12. September 2020 / 11:45 Uhr

Frankfurt-Boss Fredi Bobic warnt Top-Klubs vor Insolvenz und plädiert für Gehaltsobergrenze

Frankfurt-Boss Fredi Bobic warnt Top-Klubs vor Insolvenz und plädiert für Gehaltsobergrenze

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fredi Bobic ist als Sportvorstand bei Eintracht Frankfurt beschäftigt.
Fredi Bobic ist als Sportvorstand bei Eintracht Frankfurt beschäftigt. © Getty Images/Montage
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Fredi Bobic rechnet mit weiteren harten Folgen durch die Coronavirus-Pandemie. Der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt spricht in einem Interview mit dem Nachrichtenportal "t-online" über die mögliche Insolvenz für Top-Klubs, eine Gehaltsobergrenze und die Zuschauer-Rückkehr.

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Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic sieht weitere schwere Folgen der Coronavirus-Krise auf die Vereine zukommen. "Je länger die Pandemie andauert, desto spannender wird es. Klubs mit großen Namen könnten insolvent gehen", sagt der 48-Jährige im Interview mit dem Nachrichtenportal t-online. Zudem werde sich aus finanziellen Gründen der Transfermarkt verändern. Bobic geht davon aus, dass die Vereine vorsichtiger werden. "Denn jetzt sehen sie, was passieren kann. Die Spieler werden vielleicht auch dankbarer dafür sein, wenn sie bei einem Verein unter Vertrag stehen, der das Gehalt zahlen kann", erklärt Bobic.

Einen Millionenmarkt für Spieler wie den Neu-Münchner Leroy Sané sowie die beiden neuen Chelsea-Stars Kai Havertz und Timo Werner werde es immer geben. "Aber mal abgesehen von diesen Stars der Branche: Es wird künftig mehr arbeitslose Profifußballer geben", meint der Frankfurt-Boss, der aufgrund der hohen Gehaltszahlungen auch Auswirkungen auf die Klubs der zweiten und dritten Liga erwartet: "Viele Profis spielen eine Gehaltsklasse zu hoch für ihre fußballerische Qualität."

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Der frühere Profi des VfB Stuttgart, von Borussia Dortmund, Hannover 96 und Hertha BSC plädiert aus diesen Gründen auch für eine "Reglementierung der Profigehälter" durch eine Gehaltsobergrenze. "Denn es würde vieles vereinfachen, weil man genau wüsste, dass ein 21-Jähriger nur bis zu einer bestimmten Summe verdienen darf. Auch die Provisionsbasis der Spielerberater würde ich gesetzlich verankern", sagt Bobic. Er glaube aber nicht, dass dies eintreten werde. "Weil das nur der Gesetzgeber umsetzen kann und ein Verband das alleine nicht schafft. Außerdem würde man sich gegenüber anderen Verbänden selbst schwächen", meint Bobic.

Zuletzt beschäftigte sich der Ex-Profi bei Eintracht Frankfurt mit einer Zuschauer-Rückkehr. Und am Freitag gab es grünes Licht vom zuständigen Gesundheitsamt. 6500 Fans dürfen das Heimspiel gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld im Stadion verfolgen. Bobic hofft in der Zuschauer-Frage auf steigende Zahlen. Es müssten aber keine ausverkauften Stadien sein. "Ich bin überzeugt davon, dass wir mehr als 50 Prozent Auslastung in den Arenen hinbekommen können", so Bobic.