16. März 2022 / 07:34 Uhr

Forsbergs Lob für RB-Coach Tedesco: "Domenico und sein Trainerteam ticken richtig"

Forsbergs Lob für RB-Coach Tedesco: "Domenico und sein Trainerteam ticken richtig"

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Emil Forsberg feiert den Auswärtssieg der Roten Bullen bei Real Sociedad in der Europa League.
Emil Forsberg feiert den Auswärtssieg der Roten Bullen bei Real Sociedad in der Europa League. © dpa
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RB-Urgestein Emil Forsberg, 30, kennt Abwanderungsgedanken nur noch vom Hörensagen und will nur das eine: Titel. Außerdem spricht der schwedische Nationalspieler im SPORTBUZZER-Interview über das letzte Bundesligaspiel in Fürth, seine Landsleute Hellström und Ibrahimovic, Trainer Tedesco und die nächsten Gegner. Frankfurt, Dortmund, Hoffenheim, Leverkusen. „Das sind große Gegner und richtig geile Spiele!“ blickt Forsberg voraus.

Leipzig. Emil Forsbergs Abwanderungsgedanken wurden in den RB-Regalen alljährlich unter „Wiederkehr des ewig Gleichen“ einsortiert. Der Schwede spielt seit Januar 2015 für RB, kokettierte des Öfteren mit Angeboten – und ist immer noch hier. „Das wird sich auch nicht mehr ändern“, sagt der 30-jährige Nationalspieler, „es sei denn, ich schieße in dieser Saison noch 30 Tore. Das war jetzt ein Witz.“ Forsberg über Treue, das 6:1 in Fürth, das Sonntag-Gastspiel der Frankfurter Eintracht und den unlängst verstorben schwedischen Torhüter-Helden Ronnie Hellström.

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SPORTBUZZER: Sie waren in Fürth mit knapp elf Kilometern der laufstärkste Rote Bulle. Auf elf Kilometer kamen Sie früher nur, wenn man die Anfahrt vom Hotel zum Stadion dazuzählte. Haben Sie in Ihrer fünfwöchigen Auszeit an Ihrem Körper gearbeitet, Herr Forsberg?

Emil Forsberg: Ich habe hart gearbeitet, war auch im Kraftraum, wollte topfit zurückkommen, bin topfit zurückgekommen. Ich bin übrigens 30 und keine 100, Herr Schäfer. Und gelaufen bin ich auch vor meiner Verletzung.

Was ging in Ihnen vor, als Fürth früh führte?

Ich dachte: „Oh nein, das wird jetzt noch ekliger als in Bochum.“ Das schnelle 1:1 war der Schlüssel. Nach meinem 2:1 lief es dann ja ganz gut.

Könnte es sein, dass Ronnie Hellström Ihren Schuss zum 2:1 gehalten hätte?


Hätte er, ja. Wobei der Torwart den Ball spät gesehen hat. Außerdem war das ein schöner Strahl, das Beintraining hat sich ausgezahlt.

Ihr Landsmann Hellström ist mit 72 Jahren verstorben. Wie haben Sie ihn wahrgenommen?

Er war zeitweise bester Torhüter der Welt, zehn Jahre in Kaiserslautern und hat am Ende seiner Karriere noch ein Spiel für meinen Heimatverein Sundsvall gemacht. Er ist eine wahre Legende, hat viel für Schwedens Fußball getan. Es ist traurig, dass er so früh gehen musste.

Frankfurt muss drei Tage vorm Spiel in Leipzig in der Europa League gegen Betis Sevilla ran. Vorteil RB?

Freiburg hatte 120 Pokalminuten gegen Bochum in den Beinen und hat es uns drei Tage später mit großer Leidenschaft und Klasse sehr schwer gemacht. Frankfurt hat eine super Mannschaft, fußballerisch und von der Mentalität her. Außerdem kann ein Spiel unter der Woche auch beflügeln, wir haben das selbst auch schon erlebt. Ich sehe keinen Vorteil für uns.

DURCHKLICKEN: Emil Forsberg bei RB Leipzig

2015 Januar: Forsberg trainiert für RB (@GEPA Pictures) Zur Galerie
2015 Januar: Forsberg trainiert für RB (@GEPA Pictures) ©

Frankfurt, Dortmund, Hoffenheim, Leverkusen: Die nächsten Spiele sind wegweisend.

Das sind große Gegner und richtig geile Spiele. Dafür spielt man Fußball, da ist pure Freude und nullkommanull Aufregung in mir. Ich liebe es, wenn es um viel geht.

Wenn Dani Olmo nicht ausgefallen wäre, hätten Sie und er den Anpfiff in Fürth zusammen auf dem Platz erlebt. Neues Spiel, neues Glück gegen die SGE?

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Da müssen Sie den Trainer fragen. Ich verstehe mich top mit Dani. Auf dem Platz und außerhalb, er ist ein guter Freund geworden. Die Stimmung ist insgesamt richtig gut. Keiner ist glücklich, wenn er mal nicht spielt. Aber alle zerreißen sich, wenn sie reinkommen, wollen dem Trainer zeigen: ,Hey, Coach, ich bin gut drauf, ich muss von Anfang an spielen!´

Unter Domenico Tedesco hat das RB-Spiel einen Wiedererkennungswert, ist facettenreicher und erfolgreicher als im ersten Halbjahr. Was hat der Mann?

Alles. Er kann freundlich und ernsthaft sein, spricht viel mit uns, bindet uns ein, bereitet uns sehr detailliert auf jeden Gegner vor. Ich glaube, dass man all das auch fast immer unserem Spiel ansieht. Wir haben Lösungen im Spiel mit dem Ball und gegen den Ball. Sagen wir es so: Domenico und sein Trainerteam ticken richtig. Wir haben zusammen noch viel vor, wollen in die Champions League und …

Titel?

Ja, vielleicht auch einen Titel.

Weiitere Meldungen zu RB Leipzig

Sie und Ihre Nationalmannschaftskollegen müssen auf dem Weg zu WM in Katar noch zwei Playoff-Spiele gewinnen. Das erste steigt am 24. März gegen Tschechien. Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?

Gut! Wir wollen unbedingt zur WM, haben die Qualität und Mentalität, um das zu schaffen. Eine WM ist das Größte.

Kann der Allergrößte, Zlatan Ibrahimovic, helfen?

Ja, er ist wieder fit. Zlatan macht jede Mannschaft besser, er ist ein Phänomen.

Man hört seltsamerweise nichts mehr von Forsbergschen Abwanderungsgedanken. Bleiben Sie RB ewig treu?

Ich fühle mich wohl hier, Leipzig ist mein zu Hause. Ein anderer Verein? Nein. Es sei denn, ich schieße in dieser Saison noch 30 Tore. Das war übrigens jetzt ein Witz.