10. November 2020 / 01:17 Uhr

Vorm Frauenfußball-Classico: Wolfsburgs Rivale so stark wie nie

Vorm Frauenfußball-Classico: Wolfsburgs Rivale so stark wie nie

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Dauerjublerinnen: Der VfL und der FC Bayern dominieren den deutschen Frauenfußball
Dauerjublerinnen: Der VfL und der FC Bayern dominieren den deutschen Frauenfußball © Roland Hermstein / Imago Images
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Das Rennen um die deutsche Frauenfußball-Meisterschaft bestreiten wieder der VfL Wolfsburg und der FC Bayern. In dieser Saison könnte es besonders spannend werden. Am Sonntag gibt es das erste Duell.

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Countdown für den Classico des deutschen Frauenfußballs: Am Sonntag (14 Uhr, NDR und BR übertragen live) treffen in München die beiden Teams aufeinander, die die Liga seit Jahren dominieren. Anders als bei den meisten Duellen zuvor, geht der VfL Wolfsburg diesmal als Jäger in das Spiel beim FC Bayern. Denn die Münchnerinnen sind so stark wie nie: acht Spiele, acht Siege, kein einziges Gegentor - die FCB-Bilanz ist makellos. Der VfL dagegen hat in dieser Spielzeit beim 1:1 in Freiburg schon zwei Punkte verloren...

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Andere Vorzeichen also als zuletzt? Nicht für Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter beim Meister der vergangenen vier Spielzeiten. "In den vergangenen zwei, drei Jahren hätte der Meister immer auch Bayern heißen können, das war absolute Augenhöhe, das haben auch die direkten Duelle immer gezeigt." In der Vorsaison gab es zwei Unentschieden. Kellermann: "Meister geworden sind wir, weil wir gegen die anderen Gegner nichts liegengelassen haben, die Bayern aber schon. In diesem Jahr scheinen sie sehr stabil zu sein."

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Nach vier Vizemeisterschaften hinter Wolfsburg hat sich der FCB jetzt noch einmal "enorm verstärkt" (Kellermann), holte dabei mit Lena Schüller (Essen), Klara Bühl (Freiburg) und Hanna Glas (Paris) gleich drei Spielerinnen, auf die der VfL auch ein Auge geworfen hatte. Dazu kommen die Neuzugänge Marina Hegering (Essen), Sarah Zadrazil (Turbine Potsdam) und Viviane Asseyi (Girondins Bordeaux), der Verlust von Melanie Leupolz (Chelsea) und Kathrin Hendrich (Wolfsburg) wurde kompensiert. Zwölf der bisher 26 Saisontreffer gehen bereits auf der Konto von Neuverpflichtungen. Und auch die Vertragsverlängerung von Top-Talent Sydney Lohmann (sechs Tore in sieben Spielen) bis 2024 setzte ein Ausrufezeichen an die Konkurrenz.

Auch ein Erfolg am Samstag gegen den VfL wäre ein solches Ausrufezeichen, der VfL wiederum würde nur bei einem Sieg wieder auf dem "gewohnten" ersten Platz landen. Dazu müssten die Wolfsburgerinnen zumindest für das erste Bayern-Gegentor der Saison sorgen. Dass die vermeintlichen Offensivprobleme des VfL nach dem Abgang von Pernille Harder und den Verletzungen von Alexandra Popp (Kapselriss im Fuß), Ewa Pajor (Knie-OP) und Pauline Bremer (Kreuzbandriss) gar nicht so gravierend sein müssen, hat das Team bereits beim 5:0 am vergangenen Freitag beim Tabellendritten Potsdam gezeigt - auch das ein Top-Spiel. "Wir dürfen nicht den Fehler machen und denken, dass diese Wochen die Meisterschaft und Saison entscheiden", hatte Trainer Stephan Lerch schon vor der Partie bei Turbine gewarnt. Allerdings: Gewinnen die Bayern am Sonntag, hätte der VfL fünf Punkte Rückstand - das wäre zwar so früh in der Saison noch nicht entscheidend, aber für Wolfsburgs Dauer-Titelsammlerinnen zumindest sehr ungewohnt.