27. August 2021 / 11:45 Uhr

Nach den ersten Punkten: FC Grimma hat gegen Zorbau Lust auf mehr

Nach den ersten Punkten: FC Grimma hat gegen Zorbau Lust auf mehr

Tom Rietschel
Leipziger Volkszeitung
Grimmas Kevin Wiegner gibt alles, hier wird er allerdings von Khemgin Solivani gestoppt.
Blau-Weiß Zorbau erwies sich bereits in der vergangenen Saison für Kevin Wiegner und den FC Grimma als Stolperstein. Am Samstag wird er allerdings nicht eingreifen können. © Karsten Hannover
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Nach den Punkten eins, zwei und drei in Martinroda wollen die Mannen von Trainer Alexander Kunert auch endlich im egienen Stadion Punkten und gegen Blau-Weiß Zorbau den zweiten Sieg in Folge eintüten.

Grimma. Sichtlich erleichtert verließen die Spieler des FC Grimma am vergangenen Sonntag das Rasen des Martinrodaer Sportparks. Nach drei Niederlagen am Stück gewannen die Muldestädter in Mittelthüringen mit 2:1 (1:0) und fuhren damit die ersten Punkte der neuen Saison ein. Gewiss, der Druck war aufgrund der Konstellation enorm, auch die Personalsituation war weiterhin höchst angespannt – doch wie sich die junge Mannschaft in Martinroda aus der Affäre zog, ringt jedem einzelnem Akteur großen Respekt ab. „Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Auch wenn die Begegnung zwischenzeitlich zu kippen drohte, hat mein Team immer an den Sieg geglaubt“, resümierte ein sichtlich erleichterter Trainer Alexander Kunert.

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„Fahren nach Grimma, um uns ein Erfolgserlebnis zu holen“

„Die positive Stimmung nach dem Sieg war natürlich auch innerhalb der Trainingswoche deutlich spürbar.“ Doch bereits am Samstag stehen die Muldestädter vor der nächsten ganz wichtigen Begegnung. Mit dem SV Blau-Weiß Zorbau gastiert eine Mannschaft im Grimmaer Husaren-Sportpark, gegen welche man unbedingt den positiven Schwung mitnehmen will. Doch Vorsicht: In der vergangenen Saison verloren die Grimmaer gegen den damaligen Aufsteiger daheim mit 2:3 – ein ähnliches Szenario will die Mannschaft von Trainer Alexander Kunert am Wochenende unbedingt vermeiden. Die Partie wird um 14.00 Uhr im Husaren-Sportpark von Schiedsrichter Leroy Schott (Treffurt) angepfiffen.

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Grimmas Jan Hübner setzt sich gegen Sebastian Dose durch. Zur Galerie
Grimmas Jan Hübner setzt sich gegen Sebastian Dose durch. © Karsten Hannover

Mit dem SV Blau-Weiß Zorbau gastiert am Samstag eine Mannschaft in Grimma, die recht positiv in die neue Saison gestartet war. Zum Auftakt gewann man, zum Ende in dreifacher Überzahl, kurz vor Schluss bei der Jenaer Reserve (die in dieser Begegnung mit ihren A-Junioren antrat) mit 2:1, eine Woche später gelang durch ein Last-Second-Treffer gegen Geheimfavorit VfB Krieschow auf heimischem Geläuf immerhin ein 2:2-Remis. Doch in der anschließenden Englischen Woche setzte es für die Mannen aus dem sachsen-anhaltinischen Burgenlandkreis zwei deutliche Niederlagen. Am letzten Mittwoch unterlag man nach einer torlosen ersten Hälfte in Plauen mit 1:4, am Samstag war man im Heimspiel gegen den FC Rot-Weiß Erfurt beim 0:4 chancenlos.


Nichtsdestotrotz ist Neu-Trainer Alexander Gerth, der zu Saisonbeginn den verdienstvollen Maik Kunze (Sportlicher Leiter und Coach in Personalunion beim 1. FC Zeitz) an der Seitenlinie ablöste, mit dem bisherigem Start nicht unzufrieden. „Wir sind ganz ordentlich in die Serie reingekommen, vor allem der schwer erkämpfte Punkt gegen Krieschow zeigte mir, was die Truppe zu leisten im Stande ist“, so der neue Mann auf der Zorbauer Kommandobrücke. „Die nächsten beiden Spiele waren für uns jedoch nicht einfach, zumal wir sowohl in Plauen als auch gegen Erfurt zusätzlich einige Ausfälle zu beklagen hatten.“ Für den Samstag hofft der Coach nun, dass ihm eventuell zwei, drei personelle Optionen wieder zur Verfügung stehen. „Wir fahren nach Grimma, um uns ein Erfolgserlebnis zu holen“, ist Trainer Gerth für den Samstag recht zuversichtlich. „Wenn wir an die beiden ersten Begegnungen anknüpfen, sehe ich uns nicht chancenlos.“

„Grundtugenden an den Tag legen“

Auch wenn der Coach erst seit Sommer für die Mannschaft verantwortlich ist, vertraut er auf die Qualität des Kaders. Dies ist auch absolut nachzuvollziehen, schließlich haben mit Dominic-René Heine, Sascha Rode (beide BSG Chemie Leipzig) oder Kapitän Fabian Schößler (Hansa Rostock II) einige Akteure bereits in der Regionalliga gespielt. Auch ein Gerald Muwanga (ehemals Inter Leipzig), Niklas Opolka (Chemie Leipzig, Sandersdorf) oder Marcel Nolde (Gera, Eilenburg) haben bei anderen Vereinen in der Oberliga bereits ihre Visitenkarte abgegeben. „Natürlich war es für mich als Trainer eine Veränderung“, so der 33-jährige Coach, der vorher im Nachwuchsbereich von RB Leipzig tätig war. „Aber es ist eine schöne Umstellung, zumal wir uns Woche für Woche besser kennenlernen und ich die Mannschaft daher immer besser einschätzen kann.“

Zwar schmerzt den Zorbauern der Abgang von Gregor Schlichting (Union Sandersdorf), doch haben die ersten Begegnungen durchaus gezeigt, dass man im Burgenlandkreis alles dafür tun wird, auch in der kommenden Saison weiterhin in der Oberliga spielen zu können. Auf Grimmaer Seite hofft man, nach dem kollektiven Aufatmen von Martinroda, nun zweifelsohne auf den nächsten Streich. „Wir wollen das Erfolgserlebnis in Martinroda natürlich mit einem Heimsieg gegen Zorbau vergolden“, spricht FC-Trainer Alexander Kunert das Ziel für diese Begegnung klar aus. „Doch wir werden den Gegner keinesfalls unterschätzen und müssen davon wegkommen, irgendetwas geschenkt zu bekommen.“ Innerhalb der Trainingswoche wurden sich einzelne Sequenzen aus dem Martinroda-Spiel noch einmal angesehen, auch die Intensität in den Übungseinheiten war überaus positiv. „Der Fokus liegt erst einmal ganz klar auf dem Heimspiel gegen Zorbau“, legt Coach Kunert die Prioritäten für sein Team recht klar fest. „Das bevorstehende Pokalspiel gegen Chemnitz ist Zukunftsmusik, zumal wir uns mit einem Erfolgserlebnis für diese Cup-Begegnung zusätzlich etwas Selbstvertrauen holen können.“

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Was den Übungsleiter allerdings weiterhin etwas Bauchschmerzen bereitet, ist die personelle Situation. Neben dem langzeitverletzten Stefan Tröger (Kreuzbandriss) fehlen weiterhin mit Robin Brand (Knöchel), Kevin Wiegner (Oberschenkel) und Vincent Markus (Adduktoren) wichtige Leistungsträger. „Weiterhin kommt für Lucas Bartsch ein Einsatz ebenfalls noch zu früh“, so Kunert. Dazu kommt noch erschwerend, dass sich Kapitän Michel Schwarz am letzten Sonntag eine Gelb-Rote Karte einfing und daher nun für Zorbau gesperrt ist. „Somit ist Kevin Ruppelt der Einzige, der aus dem Lazarett in den Kader zurückkehren wird“, gibt der Coach zu Protokoll. Doch auch trotz dieser nicht unbedingt guten Vorzeichen, gibt sich Alexander Kunert kämpferisch. „Wenn wir wieder die Grundtugenden an den Tag legen, ist mir nicht bange, dass wir auch am Samstag ein positives Ergebnis erzielen werden.“