22. Juni 2020 / 18:38 Uhr

Düsseldorf und Mainz fordern Umverteilung der TV-Gelder: "Sonst wird es die Liga so nicht mehr geben"

Düsseldorf und Mainz fordern Umverteilung der TV-Gelder: "Sonst wird es die Liga so nicht mehr geben"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Thomas Röttgermann fordert eine Umverteilung der TV-Gelder in der Bundesliga.
Thomas Röttgermann fordert eine Umverteilung der TV-Gelder in der Bundesliga. © imago images/Eibner
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Mit drastischen Worten fordert Düsseldorfs Klubchef Thomas Röttgermann eine grundsätzliche Umverteilung der Fernsehgelder in der Bundesliga. Sonst drohe ein finanzieller Kollaps vor allem bei den kleineren Vereinen der Liga, sagte der Vorstandschef.

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Der Vorstandsvorsitzende Thomas Röttgermann von Fortuna Düsseldorf fordert nach dem Abschluss der neuen TV-Rechte eine Umverteilung der Fernsehgelder. Man müsse jetzt strategische Entscheidungen treffen und den Fehler im System ausräumen, sagte der Klubchef der dpa.

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"Wir sprechen seit Jahren davon, dass die Schere zwischen den Vereinen immer weiter auseinander geht, wir unternehmen aber nichts dagegen. Die Krise hat uns den Spiegel vorgehalten und daher ist genau jetzt der Zeitpunkt, etwas zu ändern. Wir brauchen keine Geldverteilung, die die jetzigen Verhältnisse zementiert", sagte der 59-Jährige.

Mit Hinweis auf die gesunkenen Einnahmen warnte Röttgermann vor weiteren finanziellen Problemen. "Bei 13 Klubs drohte in der Corona-Krise die Insolvenz, trotz ständig steigender TV-Gelder. Mindererlöse bereits in der kommenden Saison verschärfen noch die Situation." Das Argument, die deutschen Top-Klubs müssten mit Geld versorgt werden, damit sie international wettbewerbsfähig bleiben, gehe ins Leere und sei ein klassischer Trugschluss, so Röttgermann.

"Ein erneutes "Weiter so" darf es nicht geben, sonst wird es die Bundesliga – so wie wir sie alle lieben – bald nicht mehr geben", erklärte der Fortuna-Boss. "Die finanzielle Situation kleiner Klubs wird sich weiter verschärfen und die Superleague als Krisengewinner wird dann bittere Realität, wenn wir nicht handeln."

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Die Ausschreibung für vier Spielzeiten ergab nach Angaben der Deutschen Fußball Liga am Montag eine Gesamtsumme von 4,4 Milliarden Euro und demnach etwas weniger als zuletzt mit 4,64 Milliarden.

Auch Mainz fordert Änderung des Verteilungsschlüssels

Auch der FSV Mainz 05 hat eine andere Verteilung der Fernsehgelder gefordert. Der nun zu erwartende Rückgang der TV-Gelder treffe vor allem "jene kleineren Klubs härter, die wie wir im Verhältnis mehr von den Medienerlösen abhängig sind als von anderen Einnahmen", sagte Jan Lehmann, der kaufmännische Vorstand der Rheinhessen. "Insofern sollte diese neue Entwicklung auch ein Anlass sein, im Sinne des Wettbewerbs in der Bundesliga über die fairere Verteilung der Medienerlöse zu diskutieren."

Lehmann lobte aber auch die DFL für den Abschluss des Vertrags. "Die DFL hat unter den aktuell schwierigen Umständen bestmöglich verhandelt. Damit kann die Bundesliga umgehen, es ist immer noch viel Geld im Fußballsystem vorhanden", sagte er. "Die neuen Zahlen machen die Zukunft für uns nun ein Stück weit planbar."