14. Januar 2022 / 21:03 Uhr

Fragezeichen bleiben, doch die Grizzlys Wolfsburg stehen vor dem Restart

Fragezeichen bleiben, doch die Grizzlys Wolfsburg stehen vor dem Restart

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Eishockey: Grizzlys Wolfsburg - Bremerhaven. DEL, Saison 2021/22
Schwierige Situation: Coach Mike Stewart und die Grizzlys Wolfsburg stehen vor dem Restart nach Corona-Pause - am Sonntag in Bremerhaven. © City-Press Gmbh/Grizzlys Wolfsburg, Britta Schulze
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Eishockey-Vizemeister Grizzlys Wolfsburg kehrt nach knapp zwei Wochen Corona-Pause am Sonntag in den Spielbetrieb zurück. Beim Gastspiel in Bremerhaven. Das zumindest ist der Stand am Freitag. Angesichts der Omikron-Welle, die durchs Land rauscht, ist es bis Sonntag noch ziemlich lange hin.

Es ist nicht mehr als eine Wasserstandsmeldung, während eine Flutwelle rollt: Nach zwei Wochen Spielpause werden die Grizzlys Wolfsburg wohl am Sonntag (16.30 Uhr) in den Spielbetrieb zurückkehren. Die Partie bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven ist angesetzt, und es gab bis Freitagnachmittag keine Anzeichen, dass sich daran etwas ändern wird. Wobei die Wolfsburger seit ihren Corona-Fällen am Donnerstag vor einer Woche, die das Team zeitweise komplett in häusliche Isolation beförderten, ihre Kommunikation zur Lage fast völlig eingestellt haben.

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Sicher ist: Die Grizzlys werden nicht auf ihr komplettes Aufgebot zurückgreifen können. Auf jeden Fall fehlen werden die positiv getesteten Spieler (Anzahl unbekannt), die ein Return-to-Play-Programm durchlaufen müssen. Das Training ist nicht mehr öffentlich für die Presse, es waren nach SPORTBUZZER-Informationen zuletzt aber genügend Akteure auf dem Eis, um das Minimum zu erfüllen. Dieses Minimum beträgt 10 (Feldspieler) plus 1 (Torwart). Mit einem derart kleinen Aufgebot antreten zu müssen, würde Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf nicht behagen.

Diese Regel ist hart, denn: Verletzte, aber Corona-freie Akteure zählen als spielfähig. Theoretisch, so bestätigte die DEL auf SPORTBUZZER-Nachfrage, müsste ein Klub im ungünstigsten Falle antreten, wenn er weniger als zehn einsatzfähige Skater hat. So schlimm ist die Lage bei den Grizzlys wohl nicht, verletzt waren vor der Pause nur Jonas Enlund (Kieferbruch) und Chris DeSousa, der aber eigentlich als Comeback-Kandidat galt.


Fakt ist natürlich auch - und das erklärt die Zurückhaltung der Grizzlys in Sachen konkreter Infos zumindest ein wenig: Momentan kann sich die Lage extrem schnell ändern, die Zahl der Neuinfektionen nimmt exponentiell zu. So musste der ERC Ingolstadt am Donnerstag seine beiden Wochenend-Partien kurzfristig nach Verhängung häuslicher Quarantäne über das Team absagen.

Wolfsburgs Coach Mike Stewart: "Die Situation müssen wir annehmen, aber sie ist schlimm. Wir hatten einen guten Lauf, dann war es, als wurde der Stecker gezogen. Die Planungen für die Spiele, die vergangene Woche kommen sollten, waren hinfällig, alle schon getätigten Gedanken für das weitere Vorgehen in der Olympia-Pause und danach nun ohne Wert. Alles muss neu gedacht werden."

Zur Personalsituation äußert auch Stewart sich nicht - bestätigt aber, dass Stand Freitag angetreten wird. "Es zeigt sich in diesen Tagen, dass Dinge binnen Stunden überholt sein können. Vielleicht könnte ich am Samstag nach dem Abschlusstraining sagen, wer am Sonntag wahrscheinlich spielen wird."

Wie schnell es gehen kann, zeigte sich auch bei Wolfsburgs U17, die Freitagmittag dachte, am Samstag starte sie in die relegation. Dann kam es anders.

Nur wenn die Zahl der einsatzfähigen Akteure unter 10 plus 1 rutscht, weil alle anderen aus Corona-Gründen nicht dabei sein können, könnte ein Spiel noch verlegt werden. In der Anfangsphase der Saison war das noch anders, da wurden Partien auch aus wirtschaftlichen Gründen in gegenseitigem Einvernehmen verlegt. Diese Regelung sollen die Sportlichen Leiter der Klubs vor einigen Wochen, als die Zahl der Corona-Fälle bedenklich zunahm, gekippt haben.

Denn die Pandemie drückt massiv auf den Spielplan, die Olympia-Pause wurde schon für Nachholspiele freigegeben, die Grizzlys sind in dieser nun aktuell der Frühstarter. Ihr für den heutigen Freitag geplantes Heimspiel gegen Iserlohn wurde auf den 11. Februar terminiert. Ursprünglich mal sollte die Olympia-Pause bis zum 25. Februar dauern. Bis Freitagnachmittag wurden von der DEL inzwischen 15 Partien in die Pause terminiert, es sind allerdings noch etliche Spiele ohne Datum, etwa auch das vergangene Woche ausgefallene Spiel der Grizzlys gegen Krefeld.

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Gastgeber Bremerhaven spielte am Freitag aus verschiedenen Gründen nicht in Bestbesetzung. Am Sonntag kehren dann allerdings die jeweils nach dem dritten Faustkampf der Saison für das Duell in Straubing gesperrten Stürmer Christian Wejse und Alex Friesen ins Aufgebot zurück. Absolute Top-Spieler der Pinguins sind übrigens nicht mehr unbedingt die Scoring-Maschinen Jan Urbas, Miha Verlic und Ziga Jeglic. Direkt hinter diesen Stürmern rangiert in der Bremerhavener Scorer-Wertung Phillip Bruggisser, den die Grizzlys zu Saisonbeginn abgegeben hatten. Über Klagenfurt fand der Däne nach Bremerhaven, ist dort offensiv, aber auch defensiv so gut wie noch nie in der DEL, in der er auch schon für Krefeld gespielt hatte.