02. Juli 2019 / 06:30 Uhr

Bernd Schröder über die WM-Leistungen der DFB-Frauen: "Jede war mit sich selbst beschäftigt"

Bernd Schröder über die WM-Leistungen der DFB-Frauen: "Jede war mit sich selbst beschäftigt"

Bernd Schröder
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Enttäuscht: Giulia Gwinn nach dem Viertelfinal-Aus gegen Schweden.
Enttäuscht: Giulia Gwinn nach dem Viertelfinal-Aus gegen Schweden. © Getty Images
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SPORTBUZZER-Kolumnist Bernd Schröder zieht nach dem Viertelfinal-Aus der DFB-Frauen eine WM-Bilanz. Die Trainerlegende ist der Ansicht, dass es dem Team von Martina Voss-Tecklenburg vor allem an Überzeugung und einer klaren Hierarchie fehlte.

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Diese Aussage unserer Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nach der 1:2-Niederlage gegen Schweden sagt eigentlich alles: „Es hat an Konsequenz, Initiative und Mut gefehlt.“ Mehr noch: Das Hin und Her um die Personalie Dzsenifer Maroszan hat letztlich der Konzentration nicht gut getan. Beim Blick in die Gesichter unserer Spielerinnen war für mich klar sichtbar: Es fehlte an Überzeugung. Jede war mit sich selbst beschäftigt. Eine Hierarchie war nicht erkennbar. So konnten die Schwedinnen an unseren Schwächen wachsen.

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Die Frauen scheitern bei der WM in Frankreich im Viertelfinale. Die Einzelkritik zum letzten Spiel von Deutschland gegen Schweden. ©
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Die Defizite – eine wacklige Abwehr, fehlende Durchschlagskraft im Angriff und wenig Ballsicherheit – haben sich durch das gesamte Turnier gezogen. Wir sollten nicht den Fehler machen, die Ursachen primär in der Unerfahrenheit unserer Mannschaft zu suchen. Mit einem Durchschnittsalter von 25,2 Jahren in der Anfangsformation hatten wir eine passable Mischung auf dem Rasen.

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Die Nichtqualifikation für Olympia ist ein Rückschritt

Ich glaube, unsere Mannschaft hatte die Schwedinnen so stark nicht erwartet. Es hatte den Anschein, als gäbe es nach den Gegentoren keinen Plan, um gegenzusteuern. Mentalität kann man nun mal nicht verordnen, die erforderlichen Willensqualitäten praktizierten nur die Schwedinnen. Ein echter Rückschritt für den deutschen Frauenfußball ist zudem die Nichtqualifikation für Olympia in Tokio.

Es bedarf also noch viel konzentrierter Arbeit in unseren Klubs, um unseren eigenen Ansprüchen und denen der Fans in der Zukunft gerecht zu werden.

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Die 96-malige Nationalspielerin und zweimalige Europameisterin Inka Grings (40) sowie Trainerlegende Bernd Schröder (76), der Turbine Potsdam zu zwölf Meistertiteln führte, bewerten das Geschehen bei der Fußball-WM der Frauen für den SPORTBUZZER und t-online.de.

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