30. November 2020 / 07:33 Uhr

Frankreich-Trainer Didier Deschamps adelt Gladbach-Star Marcus Thuram: "Er hat die Wucht, den Vorwärtsdrang"

Frankreich-Trainer Didier Deschamps adelt Gladbach-Star Marcus Thuram: "Er hat die Wucht, den Vorwärtsdrang"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Didier Deschamps (links) im Gespräch mit Marcus Thuram.
Didier Deschamps (links) im Gespräch mit Marcus Thuram. © imago images/PanoramiC
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Die Karriere von Marcus Thuram verläuft weiter steil nach oben. Mit dem Debüt in der französischen Nationalmannschaft hat der Offensiv-Star von Borussia Mönchengladbach vor wenigen Wochen den nächsten großen Schritt gemacht. Frankreich-Coach Didier Deschamps lobt den 23-Jährigen für dessen Entwicklung.

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Star in der Bundesliga, Nationalspieler in Frankreich: Marcus Thuram ist ein ganz wichtiger Faktor von Borussia Mönchengladbach. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps beobachtet den Offensivspieler schon seit seinem rasanten Aufstieg beim Ligue-1-Klub EA Guingamp. Im November durfte der 23-Jährige erstmals für die Equipe Tricolore auflaufen. Im Kicker spricht Frankreich-Coach Deschamps über die Entwicklung des Gladbach-Stars und die Gründe für die Nominierung.

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"Die Entwicklung von Marcus beobachte ich schon seit geraumer Zeit. So wie er spielt, hat er ein interessantes Profil. Er hat schon in Guingamp auf sich aufmerksam gemacht und ist durch seinen Wechsel in die Bundesliga sowie in der Champions League auf ein höheres Niveau gekommen. Marcus besitzt die Fähigkeiten, Unterschiede herzustellen. Er hat die Wucht, den Vorwärtsdrang, er macht Tore und bereitet welche vor", sagt Deschamps. Außerdem sei Thurman ein Typ, der in wichtigen Spielen präsent ist. Das sei für den französischen Auswahltrainer der Augenblick, ihn zu nominieren.

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Die Nominierung habe mit dem Vater des Gladbacher Offensivspielers nichts zu tun. "Natürlich hatte ich eine besondere Beziehung zu seinem Vater. Aber das Wichtigste ist: Ich habe ihn wegen seiner Leistungen geholt, nicht weil ich seinen Vater gut kannte", erklärt Deschamps, der mit Lilian Thuram einst zusammen in der französischen Nationalmannschaft spielte. Die Kader-Berücksichtigung sei als Anerkennung der Fortschritte des Bundesliga-Profis zu verstehen. "Und er hat weiterhin Luft nach oben. Er ist immer locker geblieben, kennt die anderen Spieler unseres Kaders. Die erste Einladung hat ihn nicht verkrampfen lassen, das entspricht seinem Charakter". so Deschamps.

Thuram liebe die Herausforderung, den Druck und das Adrenalin. Bei seiner Premiere im Trikot der Equipe Tricolore gegen Finnland traf er zwar nur die Latte, zeigte aber "interessante Sachen, sodass ich ihn auch in Portugal und gegen Schweden einwechselte", erklärt der Nationaltrainer. Für Gladbach kam der 23-Jähriuge in dieser Spielzeit bereits 14 Mal in der Bundesliga, Champions League und im DFB-Pokal zum Einsatz. Dabei erzielte Thuram vier Treffer und gab sechs Vorlagen. Seinen Marktwert verbesserte das Portal tranfermarkt.de auf 40 Millionen Euro. Der Vertrag des Angreifers läuft bei den Fohlen noch bis Sommer 2023. Und an einen Abschied denkt er aktuell offenbar nicht.

Thuram: "Gladbach war die beste Wahl für meine Karriere"

"Ich konzentriere mich momentan voll, zu 100 Prozent, auf Borussia und bin sehr glücklich, hier zu sein. Ich habe auch mit keinem anderen Klub gesprochen. Die Borussia hat mir viele Karriereschritte ermöglicht, ich spiele Champions League und habe den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft", sagte Thurman in einem Interview mit dem Kicker: "Ich bin in Gladbach nicht nur als Spieler, sondern auch als Mensch gewachsen, habe mich weiterentwickelt. Borussia war die beste Wahl für meine Karriere."

Thuram legt viel Wert auf einen fairen Umgang miteinander. "Es ist wichtiger, ein guter Mensch zu sein, als ein guter Fußballer, viel wichtiger. Und ja, ich versuche, ein guter Mensch zu sein", sagte der Franzose: "Ich vertrete die Ansicht: Wird man ein besserer Mensch, wird man auch ein besserer Spieler. Das Leben ist wie ein Fußballspiel, ich sehe da viele Parallelen". Der 23-Jährige hatte im Frühjahr viel positives Feedback erfahren, als er nach einem Treffer gegen Rassismus protestierte. "Wenn ich es bei einem Thema für wichtig halte, werde ich wieder für meine Überzeugung eintreten und meine Meinung kundtun, ganz sicher", sagte er: "Niemand muss. Aber ich denke, wir haben schon die Pflicht, für Dinge einzustehen, die uns wichtig sind. Als junge schwarze Spieler können wir es nicht stillschweigend hinnehmen, was George Floyd passiert ist - und auch anderen passiert."