07. Januar 2021 / 19:57 Uhr

Frank Rost über abgelehntes Tönnies-Angebot: Schalke-Bosse "wollen Gesicht wahren"

Frank Rost über abgelehntes Tönnies-Angebot: Schalke-Bosse "wollen Gesicht wahren"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Clemens Tönnies ist beim FC Schalke offenbar nicht mehr erwünscht. 
Clemens Tönnies ist beim FC Schalke offenbar nicht mehr erwünscht.  © imago/Kirchner-Media/Nordphoto/Revierfoto/Montage
Anzeige

Quo vadis, Clemens Tönnies? Laut übereinstimmenden Medienberichten hat der FC Schalke 04 dem Unternehmer eine Absage erteilt, nachdem dieser seine finanzielle Unterstützung angeboten hat. Ex-Torhüter Frank Rost glaubt den Grund hinter der Entscheidung gegen Tönnies zu erkennen.

Anzeige

Die Lage auf Schalke ist prekär. Doch trotz finanzieller Probleme, haben die Bosse des Ruhrpott-Klubs laut übereinstimmenden Medienberichten eine erneute Unterstützung des Ex-Investors und -Klubchefs Clemens Tönnies abgelehnt. Eine Entscheidung, die auch Risiken birgt, wie der ehemalige S04-Torwart Frank Rost gegenüber Sport1 verriet. "Das ist immer ein zweischneidiges Schwert. Dass man jetzt auch offiziell die Zusammenarbeit mit Tönnies ablehnt, da wollen die Bosse ihr Gesicht wahren."

Anzeige

Man könne in der Chef-Etage beim FC Schalke nicht permanent "eine Rolle rückwärts machen", so Rost. Auch sportlich wünscht sich der Ex-Nationalspieler die Konsequenz, die im Falle Tönnies an den Tag gelegt wurde. "Endlich mal zu Dingen stehen, die man formuliert und nicht dann wieder revidieren." Der Fleischfabrikant war im Vorjahr von all seinen Ämtern zurückgetreten, nachdem massive Verstöße gegen die Corona-Regeln in seinem Betrieb festgestellt wurden. Auch die Fans würden dem Vorstand eine neuerliche Einmischung von Tönnies in Klubangelegenheiten wohl nicht verzeihen. Bereits nach dessen rassistischen Äußerungen im Jahr 2019 hatte es viel Kritik gegeben.

Mehr vom SPORTBUZZER

Dass Tönnies danach seine Ämter für drei Monate ruhen ließ, werteten viele Anhänger als unzureichend. Doch so ganz könne man den Unternehmer nicht aus den Gelsenkirchener Köpfen streichen, meint Rost. "Das Thema Tönnies spielt auf Schalke immer eine große Rolle, weil die Familie Tönnies seit Jahrzehnten mit Schalke 04 verbunden ist. Es ist sicherlich ein schweres Thema." Dennoch sollte man es nicht allzu hoch hängen, denn der Verein hat derzeit ganz andere Sorgen. "Einfach mal auf Sport konzentrieren. Einfach mal zu Spielern stehen wie jetzt zu dem Nein zu Tönnies, und nicht andauernd wieder Spieler degradieren und sie dann wieder holen", wünscht sich der 47-Jährige.

Rost stand von 2002 bis 2007 zwischen den Pfosten beim FC Schalke und absolvierte insgesamt 196 Spiele für den Ruhrpott-Klub. 2006 gewann er mit den Schalkern den deutschen Ligapokal, der heute als Supercup vor jeder Saison ausgespielt wird. In seiner Zeit im Ruhrgebiet lief Rost auch für die deutsche Nationalmannschaft auf - und kam zu vier Einsätzen.