28. Oktober 2019 / 08:44 Uhr

Fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen im Abstiegskracher: PSV Neumünster schlägt Inter Türkspor Kiel (mit Video)

Fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen im Abstiegskracher: PSV Neumünster schlägt Inter Türkspor Kiel (mit Video)

Jan-Philipp Wottge
Kieler Nachrichten
Hitze im Dauerregen: Inters Keeper Hüsnü Özdemir (li.) und Neumünsters Florian Foit (2.v.li.) geigen sich die Meinung und lösen eine Rudelbildung aus. Schiedsrichter Dajinder Pabla (re.), der keine gute Leistung zeigte, eilt herbei.
Hitze im Dauerregen: Inters Keeper Hüsnü Özdemir (li.) und Neumünsters Florian Foit (2.v.li.) geigen sich die Meinung und lösen eine Rudelbildung aus. Schiedsrichter Dajinder Pabla (re.), der keine gute Leistung zeigte, eilt herbei. © Wottge
Anzeige

Unter dem neuen Coach Sven Boy landete der PSV Neumünster den Befreiungsschlag im Abstiegskracher der Fußball-Oberliga gegen Inter Türkspor Kiel. Nach turbulenten 90 Minuten mit fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen gewann der PSV mit 3:1. Niederlagen mussten Eutin 08 (0:2 in Todesfelde) und der Eckernförder SV (1:2 beim VfB Lübeck II) hinnehmen. Derweil machte der TSV Bordesholm in Husum aus einem 2:4 ein 5:4.

Anzeige

PSV Neumünster – Inter Türkspor Kiel 3:1

Der PSV beendete nach sechs Niederlagen in Serie seinen Negativlauf und verschaffte sich Luft im Abstiegskampf. „Das kann aber nur der erste Schritt von vielen gewesen sein“, sagte PSV-Coach Sven Boy nach dem Premierensieg. Dieser wurde von einer ganz schwachen Schiedsrichterleistung begleitet. Der Unparteiische Pabla lag in vielen Szenen komplett daneben. Die Notbremse von Inters Wahel Amadi an Grady Zinkondo ahndete er lediglich mit einer Gelben Karte. Unstrittig war anschließend Inters Führungstor durch Kastriot Alija (24.). Doch der Neumünsteraner Ausgleich sorgte für Diskussionen. Pabla fiel auf eine Schwalbe von Patrick Fürst herein und pfiff Elfmeter. Den verwandelte Timo Barendt zum 1:1 (44.). „Das war die Schlüsselszene. Der Schiedsrichter hat heute viele komische Entscheidungen getroffen. Teilweise gleiche Vergehen unterschiedlich geahndet“, haderte Inter-Coach Özcan Atasoy mit Pabla. Dafür übersah dieser nur zwei Minuten nach der Halbzeit ein Handspiel von Inters Amadi im Strafraum. Fünf Minuten später netzte Fyn Claasen nach einer Ecke zum 2:1 für die Polizisten ein, ehe wieder Pabla im Mittelpunkt stand. Er pfiff Elfmeter nach Foul von Inters Özdemir an Marvin Kehl, verzichtete aber auf die Gelbe Karte für den Inter-Keeper, der kurz zuvor bereits verwarnt worden war. Bei seiner letzten Entscheidung des Tages lag Pabla richtig: Er zeigte Inters Dritin Gashi nach rüdem Foul an Nico Bruns die Rote Karte.

Anzeige
Torbuzzer: VfB Lübeck - Hannover 96 II, Weiche Flensburg - FC St. Pauli II, HSC Hannover - Holstein Kiel II, PSV Neumünster - Inter Türkspor, TSB Flensburg - Preussen Reinfeld
Mehr aus der Flens-Oberliga Schleswig-Holstein

Husumer SV – TSV Bordesholm 4:5

Spannender hätte ein Krimi-Autor das Drehbuch für dieses Spiel nicht schreiben können. Die Bordesholmer gingen früh (4.) durch Malte Petersen in Führung, fingen sich aber noch vor der Pause durch Kevin Knitel (23.), Hendrik Fleige (40.) und Finn Christiansen (44.) einen 1:3-Rückstand ein. Das schnelle 2:3 der Gäste durch Mika Jöhnck (47.) kurz nach Wiederanpfiff konterten die Husumer fast umgehend durch Finn Christiansen zum 4:2 (52.). Den offenen Schlagabtausch mit vielen Torchancen entschieden die Bordesholmer dann innerhalb von sechs Minuten für sich. Mit einem Doppelschlag egalisierte Malte Lucht zum 4:4 (56., 57.), und Jasper Bandholt brachte die Gäste mit 5:4 (62.) wieder nach vorne. „Ein wilder Ritt mit anfälligen Abwehrreihen“, atmete der Bordesholmer Coach Björn Sörensen beim Abpfiff tief durch. Seine Elf hatte nach der frühen Führung ihre Aktivitäten eingestellt und kaum noch einen Zweikampf gewonnen. „Erst nach der Halbzeit haben wir auf schwerem Geläuf eine deutlich bessere Präsenz gezeigt und am Ende glücklich gewonnen“, freute sich Björn Sörensen über den vierten Auswärtssieg, während die Husumer weiterhin auf ihren ersten Heimsieg warten müssen.

(Reinhard Gusner)

VfB Lübeck II — Eckernförder SV 2:1

Der ESV fuhr erhobenen Hauptes nach Hause. Trotz der zwölften Saisonniederlage zeigten die Schwarz-Weißen eine couragierte Leistung. Doch auffällig waren die altbekannten Schwächen: In der Defensive machte der ESV entscheidende Fehler, in der Offensive fehlte die Präzision. Die beiden Gegentreffer fielen in der ersten Halbzeit nach individuellen ESV-Patzern, die Dombrowski (38.) und Tarim (44.) eiskalt ausnutzten. „Das ist sehr ärgerlich, gerade weil wir ein gutes Spiel gemacht haben“, erklärte ESV-Coach Maik Haberlag, dessen Team auch im zweiten Durchgang alles reinwarf. Lübeck verlor den Spielfluss. Doch gute Torchancen ließen die Eckernförder abermals ungenutzt. „Wir belohnen uns wieder nicht, weil wir aus aussichtsreichen Positionen das Tor nicht treffen“, haderte Haberlag. Der Anschlusstreffer von Christopher-Dirk Nommels (90.+2) kam zu spät.

(Max Brosta)

Die besten Torjäger in Schleswig-Holstein aus der Saison 2019/2020 (Oberliga, Landesliga und Verbandsliga). Stand: 9. März 2020

34 Tore Zur Galerie
34 Tore ©

SV Todesfelde – Eutin 08 2:0

„Es frustriert, dass wir es nicht schaffen, torgefährlich zu werden. Letztlich geht der Sieg des SVT in Ordnung, weil sie den Punch in der roten Zone haben“, resümierte 08-Coach Dennis Jaacks. Erneut begannen die Eutiner stark, dominierten mit Ballbesitz, Pressing und Kombinationsfußball. Was fehlte, war der letzte Pass. Den spielte auf der Gegenseite Cedric Szymczak, dessen Abnehmer, Dennis Studt, die Todesfelder Führung (21.) bejubeln konnte. Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Und Todesfelde kontrollierte weiter die Gefahrengebiete. Eutin kam nicht nennenswert zum Abschluss. „Das 2:0 fiel quasi aus dem Nichts. Aber das zeigt aktuell den Unterschied, warum Todesfelde oben und wir unten stehen“, kommentierte Jaacks den trockenen Distanzschuss von SVT-Torjäger Morten Liebert nach Szymczak-Zuspiel zum 2:0 (69.), der den Euntiner Punktetraum endgültig zerstörte.