24. August 2019 / 15:55 Uhr

Nach Frahn-Entlassung: Ex-Kapitän klagt gegen den Chemnitzer FC

Nach Frahn-Entlassung: Ex-Kapitän klagt gegen den Chemnitzer FC

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Anlass für die Entlassung: Daniel Frahn sitzt beim CFC-Gastspiel in Halle inmitten von Fans.
Der Anlass für die Entlassung: Daniel Frahn sitzt beim CFC-Gastspiel in Halle inmitten von Fans. © Picture Point
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Der wegen mutmaßlicher Verbindungen zur rechtsradikalen Hooligan-Szene entlassene Daniel Frahn will seine Demission beim Chemnitzer FC nicht hinnehmen.

Chemnitz. Der wegen seiner angeblichen Nähe zur rechten Szene gekündigte Kapitän Daniel Frahn zieht der „Freien Presse“ zufolge gegen den Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC vor Gericht. Demnach hat der Stürmer Klage beim Arbeitsgericht Chemnitz eingereicht und geht damit gegen seine fristlose Kündigung vor.

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Hintergrund ist ein Vorfall während des Meisterschaftsspiels der Chemnitzer beim Halleschen FC. Der verletzt fehlende Frahn hatte bei der Partie im Gästeblock zwischen CFC-Fans gesessen, die der mutmaßlich rechtsradikalen Szene zugeordnet werden. Daraufhin hatte sich der Club vom Torjäger getrennt und ihm vereinsschädigendes Verhalten vorgeworfen.

Vorausgegangen war ein Eklat im März, als Frahn nach einem Tor ein T-Shirt mit der Aufschrift „Support your local Hools“ (Unterstütze deine lokalen Hools) hochgehalten hatte. Zuvor hatten Fans des CFC den gestorbenen Hooligan und Rechtsextremisten Thomas H. mit einer aufwendigen Choreographie geehrt. Er gilt als Gründer der Hooligan-Vereinigung HooNaRa (Hooligans, Nazis, Rassisten). Frahn hatte damals versichert, er sei „kein Nazi“.

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Schweigeminute vor dem Anpfiff: "Ruhe in Frieden, Tommy", steht auf einem Banner. Der Fanblock zündet Pyrotechnik. ©

Sportlich läuft es weiter nicht für den CFC

Unterdessen kommt der CFC in der 3. Liga nicht voran und wartet weiter auf den ersten Sieg. Der Aufsteiger holte am Samstag trotz Führung beim FC Bayern München II nur ein 2:2 (0:0), sicherte sich vor 2114 Zuschauern aber immerhin im dritten Auswärtsspiel den ersten Punkt in der Fremde. Nach dem Tor von Daniel Bohl (48.) drehten Leon Dajaku (54.) und Jannik Rochelt (64.) das Spiel zugunsten der Bayern, ehe Davud Tuma (85.) doch noch ausglich. Mit nur drei Punkten aus sechs Spielen bleibt Chemnitz Vorletzter.

Dabei sah es nach einer torlosen ersten Halbzeit zunächst gut aus. Eine Flanke von Paul Milde nutzte Bohl mit einem Schuss ins linke Eck zur Führung. Dann schlief die CFC-Abwehr jedoch zweimal Sarpreet Singh hebelte mit einem Pass die gesamte Verteidigung aus, Dajaku schloss aus spitzem Winkel ab. Joker Rochelt stand im Strafraum völlig frei, verwertete das Zuspiel von Kwasi Okyere Wriedt mühelos. Der ebenfalls eingewechselte Tuma versenkte kurz vor Schluss einen strammen Linksschuss in der kurzen Ecke.