07. Juli 2019 / 22:14 Uhr

US-Frauen sind Weltmeister: Rapinoe und Co. lassen Holland keine Chance - Trump gratuliert

US-Frauen sind Weltmeister: Rapinoe und Co. lassen Holland keine Chance - Trump gratuliert

Frank Hellmann
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die USA haben sich zum vierten Mal zum Weltmeister der Frauen gekürt. Im WM-Finale ließen die US-Girls den Holländerinnen kaum eine Chance.
Die USA haben sich zum vierten Mal zum Weltmeister der Frauen gekürt. Im WM-Finale ließen die US-Girls den Holländerinnen kaum eine Chance. © Getty Images
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Die USA haben ihren Weltmeister-Titel verteidigt. Im WM-Finale in Lyon setzten sich die US-Girls dank Treffer von Megan Rapinoe und Rose Lavelle mit 2:0 gegen Europameister Holland durch. Eine Videobeweis-Entscheidung leitete den Sieg der Amerikanerinnen ein.

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Als die Umarmungen getätigt und der Goldpokal übergeben war, hat sich Megan Rapinoe mit den Mitspielerinnen einfach fallen lassen. Für einen Moment streckten die umjubelten Heldinnen der US-amerikanischen Nationalmannschaft hinter dem Podium der Siegerehrung Arme und Beine aus – und badeten im Konfettiregen, der auf den Rasen des Stade de Lyon herabgeregnet war. Die Mission war erfüllt: Mit einem 2:0 (0:0)-Erfolg in einem spannenden, aber nicht hochklassigen WM-Finale gegen die Niederlande hat die Führungsmacht im Frauenfußball den Titel nach 1991, 1999 und 2015 zum vierten Mal gewonnen.

Alle bisherigen Weltmeisterteams in der Galerie:

Seit 1991 gibt es Weltmeisterschaften im Frauenfußball. Wir haben Euch Fotos von allen bisherigen Siegern zusammengestellt - und die besonderen Geschichten rund um die bisherigen Turniere. Zur Galerie
Seit 1991 gibt es Weltmeisterschaften im Frauenfußball. Wir haben Euch Fotos von allen bisherigen Siegern zusammengestellt - und die besonderen Geschichten rund um die bisherigen Turniere. ©
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Trump-Kritikerin Rapinoe macht USA zum Weltmeister

Viele Stars gingen mit feuchten Augen auf die Ehrenrunde. Powerfrau Rapinoe, die sich mit ihrem sechsten Turniertor zur Matchwinnerin, Torschützenkönigin und besten Spielerin der WM 2019 aufschwang, war überwältigt: „Ich glaube nicht, dass ich das in Worte fassen kann. Wir haben alle unsere Familien und Freunde hier. Es ist surreal. Ich weiß nicht, wie ich mich jetzt fühlen soll.“ Die 34 Jahre alte Aktivistin vom linken Flügel hatte am Vortag bekräftigt, dass sie einer Einladung ins Weiße Haus nicht folgen werde; und weil das Team sich sehr nahe sei, würden auch die Mitspielerinnen nicht dem ungeliebten US-Präsident Donald Trump die Hände schütteln.

Am Abend, gut zwei Stunden nach Abpfiff, gratulierte der US-Präsident den Weltmeisterinnen kurz und knapp: "Gratulation zum vierten Titelgewinn. Großartiges und aufregendes Spiel, Amerika ist auf euch alle stolz."

Spätestens zur Übergabe der Trophäe durch den ausgebuhten FIFA-Präsidenten Gianni Infantino war klar, dass ihre Botschaften im Kampf um mehr Anerkennung, Wertschätzung und Respekt angekommen waren. „Equal pay“ (gleiche Bezahlung), brüllten im Stakkato mehr als 25.000 amerikanische Fans, die zwar einerseits die Fußballerinnen feierten, aber dem obersten Dienstherren des Weltverbandes lautstark auf den Weg gaben, die frappierend ungleiche Entlohnung zwischen Frauen und Männern zu beenden.

Videobeweis leitet Holland-Niederlage ein

Gerade in der Soccer-Nation sind Alex Morgan und Co. ja auch das starke Geschlecht: Idole, die für erfolgreichen und schönen Fußball stehen, auch wenn das Endspiel – anders als vor vier Jahren beim 5:2 gegen Japan in Vancouver – nicht als fußballerisches Glanzstück in Erinnerung bleiben wird. Neben der überragenden Athletik sticht die Mentalität heraus. „Sie sind eine erstaunliche Gruppe von Spielern und eine noch bessere Gruppe von Menschen“, lobte die britische Trainerin Jill Ellis ihre Protagonisten.

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Im Kampf gegen den körperbetont spielenden Europameister fiel die Entscheidung in der zweiten Halbzeit, als die niederländische Abwehrspielerin Stefanie van der Gragt mit gestrecktem Bein gegen Alex Morgan zu Werke ging, so dass Schiedsrichterin Stephanie Frappart (Frankreich) nach Intervention des Videoassistenten auf den Elfmeterpunkt zeigte. Rapinoe verwandelte (61.). Kurz darauf brachte ein Solo von Rose Lavelle die Entscheidung (69.). Dass die „Oranje Leeuwinnen“ am Ende nicht höher verloren, war Torhüterin Sari van Veenendaal zu verdanken, die sich bis zum Schluss tapfer gegen die Niederlage wehrte. In der ersten Halbzeit parierte die Kapitänin bereits stark gegen Julie Ertz (28.), Samantha Mewis (37.) und Morgan (38./40.).

Rapinoe erklärt USA-Leitmotiv: "Play hard, work hard"

Doch letztlich schickten die US-Girls vor den Augen des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron und dem König der Niederlande, Willem-Alexander, auch den letzten europäischen Gegner auf die Bretter. Es sind Siege mit System, sagt die ehemalige deutsche Nationalspielerin Nadine Keßler. „Die USA ruhen sich nie aus, sie sind in einem laufenden Prozess.“

„Dass wir so lange oben stehen“, erklärte Rapinoe, sei dem Leitmotiv „play hard, work hard“ zu verdanken. Sie blickt auf die nachrückenden Mädchen. „Wenn wir Titel gewinnen, sind wir deren Vorbilder und schaffen es, dass wieder neue Spielerinnen nachkommen“, so die Vorkämpferin. Wenn dieser Kreislauf weiter so gut funktioniert, dann wird es für andere Nationen schwierig, die amerikanische Vormachtstellung zu brechen.

Deutschland bereits im Viertelfinale raus

Die USA sind mit vier Titeln Rekordweltmeister vor Deutschland (zwei Titel) sowie Norwegen und Japan (jeweils einmal Weltmeister).

Die deutsche Nationalmannschaft war bereits im Viertelfinale an Schweden gescheitert. Die Mannschaft von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg verpasste damit auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Schweden sicherte sich am Samstag immerhin den dritten Platz im Duell gegen England.

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