10. Juli 2018 / 12:45 Uhr

Frankreich erster WM-Finalist: Umtiti köpft „Équipe tricolore“ zum Sieg über Belgien

Frankreich erster WM-Finalist: Umtiti köpft „Équipe tricolore“ zum Sieg über Belgien

Frank Hellmann
Frankreich jubelt: Die „Équipe tricolore“ schlägt Belgien im packenden WM-Halbfinale mit 1:0.
Frankreich jubelt: Die „Équipe tricolore“ schlägt Belgien im packenden WM-Halbfinale mit 1:0. © imago/PA Images
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Die „goldene Generation“ von WM-Favorit Belgien bleibt vorerst ohne Titel: Samuel Umtiti vom FC Barcelona sorgt mit seinem Kopfballtor für die dritte Finalteilnahme Frankreichs bei einer WM.

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Vielleicht hat es das Beisein des französischen Staatspräsidenten ja in der Zarenstadt gebraucht. Emmanuel Macron wollte an einem kühlen Sommerabend in St. Petersburg nicht fehlen, als die „Équipe tricolore“ aus dem Krestowski-Stadion ein weltweit beachtetes Signal aussendete: Mit einem 1:0 (0:0)-Sieg im Halbfinale gegen Belgien steht Frankreich als erster Endspielteilnehmer der WM 2018 fest. Wie so oft musste in einer solch umkämpften Auseinandersetzung eine Standardsituation der Wegweiser sein: Nach einer Ecke von Antoine Griezmann erwischte Samuel Umtiti genau das richtige Timing, um die Kugel einzuköpfen (51.).

Für den 24-jährigen Abwehrspieler vom FC Barcelona war es definitivdas wichtigste Ausrufezeichen seiner Karriere. Zudem war es eine Aktion, die all die Entschlossenheit ausdrückte, mit der die „Bleus“ letztlich ihre Mission beim gesamten Turnier in Russland verfolgen. Nicht immer spektakulär, aber effektiv.

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Die breit mit Talenten besetzte französische Mannschaft gehört bei der WM in Russland zu den absoluten Top-Favoriten. Doch die "Equipe Tricolore" blickt auch auf eine ruhmreiche Vergangenheit zurück. Wir haben 15 der größten Frankreich-Stars unter die Lupe genommen und uns gefragt: Was machen sie eigentlich heute? Das Ergebnis findet ihr in der Galerie - klickt euch durch! ©
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Wird Deschamps als dritter Spieler nach Zagallo und Beckenbauer auch als Trainer Weltmeister

Unweigerlich tauchen nun die Parallelen zur Generation von vor 20 Jahren auf, die bei der WM im eigenen Land mit dem Kapitän Didier Deschamps das bisher einzige Mal in der Geschichte des französischen Fußballs den Goldpokal empfing. Der Nationaltrainer hat zuerst das verlorene EM-Endspiel 2016 als Wiedergutmachung im Sinn: „Da haben wir etwas Außergewöhnliches verpasst. Das WM-Finale bietet eine noch viel bessere Möglichkeit.“

General Deschamps wäre der dritte, der sich nach Mario Zagallo und Franz Beckenbauer als Spieler und als Trainer zum Weltmeister krönen könnte. Zuzutrauen ist es diesem ergebnisorientierten Ensemble, das die Ambitionen der „Roten Teufel“ einbremste. Der Finalgegner wird am Mittwoch zwischen England und Kroatien ermittelt.

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Die Nachbarn legten ohne größere Zurückhaltung los, obwohl sich auf den Tribünen erschreckend wenige Landsleute eingefunden hatten. Tagsüber befanden sich auf einer Schlagader wie dem Newski-Prospekt bereits mehr chinesische Touristen als belgische und französische Fans. Die erste halbe Stunde sollte im Zeichen eines Spielers stehen, der die Fußball-Welt mit seiner Finesse verzückt: Wie der geschmeidige Eden Hazard durch französische Abwehrreihen flitzte, als seien die Gegner nur Statisten, war erstaunlich. Der Edeltechniker vom FC Chelsea tat so viel Gutes, dass sich Real Madrid wohl bald ernsthaft mit diesem Unterschiedsspieler beschäftigen wird.

Die beste belgische Chance hatte trotzdem ein Abwehrmann: Als Toby Alderweireld abzog, zeigte Hugo Lloris eine Prachtparade (22.). Der französische Kapitän gab seinen Vorderleuten damit die Initialzündung, selbst den Vorwärtsgang einzulegen, nachdem das 4-3-3-System lange zu wenig kreativ wirkte.

Entscheidender Moment nach der Halbzeit

Ein Kopfball von Olivier Giroud war schon mal ein zarter Anfang (31.), dann verzog Antoine Griezmann (33.), ehe ein Spieler aus der Bundesliga die beste Möglichkeit vergab: Verteidiger Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart scheiterte am vorzüglich mit dem Fuß reagierenden Torwart Thibaut Courtois. Fazit des ersten Durchgangs: Die in einer sehr flexibel ausgelegten 3-5-2-Anordnung agierenden Belgier waren lange das aktivere Team, aber Frankreich am Ende mindestens genauso gefährlich.

Nach dem Wechsel ereignete sich der entscheidende Moment: Umtiti entwischte bei dem Eckball seinem Gegenspieler Marouane Fellaini, der im Kopfballduell Sekundenbruchteile zu spät kam.

Belgiens Nationaltrainer Roberto Martinez reagierte mit der Hereinnahme von Dries Mertens und später auch Yannick Carrasco, um mehr Offensivwucht zu erzeugen. Möglichkeiten des diesmal nicht so prägenden Kevin De Bruyne (61.), Fellaini (65.) oder Alex Witsel (81.) brachten keinen Ertrag. Die viel gelobten Protagonisten in den feuerroten Jerseys rannten unermüdlich an, aber letztlich fanden sie keine Lösung. So blieb auf der Ehrentribüne auch dem belgischen König Philippe und der Königin Mathilde gar nichts anderes übrig, als Monsieur Macron zu einem nicht unverdienten Erfolg der Grande Nation zu gratulieren.

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