06. August 2019 / 08:30 Uhr

Schwimm-Meisterin Franziska Hentke über Olympia : "Ich bin weiterhin gut für eine Medaille"

Schwimm-Meisterin Franziska Hentke über Olympia : "Ich bin weiterhin gut für eine Medaille"

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Franziska Hentke
Franziska Hentke © imago/Bernd König
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Bei der Deutschen Meisterschaft im Rahmen der "Finals 2019" hat sich Franziska Hentke jüngst den Titel über 200 Meter Schmetterling geholt. Im SPORTBUZZER-Interview spricht die Schwimmerin jetzt über die "Finals", die Stellung des Schwimmens in der Öffentlichkeit und ihre Ziele für die Olympischen Spiele in Tokio.

In Berlin konnte auch Franziska Hentke wieder lachen. Eine Woche nach der Enttäuschung über Platz vier bei der WM in Gwangju holte sich die Schwimmerin aus Magdeburg souverän den Titel bei der deutschen Meisterschaft über die 200 Meter Schmetterling. Im Rahmen der Finals mit zehn deutschen Meisterschaften, bei denen insgesamt 178 000 Zuschauer und bis zu zwei Millionen Fans vor den TV-Bildschirmen zuguckten, sprach Hentke über die Finals und ihren Plan bis zum Karriereende.

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SPORTBUZZER: Eine Woche nach der WM gab es am Wochenende die deutsche Meisterschaft. Eine ungewöhnliche Reihenfolge?

Franziska Hentke (30): Für mich ist es nichts Neues, nach der WM noch Wettkämpfe zu schwimmen. Ich wollte in Berlin zeigen, dass ich die guten Zeiten draufhabe. Zudem ist die Idee mit den Finals 2019 super. Es ist auch eine gute Idee, die erste Veranstaltung dieser Art in der Bundeshauptstadt durchzuführen. Es ist gut, dass die Randsportarten neben dem Fußball mehr Aufmerksamkeit bekommen! Ich hoffe, dass diese Idee Zukunft hat und sich noch ausweitet.

Wie kann das gelingen – zum Beispiel beim Schwimmen?

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Aufgrund unserer Leistungen wurde in den vergangenen Jahren sicherlich weniger berichtet. Wir können nur versuchen, uns durch unsere Leistungen wieder ins Rampenlicht zu bringen. Ich hoffe, dass wir das bei den Olympischen Spielen in Tokio zeigen können. Dann geht es medial nach vorn und die Politik steckt wieder mehr Vertrauen in uns und fördert den Sport vielleicht wieder mehr.

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Ziele für Olympia 2020? "Ich bin weiterhin gut für eine Medaille"

Wie sieht der Weg zu den Olympischen Spielen aus?

Wir werden versuchen, in der Technik stabiler zu werden. Ich will möglichst schnell mein Ticket für die Spiele lösen. Ich bin weiterhin gut für eine Medaille und greife in Tokio noch einmal an.

Macht es das für Sie einfacher, dass der Fokus nach den Medaillen von Florian Wellbrock und Sarah Köhler nicht mehr nur auf ein, zwei Athleten liegt?

Den größten Druck mache ich mir selbst. Aber es ist für das ganze Team gut, dass der Fokus auf mehrere Schultern verteilt ist. Alle wollen Medaillen sammeln. Vor allem Florian wird natürlich nun im Fokus stehen – aber er wird das meistern! Er hat riesengroßes Selbstvertrauen. Er ist ein Wettkampftyp und weiß, was er kann. Er hat einfach Bock zu schwimmen.

Sie auch – nämlich in der neuen Schwimm-Liga. Die Idee dahinter ist, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen und auch mehr Geld zu verdienen. Wollen die Athleten den Weltverband Fina so zu Änderungen zwingen?

Ja, auch. Wir haben bei der WM leider gesehen, dass von beiden Seiten die Kritik aneinander groß ist. Die Fina wird merken, dass die Topathleten fehlen. Ich hoffe, dass die Fina eine Lösung findet, die Athleten besser einzubinden.

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Zum einen der Kampf gegen Doping – das ist allerdings ein Problem, das der Sport generell in den Griff bekommen muss! Auf jeden Fall muss das Verhältnis zwischen der Fina und den Athleten wieder besser und respektvoller werden. Es kann nicht sein, dass der Verband gegen die eigenen Athleten schießt – und umgekehrt. Aber ich bin ehrlich: Meine Karriere neigt sich dem Ende entgegen. 2020 ist bei mir definitiv Schluss – ob mit Abschluss der Olympischen Spiele oder zum Jahresende. Gedanken muss sich vor allem die nächste Generation machen.

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