Wettbewerber nicht. Das sind in der Formel 1 keine Idioten. Die wissen alle, was sie tun. Insofern ist immer ein guter Zeitpunkt einzusteigen, wenn es eine signifikante Regeländerung gibt, sodass alle gezwungen sind, einiges anzupacken."

Alles Kriterien, die also bereits teilweise erfüllt oder zumindest auf den Weg gebracht sind: 2026 soll es sowohl einen neuen, kostengünstigeren Motor mit rund 50 Prozent Elektroanteil als auch neue Chassis geben. Nicht zu vergessen, dass die Königsklasse den Verbrenner dann komplett mit synthetischem Kraftstoff befeuern will. Der Porsche-Sportchef: "E-Fuels sind für uns ein wichtiger Pfad. Sie sind kein Ersatz für die Elektrifizierung, aber eine sinnvolle Ergänzung."

Wichtig sind auch die möglichen angepeilten Partnerschaften: Im Moment gehen Insider von einer Verbindung von Porsche mit Red Bull aus, Audi würde sich eher mit McLaren zusammentun. Aber genau da liegen auch noch mögliche Hindernisse. Denn die Konzerne dürften in dieser Zusammenarbeit nicht zu viel Einfluss fordern. Red Bull will genauso eigenständig und unabhängig bleiben wie McLaren.


"Wir sind in der Lage, alles selbstständig zu machen. Wenn sich aber eine Partnerschaft anbietet, die unsere Qualität weiter erhöht, dann werden wir das genau anschauen", sagt Red-Bull-Motorsport-Koordinator Helmut Marko. Die guten Drähte zwischen VW und Red Bull sind nichts Neues – es müsste also "nur" ein für alle passender Kompromiss gefunden werden. Wenn Wolfsburg die Ampel grundsätzlich bald auf Grün schaltet.