26. Juni 2019 / 14:04 Uhr

DFB-Torhüterin Almuth Schult beklagt mangelnde TV-Präsenz: "Tut mir in der Seele weh"

DFB-Torhüterin Almuth Schult beklagt mangelnde TV-Präsenz: "Tut mir in der Seele weh"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Almuth Schult gewann mit dem VfL Wolfsburg zuletzt die deutsche Meisterschaft.
Almuth Schult gewann mit dem VfL Wolfsburg zuletzt die deutsche Meisterschaft. © imago images / ActionPictures
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Die Torhüterin der deutschen Nationalmannschaft hat in einem Interview die mangelnde Präsenz von Frauen-Fußball im deutschen Fernsehen kritisiert. Zudem fehle es auch an Akzeptanz in der Bevölkerung.

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DFB-Torhüterin Almuth Schult hat sich in einem Interview über die mangelnden TV-Präsenz von Frauen-Spielen abseits der großen Turniere echauffiert. "Es müsste ein Sender sagen: Ich übertrage in der Frauen-Bundesliga regelmäßig jeden Sonntag, 14 Uhr, ein Spiel. Im Moment werden Spiele dahin verlegt, wo eine Lücke im Sendeplan ist", sagte sie gegenüber der SportBild. Schulz weiter: "Dann hast du mal Freitagabend ein Spiel, mal Sonntagfrüh. Da wird sich nie der Effekt einstellen, den du bei der Sportschau hast, wo die Leute schon aus Gewohnheit samstags um 18 Uhr einschalten."

Schult bedaure diesen Umstand sehr. "Ich werde oft gefragt, wann wir in der Liga spielen und wo es zu sehen ist. Dann muss ich sagen, dass ich es nicht beantworten und dass es sich kurzfristig ändern kann. Das tut mir in der Seele weh." Zuletzt hatten die DFB-Frauen im TV einen neuen Zuschauerrekord erreicht. Das Achtelfinal-Spiel gegen Nigeria sahen 6,49 Millionen Zuschauer.

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Auch die Akzeptanz von Frauen-Fußball sei ihrer Meinung noch stark verbesserungswürdig. "Wir wünschen uns eine breite Anerkennung. Wenn man im Dorfverein nach Frauenfußball fragt, wird häufig abgewunken und an der Basis der Sport oft nicht ernst genommen. Frauenfußball wird sehr oft unterschätzt", beklagte die Spielerin des VfL Wolfsburg.

Schult über neue Regel: "Das ist völlig weltfremd"

Bei der WM in Frankreich gab und gibt es immer wieder Diskussionen um die Ausführung der Elfmeter. Nach der neuen Regelung ist es den Torhüterinnen nicht erlaubt, die Linie während der Ausführung des Schusses verlassen dürfen. "Das ist völlig weltfremd und widerspricht dem, was Torhüter jahrelang verinnerlicht haben. Man bekommt einfach weniger Schwung, wenn man nur diesen einen Schritt machen darf. Wenige Torhüterinnen haben die Sprungkraft dafür, so das gesamte Tor abdecken zu können", kritisierte Schult.

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Videobeweis? "Es dauert einfach zu lange"

Auch der Einsatz des Videobeweises verlaufe laut Schult nicht perfekt. "Die Frage, wann und wie der Video-Assistent eingreift, muss dringend besprochen werden. Es dauert einfach zu lange. Das liegt aber auch daran, dass die Schiedsrichter-Teams aus unterschiedlichen Ländern zusammengestellt sind. Wenn man während des Spiels, in dem man sich auf etwas anderes als den Funkkontakt konzentriert, sich nicht in seiner Muttersprache besprechen kann, wird es schwierig", so die Nationalspielerin.