13. September 2020 / 09:08 Uhr

Frankfurt-Sportvorstand Bobic rechnet mit hohen Corona-Verlusten: "Das ist schon brutal und reißt ein Loch"

Frankfurt-Sportvorstand Bobic rechnet mit hohen Corona-Verlusten: "Das ist schon brutal und reißt ein Loch"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Fredi Bobic und Eintracht Frankfurt machen große Umsatzverluste durch die Corona-Krise.
Fredi Bobic und Eintracht Frankfurt machen große Umsatzverluste durch die Corona-Krise. © imago images/Martin Hoffmann
Anzeige

Die finanziellen Folgen der Corona-Krise trifft viele Bundesliga-Klubs hart. Auch Eintracht Frankfurt: Sportvorstand Fredi Bobic rechnet mit einem Minus von insgesamt 50 bis 75 Millionen Euro im Umsatz. Angst vor der Insolvenz hat Bobic, der auf die gute wirtschaftliche Arbeit in der Vergangenheit verweist, aber aktuell nicht.

Anzeige

Bundesligist Eintracht Frankfurt rechnet wegen der Corona-Krise mit einem Minus von "50 bis 75 Millionen im Umsatz". Das sagte Sportvorstand Fredi Bobic der BamS. Dies sei zudem ohne Transferausgaben "noch konservativ gerechnet", führte der frühere Nationalspieler aus. "Ja, das ist schon brutal und reißt ein Loch. Zum Glück haben wir in den letzten vier Jahren, die super für uns gelaufen sind, Eigenkapital und Liquidität aufgebaut." Bis Ende Juli habe die Eintracht laut Bobic bereits 15 Millionen Euro zu beklagen gehabt.

Sicherheit gebe indes die gute wirtschaftliche Arbeit der Frankfurter, die die Qualifikation für das internationale Geschäft als Tabellen-Neunter verpassten, in den letzten Jahren. "Wir waren in der Bundesliga zuletzt der Klub, der am stärksten gewachsen ist", betonte Bobic. Die Corona-Krise treffe die Hessen in der Phase des Aufschwungs deshalb umso mehr. "Ich würde sogar von einer Vollbremsung reden. Aber trotzdem werden wir so schnell wie möglich wieder aufs Gaspedal treten", gibt sich der 48-Jährige kämpferisch.

Mehr vom SPORTBUZZER

Dass zum Saisonstart gegen Arminia Bielefeld am kommenden Samstag 6500 Zuschauer ins Stadion dürfen, bewertet Bobic sehr positiv. "Es ist gut, dass da endlich Bewegung reinkommt. Ich spüre ja auch bei mir diese Sehnsucht, wieder rauszugehen - ins Theater, Kino oder eben ins Stadion. Man darf den Fußball zudem nicht nur auf sich selbst bezogen sehen, sondern als Signal für die Gesellschaft. Wir können die Lokomotive für vieles sein, können mutig vorangehen. Ich finde, es ist an der Zeit, Vertrauen einzufordern."

Im Zuge der Pandemie sieht Bobic weitere schwere Folgen der Coronavirus-Krise auf die Vereine zukommen. "Je länger die Pandemie andauert, desto spannender wird es. Klubs mit großen Namen könnten insolvent gehen", sagt der 48-Jährige im Interview mit dem Nachrichtenportal t-online. Zudem werde sich aus finanziellen Gründen der Transfermarkt verändern. Bobic geht davon aus, dass die Vereine vorsichtiger werden. "Denn jetzt sehen sie, was passieren kann. Die Spieler werden vielleicht auch dankbarer dafür sein, wenn sie bei einem Verein unter Vertrag stehen, der das Gehalt zahlen kann", erklärt Bobic.