05. März 2021 / 08:33 Uhr

"Man fragt sich immer wieder wofür": So geht es Leipzigs Regionalliga-Fußballerinnen

"Man fragt sich immer wieder wofür": So geht es Leipzigs Regionalliga-Fußballerinnen

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
Stadt-Derby? Fehlanzeige. Aufgrund des fehlenden Spiel- und Trainingsbetriebs kommt es nicht zum Duell.
Stadt-Derby? Fehlanzeige. Aufgrund des fehlenden Spiel- und Trainingsbetriebs kommt es nicht zum Duell. © Christian Modla
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Die Leipziger Regionalliga-Frauen ringen mit dem Lockdown. Das Training findet für die Fußballerinnen nur einzeln und zu Hause statt. Deshalb ist sich die Mehrheit einig, dass die Saison einfach abgebrochen werden sollte.

Leipzig. Am vergangenen Sonntag hätte der 11. Spieltag in der Regionalliga Nordost Staffel Süd der Frauen stattgefunden. Eintracht Leipzig-Süd hätte die U23 von RB empfangen. Doch seit dem 6. Spieltag Anfang November ruht der Ball für die sieben Mannschaften. Coronabedingt erfolgte zu Saisonbeginn die Aufteilung der 14 Regionalligisten in eine Süd- und eine Nordstaffel. Zu Letzterer gehören beispielsweise FC Viktoria 1889 Berlin, Union Berlin oder der Rostocker FC. In der Südstaffel treffen die Leipziger Mannschaften Eintracht Süd, Phoenix und RB II auf die Teams aus Magdeburg, Bischofswerda, Erfurt und Carl Zeiss Jena II. Der SPORTBUZZER hat bei den Teams aus der Messestadt nachgefragt, wie die bisherige Saison verlief, wie es um die aktuelle Situation bestellt ist und wie idealerweise der weitere Saisonverlauf aussehen sollte.

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Die Frauen vom Cottaweg feierten im Sommer den Aufstieg aus der Landes- in die Regionalliga. Während der ersten Frauenmannschaft zur Spielzeit 2020/21 der Sprung in die 2. Bundesliga gelang und das Team von Katja Greulich dort nach bisher drei absolvierten Spielen Spitzenreiter ist, belegt RB II derzeit den zweiten Platz in der Staffel hinter dem Magdeburger FFC.

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Trainer Manuel-Kurt Kienitz schätzt daher die bisher absolvierte Saison als "sehr gut" ein. "Wir haben keine Partie verloren und nur einmal unentschieden gespielt", lautet sein Fazit. Allerdings macht er auch einige Unterschiede zur Landesliga aus, denn in der Regionalliga sind "das Niveau und die Geschwindigkeit gestiegen und wir haben trotz unserer Bilanz offenere Spiele als in der zuvor." Das liegt vor allem daran, dass die Spiele "körperlicher und intensiver" ausfallen.

Saison einfach abbrechen

Nach dem guten Start in die höhere Spielklasse trainieren die Spielerinnen seit der Schließung der Sportanlagen "separiert im Einzeltraining zu Hause. Wir machen virtuelle Workouts und Challenges, um das Beste aus dieser schwierigen Zeit zu machen", fasst es Kienitz zusammen. Er wünscht sich, dass "idealerweise der Spiel- und Trainingsbetrieb unter Berücksichtigung aller Hygienemaßnahmen zeitnah wieder aufgenommen wird".

Die Frauen vom SV Eintracht Süd gehören fast schon zehn Jahre zur Regionalliga. Trainer Fabian Berger schätzt nach den absolvierten sechs Spielen die Saison als "durchwachsen" ein. Einige Partien seien für seine Elf "unglücklich gelaufen". So findet sich sein Team derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder. Seit November hält sich die Mannschaft mit Lauftraining fit. Einmal die Woche treffen sich die Spielerinnen auf Zoom zu Kräftigungsübungen. Wenn es nach Berger gehen würde, sollte die Saison "auf Null" gefahren und "im Sommer neu gestartet werden".

So sieht es auch Katharina Freitag, die Kapitänin von Phoenix. Ihre Mannschaft trägt derzeit die Rote Laterne. "Letzter Platz in der Tabelle sagt alles aus. Absolut der Wurm drin." Nach fünf Spieltagen stehen 16 Gegentore zu Buche. Derzeit halten sich die Spielerinnen mit Laufplänen fit. "Aber man fragt sich natürlich immer und immer wieder wofür. Und es fällt schwer sich zu motivieren", so Freitag gegenüber dem SPORTBUZZER. Für sie steht fest: "Die Saison sollte einfach abgebrochen werden."