05. Januar 2021 / 18:26 Uhr

Da war doch was... Düsseldorfer Ex-96-Trio vor persönlichem "Derby" mit Braunschweig

Da war doch was... Düsseldorfer Ex-96-Trio vor persönlichem "Derby" mit Braunschweig

Tobias Kurz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sind mit Fortuna Düsseldorf aktuell voll auf Kurs: Die Ex-96-Profis und Derby-Spezialisten Kenan Karaman, André Hoffmann und Edgar Prib (von links nach rechts).
Sind mit Fortuna Düsseldorf aktuell voll auf Kurs: Die Ex-96-Profis und Derby-Spezialisten Kenan Karaman, André Hoffmann und Edgar Prib (von links nach rechts). © imago images
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Der Fußball schreibt immer wieder skurrile Geschichten. Edgar Prib, Kenan Karaman und André Hoffmann haben allesamt eine Vergangenheit bei Hannover 96 - und spezielle Erinnerungen an das Derby gegen Eintracht Braunschweig. Bei Fortuna Düsseldorf spielt das Trio wieder erfolgreich zusammen. Und am Montag geht es ausgerechnet gegen den ungeliebten 96-Erzfeind.

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Für Edgar Prib, Kenan Karaman und André Hoffmann wird die anstehende Partie bei Eintracht Braunschweig am Montagabend (20.30 Uhr) nicht irgendein Spiel. Das Trio von Fortuna Düsseldorf trug zusammengerechnet 15 (!) Jahre lang das Trikot von Hannover 96. Und jeder von ihnen hat seine eigene Derby-Geschichte.

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Da wäre einmal Prib, der mit sieben Jahren die längste Zeit in Hannover verbrachte. Am 25. April 2017 feierte 96 erstmals seit 19 Jahren einen Derbysieg gegen den Erzrivalen aus Braunschweig. Prib war es, der die Ecke zum 1:0-Siegtreffer punktgenau auf den Kopf von Niclas Füllkrug schlenzte. Eine Erinnerung, die er kurz vor seinem 96-Abschied noch einmal auf Instagram postete, mit dem Titanic-Soundtrack unterlegt.

Karamans Derbytor: "War extrem krass"

Dann wäre da Karaman. Der trug sich in derselben Saison (2016/17) in die Derbyhistorie ein - im Hinspiel in Braunschweig. Da lagen die Roten zunächst 0:2 hinten. Doch Martin Harnik erzielte den Anschlusstreffer, und Karaman besorgte mit einem platzierten Schuss aus der zweiten Reihe für den umjubelten Ausgleich (66.).

Karaman erinnerte sich jüngst im SPORTBUZZER-Interview: "Im Derby zu treffen ist immer etwas ganz Besonderes. Du bekommst direkt eine andere Beziehung zu den Fans, das spürst du sofort. Beim Spiel mit 96 damals in Braunschweig war die Stimmung extrem krass, das weiß ich noch."

Hoffmanns rote Karte als zweifelhafte Kult-Szene

Bliebe noch der letzte Ex-96er im Fortuna-Exil: André Hoffmann. Der hat im Derby zwar weder ein Tor erzielt noch vorbereitet. Den 96-Fans blieb er aber trotzdem in Erinnerung, wenn auch auf eher zweifelhafte Art und Weise.

2014 sah er bei der desaströsen wie historischen 0:3-Niederlage die glatte rote Karte, nachdem er Mirko Boland von hinten umgetreten hatte. Ein Foto der besagten Szene erlangte bei Teilen der Fans einen gewissen Kultstatus - nachdem der Schmerz über die bittere Pleite verblasst war.

Ein Foto, das die meisten 96-Fans kennen: André Hoffmanns Frustfoul im Derby gegen Braunschweigs Mirko Boland, für das er die Rote Karte sah.
Ein Foto, das die meisten 96-Fans kennen: André Hoffmanns Frustfoul im Derby gegen Braunschweigs Mirko Boland, für das er die Rote Karte sah. © imago/Kaletta

Fortuna nach schwachem Start im Hoch

Am Montag wird es zumindest für Prib, Karaman und Hoffmann also ein kleines "Derby" in Braunschweig, wenn auch im Düsseldorfer Trikot. Eine gewisse Extramotivation ist zu erwarten, obwohl die sportliche Perspektive Anreiz genug sein dürfte.

Denn für die Fortuna läuft es nach holprigem Saisonstart - inklusive klarer 0:3-Pleite in Hannover - mittlerweile im Unterhaus. Am Montag gewann der Absteiger gegen den SC Paderborn (2:1) sein fünftes Spiel in Folge, mit allen drei Ex-96ern in der Startelf. Karaman bereitete das erste Tor vor und erzielte das zweite selbst. Hoffmann hielt die Defensive gewohnt zuverlässig zusammen. Und Prib, der den Saisonstart verletzt verpasste, holte auf der Doppelsechs in seinem siebten Einsatz für Fortuna den sechsten Sieg.

Das Wechselkarussell: Diese Profis spielten für Hannover 96 und Fortuna Düsseldorf

Er wurde 2009 von Werder Bremen an die Fortuna verliehen und schoss 13 Treffer in der 2. Liga. Anschließend entwickelte er sich zu einem gestanden Bundesligaspieler beim VFB Stuttgart. Zur Galerie
Er wurde 2009 von Werder Bremen an die Fortuna verliehen und schoss 13 Treffer in der 2. Liga. Anschließend entwickelte er sich zu einem gestanden Bundesligaspieler beim VFB Stuttgart. © Tim Müller

Düsseldorf steht da, wo 96 gerne wäre

Der miese Start ist auch dank Prib, Karaman und Hoffmann korrigiert. Düsseldorf steht da, wo 96 gerne wäre: zwei Punkte hinter einem direkten Aufstiegsplatz. Und mittendrin im Fortuna-Glück steckt eine ordentliche Prise 96-Nostalgie. Zumindest am Montag dürften alle 96-Fans dem Konkurrenten aus dem Rheinland die Daumen drücken - ungeachtet der eigenen noch verbliebenen, leisen Aufstiegsträume.