08. Oktober 2020 / 17:21 Uhr

Kurzer Jubel: Cerci und Turbine wollen beim MSV weiter Selbstvertrauen sammeln

Kurzer Jubel: Cerci und Turbine wollen beim MSV weiter Selbstvertrauen sammeln

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
07.10.2020, Fußball, 1.Frauenbundesliga, Punktspiel, 1.FFC Turbine Potsdam-SC Freiburg, Karl-Liebknecht-Stadion
im Bild: v.l. Selina Cerci (1.FFC Turbine Potsdam) celebrate the goal,Torjubel zum 1:0
Selina Cerci jubelt nach ihrem Treffer zum 1:0 gegen Freiburg. © Julius Frick
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Frauen-Bundesliga: Der 1. FFC Turbine Potsdam bestreitet nach dem 3:0-Heimsieg gegen den SC Freiburg am Samstagabend bereits das nächste Punktspiel.

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Ganz tief unter dem blauen Jubelberg lag irgendwo Selina Cerci. Beim 3:0 (0:0)-Heimsieg von Turbine Potsdam gegen den SC Freiburg hatte die 20-Jährige am Mittwochabend gerade zu ihrem ersten Bundesliga-Tor für Turbine eingenetzt und alle Mitspielerinnen eilten herbei, um sie zu diesem Meilenstein zu beglückwünschen. „Das war ein sehr erleichterndes Gefühl“, gab der Youngster nach Spielende schüchtern zu Protokoll – obwohl sich über ihr die Turbinen beim Torjubel nur so türmten. Doch das war nur eine Momentaufnahme.

Zuvor hatte die Angreiferin, die im Sommer mit der Empfehlung von 13 Zweitliga-Saisontoren von Werder Bremen an die Havel gewechselt war, zu spüren bekommen, dass das Toreschießen in der 1. Frauenfußball-Bundesliga nicht ganz so leicht fällt. Ein paar Mal ließ sich die gebürtige Kielerin, die schon in der Saison 2018/19 für Werder im Oberhaus aufgelaufen war und dabei fünf Treffer erzielt hatte, im Laufduell abdrängen. Nach einer Ecke stand sie in der 53. Minute goldrichtig und ebnete den Weg zu den drei Punkten, die Dina Orschmann (54.) und Melissa Kössler (90.) schließlich unter Dach und Fach brachten.

Turbine Potsdam gewinnt mit 3:0 (0:0) gegen den SC Freiburg.

Turbine Potsdam gewinnt am Mittwochabend mit 3:0 (0:0) gegen den SC Freiburg. Selina Cerci (52.), Dina Orschmann (54.) und Melissa Kössler (90.+1) sind die Torschützinnen. Zur Galerie
Turbine Potsdam gewinnt am Mittwochabend mit 3:0 (0:0) gegen den SC Freiburg. Selina Cerci (52.), Dina Orschmann (54.) und Melissa Kössler (90.+1) sind die Torschützinnen. © Julius Frick

„Ich komme immer besser ins Spiel, kann mich mehr zeigen“, sagte Selina Cerci. Der Premierentreffer werde ihr weiteres Selbstvertrauen geben. In der Vorbereitung hatte die Neu-Potsdamerin mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, sie war im Trainingslager umgeknickt. Trainer Sofian Chahed setzte trotzdem in allen fünf Ligaspielen auf die nominelle Nachfolgerin der nach Frankfurt gewechselten Lara Prasnikar im Turbine-Sturm, zweimal stand der Sommer-Neuzugang in der Startelf. „Es ist eine geschlossene Mannschaftsleistung, die wir auf den Platz bringen“, sagte Selina Cerci. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen.“

Nur einmal gelang das bislang nicht – beim 2:2 gegen Aufsteiger Meppen. Ein Punktverlust, der die Verantwortlichen beim Traditionsclub aus der brandenburgischen Landeshauptstadt in der Rückschau ärgert, wäre man sonst gleichauf mit dem favorisierten Spitzenduo aus Wolfsburg und München. Die Turbinen sprangen in dieser Englischen Woche dank des Ausrutschers von Konkurrent Eintracht Frankfurt (2:2 gegen Leverkusen) auf Rang drei. Den, das hatte Sofian Chahed zuletzt noch einmal ausdrücklich betont, wolle man in diesem Spieljahr angreifen und sich so nach sieben Jahren Europapokal-Abstinenz wieder für das internationale Geschäft empfehlen.

Top-Duelle mit dem VfL Wolfsburg und Bayern München

Auf dem Weg dorthin wartet am Sonnabend (18 Uhr) die Hausaufgabe beim Vorletzten in Duisburg. „Darauf setzen wir den vollen Fokus“, beteuerte Selina Cerci. „Das wird ein anderes Spiel, da werden wir viel Ballbesitz haben, der Gegner wird auf Konter lauern“, ist sich Trainer Chahed sicher, der sich schon auf die dann folgenden Top-Duelle mit Bayern (18. Oktober) und Wolfsburg (6. November) freut. „In diesen Spielen sind wir mal nicht der Favorit“, sagte er.