15. November 2021 / 18:29 Uhr

Freundschaftlich und fordernd: Teltows Frank Lange feiert 70. Geburtstag

Freundschaftlich und fordernd: Teltows Frank Lange feiert 70. Geburtstag

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Patrick Hinze (links), Trainer RSV Eintracht, und sein Vater Frank Lange
Frank Lange (r.) ist sportlicher Leiter beim Teltower FV, sein Sohn, Patrick Hinze, Trainer des Oberligisten RSV Eintracht 1949. © Frank Nessler
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Landesklasse West: Er führte Turbine Potsdam in die Bundesliga und war 18 Jahre Betreuer bei Tennis Borussia Berlin. Am heutigen Montag feiert Frank Lange seinen 70. Geburtstag.

Jens Melzig korrigiert sich am Telefon ziemlich schnell. „Mit seinen Geschichten kann er einen ganzen Abend füllen“, sagt der ehemalige Bundesliga-Profi von Dynamo Dresden und Bayer Leverkusen, nur um hinterherzuschieben: „Nein, ,Franky’ kann mehrere Abende füllen.“ Mit „Franky“ meint Melzig Frank Lange, der sei ein „Hansdampf in allen Gassen“. Am Montag feierte Lange mit zahlreichen Gästen in Teltow seinen 70. Geburtstag. „Es ist von jeder Truppe, bei der ich mal war, jemand da“, sagte Lange über die Gästeliste. 

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Als Trainer begann er bei Motor Teltow – Vorgängerverein des Teltower FV – seine Karriere, wo er bis 1986 an der Linie steht. Dann folgt der Wechsel als Co-Trainer zur BSG Motor Ludwigsfelde, dem heutigen Ludwigsfelder FC. „Er ist sehr engagiert, manchmal auch ein bisschen aufbrausend und fordernd. Aber er ist immer absolut ehrlich und ein echter Freund. Du kannst dich immer zu 110 Prozent auf ihn verlassen“, sagt Volker Löbenberg, der damals noch Spieler bei Motor war und heute den VfB Trebbin in der Landesliga Nord trainiert.

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 1994 führte Lange als Coach die Spielerinnen von Turbine Potsdam in die Bundesliga, musste aber anschließend den Posten räumen, was nicht einfach zu verkraften gewesen sei. „Im Nachhinein muss ich aber auch sagen, dass ich sonst nie bei Tebe gelandet wäre“, sagt Lange. Denn anschließend zieht es ihn nach Berlin, wo er fast 18 Jahre Betreuer bei Tennis Borussia Berlin war, unter anderem an der Seite von Trainer Hermann Gerland, mit dem er bis heute befreundet ist. Er erinnert sich an eine Anekdote in Kyritz, wo sich das Team damals vorbereitet und die Abfahrt eines Ausflugsschiffs verpasste. „Ich bin auf den Steg gerannt, hab gepfiffen und gewunken und das Schiff ist tatsächlich zurückgekommen. Danach hat Hermann Gerland gesagt: ,Du kannst ja fast alles. Wenn du noch 5-Mark-Stücke machen kannst, dann bist du der Beste.’“

"Trainer des Jahres" 2019

Damals lernte Lange auch Melzig kennen, der als Spieler zu Tebe kam. „Wir haben uns gut verstanden, weil wir für die gleichen Werte stehen: Ordnung, Disziplin, Geradlinigkeit. Wir hatten viel Spaß zusammen“, sagte Melzig, der heute in Cottbus als Verbandssportlehrer beim Fußball-Landesverband Brandenburg arbeitet, und verrät, dass sie ein gemeinsames Hobby haben: die Kaninchenzucht. „Da haben wir auch schon mal das ein oder andere Kaninchen ausgetauscht“, berichtet Melzig, der ab und zu auch bei Spielen des Landesklasse-West-Tabellenführers Teltower FV vorbeischaut, wo Lange seit 2019 Sportlicher Leiter ist.

Zuvor hatte Lange noch den VfB Trebbin zum Aufstieg in die Landesliga und dem Kreispokalsieg geführt, wofür er bei der MAZ-Wahl 2019 zum „Trainer des Jahres“ gewählt wurde – vor seinem Sohn Patrick Hinze, der den Oberligisten RSV Eintracht 1949 trainiert.