18. September 2021 / 14:11 Uhr

Trotz anderer Angebote: Darum entschied sich Franck Ribéry für den Abstiegskampf mit der US Salernitana

Trotz anderer Angebote: Darum entschied sich Franck Ribéry für den Abstiegskampf mit der US Salernitana

Alexis Menuge 
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Franck Ribery spielt seit dieser Saison für US Salernitana.
Franck Ribery spielt seit dieser Saison für US Salernitana. © IMAGO/Insidefoto
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Franck Ribéry hätte seiner Karriere entspannter ausklingen lassen können. Doch der ehemalige Star des FC Bayern entschied sich gegen andere Angebote und spielt nun beim italienischen Abstiegskandidaten US Salernitana. Mit 38 Jahren steht er nun vor der wohl schwierigsten Herausforderung seiner Karriere.

Die wohl letzte Herausforderung von Franck Ribéry in seiner langen und von Highlights geprägten Karriere wird womöglich die schwierigste Aufgabe: Anfang der vergangenen Woche unterschrieb der ehemalige Bayern-Star für ein Jahr bei der US Salernitana. Der Aufsteiger steht in der Serie A bereits nach drei Spieltagen mit null Punkten auf dem letzten Platz. Bei Ribérys Premiere am letzten Wochenende gab es prompt eine 0:4-Klatsche beim AC Turin. Als der Franzose in der 67.Minute eingewechselt wurde, stand es bereits 0:2. Auch mit ihm gab es dann keine Wende, sondern am Ende eine Packung.

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Folglich stellt sich die Frage: Warum wollte der ehemalige französische Nationalspieler mit 38 Jahren unbedingt weitermachen? Die Antwort ist einfach: Trotz zahlreicher Verletzungen in den vergangenen Jahren fühlt er sich heute nach wie vor fit genug, um noch ein Jahr dranzuhängen. "Ich habe noch große Lust auf Fußball", sagte er bei seiner Vorstellung in Salerno: "Ich fühle mich fit und motiviert. um noch ein Mal alles zu geben. Mein Körper macht auch weiter mit, also gibt es in meinen Augen keinen Grund, meine Laufbahn zu beenden. An dem Tag, an dem ich morgens beim Aufstehen spüre, dass ich überall Schmerzen habe, werde ich meine Schuhe an den Nagel hängen."

Ribéry hielt sich beim FC Bayern fit

Während er sich auf dem Trainingsgelände des deutschen Rekordmeisters an der Säbener Straße in München in diesem Sommer individuell fit hielt, bekam sein Berater Alain Migliaccio einige Angebote aus der Türkei. Von Olympique Lyon gab es sogar konkretes Interesse, aber für Ribéry kam eine Rückkehr in seine Heimat nicht infrage. Auch Hertha BSC soll über seine Verpflichtung nachgedacht haben. Doch der Routinier entschied sich anders, als viele erwartet hatten. Er wollte weiter in Italien spielen, wo er zuvor zwei schöne Jahre beim AC Florenz verbrachte und von den Fans geliebt wird.

Hellas Verona schien im Werben um Ribérys Dienste lange Zeit die Nase vorn zu haben. Am Ende entschied sich der Flügelstürmer jedoch dafür, künftig eine halbe Stunde Autofahrt von Neapel entfernt und direkt an der Küste zu spielen, während seine Familie in München sesshaft bleibt. "Mit ist völlig bewusst, dass diese Saison eine Komplizierte wird, aber wir haben sicherlich das Potenzial über diese Spielzeit hinaus in der Serie A zu bleiben. Das ist auch das oberste Ziel“, meint Ribéry.

Ein paar Wochen nachdem Arjen Robben, sein ehemaliger kongenialer Partner beim FC Bayern, die Karriere beendete, macht Ribéry also weiter. "Ich liebe Fußball wie am ersten Tag. Er macht mir nach wie vor glücklich. Diese Freude jeden Tag im Training ist intakt. Als Profi will ich jeden Augenblick noch mehr genießen, denn ich weiß, dass es irgendwann vorbei ist", sagt der sechsmalige deutsche Meister. Zumindest im Erfolgsfall wird diese noch eine Weile dauern. Ribérys Vertrag in Salerno verlängert sich beim Klassenerhalt automatisch um eine weitere Saison.