09. Oktober 2022 / 08:55 Uhr

Frankreich und England drohen Hammergruppe: Fragen und Antworten zur EM-Quali-Auslosung in Frankfurt

Frankreich und England drohen Hammergruppe: Fragen und Antworten zur EM-Quali-Auslosung in Frankfurt

André Batistic
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Am Samstag findet die Auslosung für die WM-Qualifikation statt.
Am Samstag findet die Auslosung für die WM-Qualifikation statt. © Getty Images/IMAGO/Schüler (Montage)
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Am Sonntag schauen die UEFA-Mitgliedsverbände gebannt nach Deutschland. In Frankfurt werden die Qualifikationsgruppen für die Europameisterschaft 2024 ausgelost. Der SPORTBUZZER erklärt, warum die DFB-Elf bei der Auslosung zur Heim-EM keine große Rolle spielt und warum Frankreich und England vorab besonders um das EM-Ticket zittern müssen.

So viel steht bereits fest: Die deutsche Nationalmannschaft wird am 14. Juni 2024 in der Allianz-Arena in München die Europameisterschaft als bereits qualifizierte Gastgeber-Nation eröffnen. Im Vorfeld sind die Hoffnungen groß, dass das DFB-Team das Zeug dazu hat, das Finale exakt einen Monat später (14. Juli) im Berliner Olympiastadion zu erreichen. Was aber noch komplett fehlt, sind die möglichen Gegner des Teams von Bundestrainer Hansi Flick. 53 Mitglieds­verbände der Europäischen Fußball-Union UEFA streiten sich in der anstehenden EM-Qualifikation um 24 Teilnehmer­plätze. An diesem Sonntag (12 Uhr, im SPORTBUZZER-Ticker) werden die Quali-Gruppen in der Frankfurter Festhalle ausgelost. Der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschlands (RND), beantwortet im Vorfeld die wichtigsten Fragen.

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Wie funktioniert die EM-Qualifikation?

53 Nationalverbände, die sich in sieben Lostöpfen befinden, werden in zehn Qualifikationsgruppen eingeteilt (sieben Fünfergruppen und drei Sechsergruppen). Die Gruppensieger und Gruppenzweiten sind fix für die EM in Deutschland qualifiziert. Drei weitere Teilnehmer, die sich auf normalem Weg nicht qualifizieren konnten, werden anhand ihres Abschneidens in der kürzlich beendeten Nations-League-Saison über Play-offs ermittelt. Die russische National­mannschaft hat aber schon im Vornherein keine Chance auf das EM-Ticket. Wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine ist Russland von der UEFA für alle Wettbewerbe suspendiert.

Drohen in der Qualifikation Hammergruppen?

Klares Ja! Weil die abgelaufene Nations-League-Saison bei der Zusammenstellung der Lostöpfe zurate gezogen wurde, finden sich mit England (Absteiger aus der A-Liga) und Frankreich (mit nur einem Sieg der schlechteste Gruppendritte der A-Liga) gleich zwei Top-Nationen im zweiten Lostopf wieder. Beide könnten in der Qualifikation so nun im schlimmsten Fall auf eine Top-Nation wie Titelverteidiger Italien (als Gruppenkopf gesetzt) treffen. Dazu drohen aus den weiterten Töpfen zum Beispiel Norwegen um Superstar Erling Haaland (Topf drei), die von Ex-U21-Nationalcoach Stefan Kuntz trainierte Türkei (Topf vier) und den letztjährigen EM-Teil­nehmer Slowakei (Topf fünf) treffen. Das klingt schon nach einer echten Hammergruppe.

Wann finden die Qualifikationsspiele statt?

Die Gruppenphase ist vom 23. März bis 21. November 2023 in zehn Spieltagen (jeweils zwei im März, Juni, September, Oktober und November) angesetzt. Die Play-offs um die restlichen vier Plätze steigen vom 21. bis 26. März 2024.

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Warum spielt die deutsche Nationalmannschaft in keiner Quali-Gruppe?

Als Gastgeber ist Deutschland automatisch qualifiziert. Doch im Gegensatz zu vergangenen Turniergastgebern wie Frankreich (EM 2016), Russland (WM 2018) und Katar (WM 2022) hat sich das DFB-Team dazu entschlossen, sich nicht als Gastmannschaft außer Konkurrenz in eine der Gruppen zulosen lassen. Stattdessen will Deutschland an den Quali-Spieltagen Testspiele gegen verfügbare Top-Nationen austragen. Die UEFA als Vertragspartner der DFB-Spiele teilte zuletzt ausdrücklich mit, dass Deutschland auch nicht europäische Gegner auswählen dürfe. Prestigeduelle mit Argentinien und Brasilien wären im Jahr vor der Heim-EM somit auch möglich.

Was plant der DFB im Vorfeld der Auslosung?

Am Samstagabend hat der DFB als Ausrichter alle 53 Verbände (Nationaltrainer und Offizielle) auf den neuen Campus in Frankfurt eingeladen. Geplant ist nach SPORTBUZZER-Infos neben einem Rundgang über die Akademie ein Dinner, zudem dürfen sich die zehn Austragungsstädte der EM 2024 (Berlin, Köln, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Gelsen­kirchen, Hamburg, Leipzig, München und Stuttgart) noch mal präsentieren, die ebenfalls eingeladen sind – auch einige ehemalige Fußball-Legenden, die am Sonntag am Draw teilnehmen werden, sind anwesend.

Wo ist die Quali-Auslosung im TV zu sehen?

Obwohl die EM 2024 in Deutschland stattfindet, schauen Interessierte ohne stabilen Internetzugang in die Röhre. Im Free-TV ist die Qualifikationsauslosung nicht zu sehen. Im Internet ist die Auslosung dagegen mannigfaltig zu verfolgen. So bietet neben RTL auch die UEFA (sowohl auf der Homepage als auch via Youtube) Livestreams an.

Auch MagentaTV, das alle 51 Spiele der Heim-EM übertragen wird, bietet einen Livestream an, der um 11.40 Uhr startet. Weltmeister Philipp Lahm, Organisationschef der EM 2024, wird als Interview-Partner für Moderator Sascha Bandermann zur Verfügung stehen. Dabei ist Nationalspielerin Tabea Kemme, die für die WM 2022 in Katar ebenfalls als Expertin fungiert. Christian Strassburger kommentiert die Auslosung.

Wie sehen die Lostöpfe genau aus?

Hier alle Lostöpfe in der Übersicht. Es gibt eine Besonderheit. Die vier Gruppensieger der A-Liga in der Nations League befinden sich in einem separaten Topf. Italien, Kroatien, Spanien und die Niederlande dürfen nur Fünfergruppen zugelost werden, weil sie im Sommer im Final Four noch um den Nations-League-Titel spielen. Zudem hat die UEFA einige Restriktionen veröffentlicht. So dürfen gewisse Paarungen wie beispielsweise Kosovo gegen Serbien aus politischen Gründen nicht ausgelost werden.

Nations-League-Topf (Topf 1)
Niederlande
Kroatien
Spanien
Italien


Topf 1
Dänemark
Portugal
Belgien
Ungarn
Schweiz
Polen

Topf 2
Frankreich
Österreich
Tschechien
England
Wales
Israel
Bosnien und Herzegowina
Serbien
Schottland
Finnland

Topf 3
Ukraine
Island
Norwegen
Slowenien
Republik Irland
Albanien
Montenegro
Rumänien
Schweden
Armenien

Topf 4
Georgien
Griechenland
Türkei
Kasachstan
Luxemburg
Aserbaidschan
Kosovo
Bulgarien
Färöer-Inseln
Nordmazedonien

Topf 5
Slowakei
Nordirland
Zypern
Belarus
Litauen
Gibraltar
Estland
Lettland
Moldawien
Malta

Topf 6
Andorra
San Marino
Liechtenstein

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